Batteriekabel zum Wechselrichter berechnen
Prüft, ob die Spannung am Wechselrichtereingang bei Spitzenlast über der Abschaltschwelle bleibt. Das ist die Fehlerursache Nummer eins in Selbstbausystemen: Der Wechselrichter schaltet beim Kompressoranlauf mit Unterspannung ab, obwohl die Batterie halb voll ist. Gerechnet wird mit der minimalen Batteriespannung, nicht mit der Nennspannung.
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Sicherheitsrelevante Berechnung. Dies ist eine Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss zwingend von einer qualifizierten Elektrofachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
Datenstand: 2026-07-15 · Die fachliche Prüfung dieses sicherheitsrelevanten Rechners steht noch aus.
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Dauerstrom | P_cont / (U_bat,min * eta) | 92,593 A | exakt |
| Spitzenstrom | P_peak / (U_bat,min * eta_peak) | 294,12 A | exakt |
| Spannung am Wechselrichter bei Spitzenlast | U_bat,min - 2 * rho * L * I_peak / A | 11,368 V | exakt |
- Formel
U_inv = U_bat,min − 2 · ρ(T) · L · I_peak / A- Gültigkeitsbereich
- Ströme aus der MINIMALEN Batteriespannung (3.000 W / 12,0 V → 294 A Spitze; nominal wären es nur 267 A); zwei Kriterien je Querschnitt: Dauerlast-Spannungsfall gegen die Herstellergrenze (typisch 2 %) und Spannung an der Wechselrichter-Abschaltschwelle plus Reserve beim Spitzenstrom. Auslegungs- und Prüfmodus (vorhandenes Kabel) wählbar. Referenz: Auslegung → 25 mm²; 16 mm² scheitert an beiden Kriterien, 35 mm² besteht. Strombelastbarkeit ist die separate zweite Prüfung (Rechner 18).
- Nicht abgedeckt
- Übergangswiderstände an Klemmen und Sicherungshaltern (sie zehren die Reserve — Hinweis in den FAQ), Strombelastbarkeit mit Verlegeart (Rechner 18), Absicherung (Rechner 16), mechanische Verlegung und Scheuerschutz, Parallelverkabelung mehrerer Bänke (Rechner 22).
- Datenquellen
- Amtliche Veröffentlichungen der Normungsgremien und Landesbehörden (NFPA, IEC, DKE/VDE, CEN) · abgerufen 2026-07-15
Häufige Fragen
Welchen Querschnitt brauche ich für das Kabel zwischen Batterie und Wechselrichter?
Der Rechner wählt den kleinsten Querschnitt, der zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt: den zulässigen Spannungsfall bei Dauerlast (typisch 2 % laut Herstellervorgabe) und die Abschaltprüfung bei Spitzenlast. Auf einer kurzen Strecke von 1,5 m ist die Prozentgrenze schnell erfüllt und die Abschaltschwelle trotzdem gerissen — deshalb genügt ein reiner Prozentrechner hier nicht.
Warum schaltet mein Wechselrichter mit Unterspannung ab, obwohl die Batterie halb voll ist?
Das ist die Fehlerursache Nummer eins in Selbstbausystemen: Beim Kompressoranlauf fließt der Spitzenstrom, und der Spannungsfall im Batteriekabel drückt die Spannung am Wechselrichtereingang unter die Abschaltschwelle — nicht die Batterie ist das Problem. Der Rechner prüft U_am_WR = U_Batt,min − 2 · ρ(T) · L · I_spitze / A gegen Abschaltschwelle plus Sicherheitsabstand. Gerechnet wird mit der minimalen Batteriespannung, denn die Spitzenlast tritt gerade bei niedrigem Ladezustand auf.
Berücksichtigt der Rechner den Innenwiderstand der Batterie?
Nein — der Innenwiderstand der Batterie und der dadurch verursachte zusätzliche Spannungseinbruch sind nicht abgebildet, ebenso wenig Übergangswiderstände an Klemmen und Trennschaltern und das dynamische Verhalten in den ersten Millisekunden. Die Strombelastbarkeit des Kabels ist eine getrennte Prüfung, auf die der Rechner ausdrücklich hinweist.
Warum wird das Batteriekabel für die leere Batterie ausgelegt?
Weil dort der Strom am höchsten ist: Dieselben 3.000 W Spitzenlast ziehen bei 10,0 V Entladeschluss die Hälfte mehr Strom als bei 14,4 V Ladeschluss. Und genau bei leerer Batterie kommt der ungünstigste Moment — nachts, Kühlschrankkompressor startet, Spannung bricht ein. Wer mit Nennspannung rechnet, dimensioniert das Kabel für den Schönwetterfall.
Mein Wechselrichter schaltet beim Kompressorstart ab, obwohl die Batterie halb voll ist — warum?
Das klassische Symptom eines zu dünnen Batteriekabels: Beim Anlaufstrom fällt über dem Kabel so viel Spannung ab, dass am Wechselrichter kurzzeitig weniger als seine Abschaltschwelle ankommt — er trennt, obwohl die Batterie genug Energie hätte. Das Spannungsprofil in der Grafik zeigt genau diesen Pfad; die Reserve-Kachel sagt, wie viel Luft bleibt. Abhilfe: nächster Querschnitt oder kürzere Wege, nicht mehr Batterie.
Zählen Übergänge und Sicherungen im Batteriekreis mit?
Ja — jede Klemme, jeder Shunt, jede Sicherung addiert Milliohm, die beim Spitzenstrom Volt kosten. Der Rechner bildet den Kabelfall ab; für die Verbindungen gilt die Sammelschienen-Regel: sauber montieren, definiert anziehen, nach dem ersten Monat nachziehen. Bei knapper Reserve sind die Übergänge oft der Unterschied zwischen „läuft“ und „trennt“.
Kann ich ein vorhandenes Kabel prüfen lassen?
Ja — seit dem 5. August 2026 über den Schalter „Vorhandenes Kabel prüfen“. Die Seite testet deinen Querschnitt dann gegen beide Kriterien: den zulässigen Dauerlast-Spannungsfall und die Abschaltschwellen-Reserve bei Spitzenstrom. Im Referenzfall fällt 16 mm² durch (Spannungsfall über dem Limit, Reserve zur Abschaltschwelle dünn), 35 mm² besteht sauber. Ohne Haken schlägt die Seite wie bisher den nötigen Querschnitt vor — 25 mm².
Warum schaltet mein Wechselrichter ab, obwohl die Batterie halb voll ist?
Fast immer wegen des Batteriekabels, nicht der Batterie: Beim Kompressoranlauf zieht der Wechselrichter im Referenzfall 294 A — bei zu dünnem Kabel bricht die Spannung am Wechselrichter-Eingang unter die Abschaltschwelle ein, obwohl an den Batteriepolen genug anliegt. Genau diese Prüfung ist der Kern der Seite: Spannung an der Schwelle plus geforderte Reserve, gerechnet beim Spitzenstrom.
Warum wird mit der minimalen Batteriespannung gerechnet?
Weil die Spitzenlast genau dann auftritt, wenn die Batterie schwach ist — und der Strom bei niedriger Spannung am höchsten ausfällt: 3.000 W bei 12,0 V minimal sind 294 A, mit der Nennspannung gerechnet wären es nur 267 A. Wer mit Nennspannung auslegt, kauft das Kabel eine Nummer zu klein und wundert sich beim ersten Winterabend.
Reicht die Spannungsfall-Prüfung für das Batteriekabel?
Nein — die Strombelastbarkeit ist die zweite, unabhängige Prüfung, und bei 92,6 A Dauerstrom ist sie oft die schärfere. Die Seite sagt das ausdrücklich als eigenen Hinweis; den Belastbarkeits-Nachweis mit Verlegeart und Korrekturfaktoren führt der Belastbarkeits-Rechner. Beide müssen bestehen, und dazu kommen Sicherung (DC-Rechner) und kurze, geschützte Verlegung.
Was bedeutet die Reserve zur Abschaltschwelle konkret?
Den Abstand zwischen der Spannung am Wechselrichter bei Spitzenstrom und seiner Unterspannungs-Abschaltung. Die Vorgabe von 0,5 V ist bewusst knapp — Übergangswiderstände an Polklemmen und Sicherungshaltern kommen in der Praxis dazu und sind hier nicht mitgerechnet. Wer Ringkabelschuhe crimpt statt schraubt und die Übergänge sauber hält, behält die Reserve; korrodierte Klemmen fressen sie auf.