AC-Leitungsschutzschalter auslegen
Gibt nicht nur den Nennstrom aus, sondern die Rechnung, die bei der Prüfung tatsächlich anfällt: Bei B16 muss die Schleifenimpedanz unter 2,875 Ω liegen. Bei 45 m mit 2,5 mm² trägt die Leitung schon 0,74 Ω bei — für das Netz bleiben 2,13 Ω.
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Sicherheitsrelevante Berechnung. Dies ist eine Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss zwingend von einer qualifizierten Elektrofachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
Datenstand: 2026-07-15 · Die fachliche Prüfung dieses sicherheitsrelevanten Rechners steht noch aus.
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Gewählte Handelsgröße | I_B <= I_n <= I_z | 16 A | exakt |
| Magnetischer Auslösestrom | k * I_n | 80 A | exakt |
| Höchstzulässige Schleifenimpedanz | U_0 / I_a | 2,875 Ohm | exakt |
| Impedanz der Leitung | 2 * rho(T) * L / A | 0,74264 Ohm | exakt |
| Zulässige Netzimpedanz | Z_s,max - Z_line | 2,1324 Ohm | exakt |
- Formel
I_B ≤ I_n ≤ I_z · Z_S,max = U_0 / (k · I_n) · Z_Leitung = 2 · ρ(T) · L / A- Gültigkeitsbereich
- Nennstromwahl aus Betriebsstrom und Leiter-Belastbarkeit (I_B ≤ I_N ≤ I_Z), Handelsreihe IEC oder NEC. Abschaltnachweis als Rückrechnung: zulässige Schleifenimpedanz = U₀ / (Auslösefaktor × I_N) mit den Bandobergrenzen aus IEC 60898-1 (B 5×, C 10×, D 20×), Leitungsbeitrag bei Betriebstemperatur (70 °C PVC), Abschaltzeit als Einordnung wählbar (0,4 s Endstromkreis / 5 s Verteilung — die Impedanzgrenze bleibt davon unberührt, weil der Nachweis über die magnetische Schnellauslösung geführt wird; bewusst konservativ). Referenz: B16, 45 m, 2,5 mm² → 2,87 Ω zulässig, Leitung 0,64 Ω, Netzbudget 2,23 Ω. ERSETZT KEINE MESSUNG an der fertigen Anlage.
- Nicht abgedeckt
- Selektivität zwischen Automaten, Fehlerstromschutz (RCD) und dessen Zusammenspiel, Kurzschlussfestigkeit des Automaten, herstellerspezifische Kennlinien innerhalb der Normbänder, Lastaufteilung bei Drehstrom.
- Datenquellen
- Amtliche Veröffentlichungen der Normungsgremien und Landesbehörden (NFPA, IEC, DKE/VDE, CEN) · abgerufen 2026-07-15
Häufige Fragen
Welchen Leitungsschutzschalter brauche ich für meinen Stromkreis?
Es gilt die Grundbedingung I_B ≤ I_n ≤ I_z: Der Nennstrom muss über dem Betriebsstrom und unter der korrigierten Belastbarkeit des Leiters liegen; gewählt wird die passende Handelsgröße der regionalen Reihe. Zusätzlich führt der Rechner den Abschaltnachweis über die Schleifenimpedanz — die Rechnung, die bei der Prüfung einer Elektroinstallation tatsächlich anfällt.
Wie berechne ich die maximal zulässige Schleifenimpedanz für einen B16-Automaten?
Z_S,max = U_0 / (k · I_n) mit k = 5 für B, 10 für C und 20 für D — bei B16 an 230 V also 2,875 Ω. Die eigene Leitung trägt Z = 2 · ρ(T) · L / A bei: Bei 45 m mit 2,5 mm² sind das bereits 0,74 Ω, für das Netz bleiben 2,13 Ω. Wichtig: Der Nachweis wird mit der Betriebstemperatur der Isolierung geführt (PVC 70 °C, XLPE 90 °C) — mit 20 °C gerechnet fällt die Impedanz rund 20 % zu klein aus.
Gilt die Rechnung auch im TT-Netz oder mit FI-Schutzschalter?
Nein — der Rechner gilt für das TN-System mit radialem Endstromkreis und symmetrischer Belastung. TT- und IT-Systeme, Fehlerstromschutzeinrichtungen als Abschaltorgan, Selektivität über die Sicherungskette, Auslösekennlinien einzelner Fabrikate und der Reaktanzanteil der Schleife sind nicht abgedeckt. Die Schleifenimpedanz wird an der fertigen Anlage gemessen, nicht gerechnet.
Was ist die Abschaltbedingung — und warum reicht der richtige Nennstrom nicht?
Der Nennstrom schützt die Leitung vor Überlast; die Abschaltbedingung schützt Menschen im Fehlerfall: Beim Kurzschluss gegen den Schutzleiter muss so viel Strom fließen, dass die magnetische Schnellauslösung greift (bei B-Charakteristik der 5-fache, bei C der 10-fache Nennstrom). Ob das gelingt, entscheidet die Schleifenimpedanz aus Quelle und Leitung. Ein korrekt bemessener Automat an einer zu langen Leitung löst im Fehlerfall NICHT aus — der Budget-Balken zeigt genau diese Grenze.
Warum ist die Wechselrichter-Quelle kritischer als das Netz?
Ein Inselwechselrichter liefert im Kurzschluss oft nur das 1,5- bis 3-fache seines Nennstroms — viel zu wenig für die magnetische Auslösung eines C-Automaten. Was am starken Netz funktioniert, versagt an derselben Leitung hinter dem Wechselrichter. Deshalb ist die Quellimpedanz hier eine Eingabe, und oft ist die Antwort: B-Charakteristik, kleinerer Nennstrom oder ein FI als zusätzlicher Fehlerschutz.
B- oder C-Charakteristik?
B löst magnetisch beim 3–5-fachen Nennstrom aus, C beim 5–10-fachen. C verträgt Anlaufspitzen (Kompressoren) ohne Fehlauslösung, braucht aber die HALBE zulässige Schleifenimpedanz — an schwachen Quellen und langen Leitungen oft nicht erfüllbar. Regel im Inselnetz: B, wo die Lasten es zulassen; C nur mit nachgewiesener Abschaltbedingung.
Was ändert die Abschaltzeit an der zulässigen Impedanz?
Sie ordnet den Stromkreis ein und prüft die Plausibilität: 0,4 Sekunden gelten für Endstromkreise bis 32 A — wer 0,4 s wählt und einen größeren Automaten braucht, bekommt den Hinweis, dass dafür 5 Sekunden zulässig wären. Die Impedanzgrenze selbst ändert sich dabei NICHT: Der Nachweis dieser Seite führt über die magnetische Schnellauslösung, die in Millisekunden wirkt und damit beide Zeitvorgaben erfüllt. Das ist bewusst konservativ — wer die weicheren thermischen Kennlinien für den 5-Sekunden-Nachweis nutzen will, braucht die Herstellerkennlinie und die Fachplanung.
Warum rechnet der Abschaltnachweis mit 70 °C Leitertemperatur?
Weil IEC 60364 den Nachweis mit der Betriebstemperatur der Isolierung führt, nicht mit Raumtemperatur — bei PVC sind das 70 °C. Der warme Leiter hat rund 20 % mehr Widerstand, und wer mit 20 °C rechnet, bekommt eine zu optimistische Schleifenimpedanz. Trägt man weniger als 60 °C ein, weist die Seite darauf hin, dass die Annahme unüblich weich ist.
Reicht die gerechnete Schleifenimpedanz als Nachweis?
Nein — und die Seite sagt das in jeder Ausgabe: Die Schleifenimpedanz wird an der fertigen Anlage GEMESSEN. Die Rechnung dient der Planung: Sie zeigt vorab, ob die geplante Kombination aus Automat, Länge und Querschnitt überhaupt bestehen kann, und wie viel Budget an Netzimpedanz am Hausanschluss übrig bleibt. Die Messung ersetzt sie nicht.
Wann brauche ich C- oder D-Charakteristik — und was kostet das?
Bei Einschaltstromspitzen (Motoren, Trafos, Ladegeräte), die einen B-Automaten magnetisch auslösen würden. Der Preis steht in der Rückrechnung: C löst erst beim 10-fachen, D beim 20-fachen Nennstrom sicher aus — die zulässige Schleifenimpedanz halbiert bzw. viertelt sich gegenüber B. Auf langen Leitungen ist der Nachweis mit D praktisch nicht zu führen; die Seite warnt dann.
Gilt die Rechnung auch für Drehstromkreise?
Ja — seit dem 5. August 2026 ist die Phasenzahl einstellbar. Der Abschaltnachweis selbst bleibt einphasig gedacht (Außenleiter gegen Erde, 230 V), denn der Fehlerfall ist der Erdschluss eines Außenleiters; bei Drehstrom ändert sich vor allem der Betriebsstrom je Leiter. Für die Lastverteilung auf drei Phasen bleibt die Fachplanung zuständig.