Wechselrichter dimensionieren

Rechnet Dauer- und Spitzenleistung, die DC-Ströme und den Spitzenfaktor. Und den Posten, den kein kostenloser Rechner ausweist: den Leerlaufverbrauch — jetzt aus dem Gerätekatalog für die Klasse, die der Rechner selbst ermittelt, statt pauschaler 25 W. Im Referenzfall sind es 10 W und damit 10 statt 25 Prozent des Tagesbedarfs. Die Ersparnis einer Nachtabschaltung wird mit den Sonnenstunden deines Standorts in Modulleistung und Modulkosten übersetzt.

Eingabe

Eingabe

Gleichzeitige Dauerlast aus dem Lastprofil — nicht die Summe aller Geräte.

Größtes Anlaufereignis plus Grundlast. Kompressoren ziehen beim Start das 3–7-Fache.

Ort („Freiburg“) oder Koordinaten („47.99, 7.84“) · DE / AT / CH

Motorisch und elektronisch vertragen keinen modifizierten Sinus — der Rechner prüft das.

24 = Dauerbetrieb. Mit Nachtabschaltung sinkt der Leerlaufverbrauch entsprechend.

Ergebnis · Live

Erforderliche Dauerleistung
750WDauerlast × Reserve, temperaturkorrigiert
Erforderliche Spitzenleistung
1.200Wgrößtes Anlaufereignis plus Grundlast — aus dem Lastprofil
Spitzenfaktor
1,60über 3 lohnt ein Softstarter statt eines größeren Geräts
Leerlaufverbrauch pro Tag
240Wh/dnur fürs Eingeschaltetsein — der Hauptgrund, warum reale Systeme schlechter laufen als gerechnet
Nachtabschaltung spart
46EURin Modulkosten umgerechnet — die Ersparnis der Fernbedienung
  • Leerlaufverbrauch 10 W — Katalogwert der 1-kW-Klasse, in die dein Bedarf fällt.INVERTER_IDLE_FROM_CLASS
  • Zum Vergleich: Der Spotmarkt notiert Module bei 0,135 € je Wp (Stand 2026-07). Das sind KEINE Endkundenpreise — für einzelne Module zahlst du ein Vielfaches.MODULE_PRICE_SPOT_REFERENCE
  • Umgerechnet mit 1,03 Sonnenstunden pro Tag im Auslegungsmonat (Dez) an deinem Standort.INVERTER_PSH_FROM_SITE
  • Der Leerlaufverbrauch des Wechselrichters macht 10 Prozent des Tagesbedarfs aus — nur fürs Eingeschaltetsein. Eine Nachtabschaltung spart oft mehrere hundert Wattstunden am Tag.INVERTER_IDLE_SIGNIFICANT
Der Anlaufvorgang: Spike gegen die Gerätegrenzen
Dauerleistung 750 W Spitzenleistung 1.200 W Grundlast 600 W 0246810sW

Der Anlaufspike bleibt unter der Spitzenlinie — das Gerät übersteht den Start. Die Linien zeigen das vorgesehene Gerät (erweiterte Annahmen), sonst den errechneten Bedarf.

Der Leerlauf-Vergleich: Dauerbetrieb gegen Nachtabschaltung
24 h eingeschaltet2.640 Whmit Nachtabschaltung2.560 WhErsparnis 80 Wh/Tag ≈ 77 Wp Modulleistung ≈ 46 € Hardware.

Der orange Anteil ist der Leerlaufverbrauch — Energie nur fürs Eingeschaltetsein. Eine Fernbedienung oder Nachtabschaltung ist oft die günstigste „Solaranlage“, die du kaufen kannst.

Rechenschritte
  • Erforderliche Dauerleistung: P_cont * headroom / f_temp = 750 W
  • Spitzenfaktor: P_peak / P_cont,req = 1,6
  • DC-Strom im Dauerbetrieb: P_cont,req / (U_sys * eta) = 69,444 A
  • Leerlaufenergie je Tag: P_idle * h_on = 240 Wh/d
  • Entsprechende Modulleistung: E_saved / PSH = 77,389 Wp

Die Formeln hinter dem Rechner

Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.

Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.

Jeder Zwischenwert mit Formel, Zahl und Herkunft
SchrittFormelWertHerkunft
Erforderliche DauerleistungP_cont * headroom / f_temp750 Wexakt
SpitzenfaktorP_peak / P_cont,req1,6 exakt
DC-Strom im DauerbetriebP_cont,req / (U_sys * eta)69,444 Aexakt
Leerlaufenergie je TagP_idle * h_on240 Wh/dexakt
Entsprechende ModulleistungE_saved / PSH77,389 WpAnnahme
Formel
P_req = P_cont · headroom / f_temp · I_DC = P_req / (U_sys · η)
Gültigkeitsbereich
Auslegung aus Dauerlast, Anlaufereignis und Reserve. Der Leerlaufverbrauch stammt aus dem versionierten Gerätekatalog, gewählt nach der ermittelten Geräteklasse (nächstgrößere; oberhalb der größten Klasse wird NICHT hochgerechnet). Die Umrechnung der Leerlaufverluste in Modulleistung nutzt die Sonnenstunden des Standorts im Auslegungsmonat (PVGIS-SARAH3 TMY) — dieselbe Größe wie in Rechner 2. Referenzfall: 600 W Dauerlast → 750 W Dauerleistung, 1-kW-Klasse mit 10 W Leerlauf, 240 Wh/d (10 % des Tagesbedarfs), 77 Wp Ersatz-Modulleistung.
Nicht abgedeckt
Wirkungsgradkennlinie über den Lastbereich (der Rechner nutzt zwei Punkte: typisch und Spitze), Blindleistung, Netzparallelbetrieb, Schieflast bei mehrphasigen Geräten, Einschaltstrom des Wechselrichters selbst. Der Modulpreis bleibt eine Eingabe — der Marktdatensatz führt Netto-Spotpreise, keine Endkundenpreise.

Häufige Fragen

Welche Wechselrichtergröße brauche ich für meine Verbraucher?

Die erforderliche Dauerleistung ist P_dauer · headroom / f_temp — bei 600 W Dauerlast und 25 % Reserve also 750 W. Die erforderliche Spitzenleistung ist das größte Anlaufereignis plus Grundlast, nicht die Summe aller Anlaufströme; im Referenzfall ergibt ein Kompressor mit Anlauffaktor 5 plus 450 W Grundlast 1200 W Spitze. Beachten Sie auch das Temperaturderating: Viele Geräte geben ihre Nennleistung nur bis 25 bis 40 °C an.

Wie viel Strom verbraucht ein Wechselrichter im Leerlauf?

Ein 3000-W-Gerät zieht im Leerlauf typisch 20 bis 35 W. Über 24 Stunden sind das 480 bis 840 Wh — bei 2400 Wh Tagesbedarf also 20 bis 35 % des Gesamtbedarfs, nur fürs Eingeschaltetsein. Der Rechner beziffert deshalb auch die Ersparnis einer Nachtabschaltung, umgerechnet in Modulleistung und Modulkosten.

Reicht ein Wechselrichter mit modifiziertem Sinus für meine Geräte?

Bei Motor-, Elektronik- und gemischten Lasten warnt der Rechner vor modifiziertem Sinus und empfiehlt reinen Sinus. Nicht abgedeckt sind Blindleistung und Leistungsfaktor bei induktiven Lasten, die Oberschwingungen bei modifiziertem Sinus sowie Parallel- und Dreiphasenverschaltung mehrerer Geräte — der Rechner gilt für einphasigen Betrieb mit ohmscher bis gemischter Last.

Wie viel kostet mich der Leerlauf des Wechselrichters wirklich?

Mehr als fast alles andere im System: Ein 3.000-W-Gerät zieht im Leerlauf typisch 20–35 W. Über 24 Stunden sind das 480–840 Wh — bei 2.400 Wh Tagesbedarf also 20–35 % des Gesamtbedarfs, nur fürs Eingeschaltetsein. Der Rechner rechnet die Ersparnis einer Nachtabschaltung direkt in Modulleistung und Euro um: Bei typischen Van-Systemen entspricht sie 250–500 Wp Solar. Eine Fernbedienung ist oft die günstigste „Solaranlage“, die man kaufen kann.

Warum schaltet ein zu kleiner Wechselrichter ab, statt einfach weniger zu liefern?

Weil die Spitzenleistungsgrenze eine harte Schutzabschaltung ist: Beim Kompressorstart steht für 0,5–3 Sekunden das 3–7-Fache des Nennstroms an. Übersteigt der Spike die Spitzenleistung des Geräts, trennt es — mitten im Anlauf, meist nachts, wenn der Kühlschrank anspringt. Fehldimensionierung äußert sich also nicht als schlechte Effizienz, sondern als plötzliches Abschalten. Genau dieses Ereignis zeigt das Anlaufdiagramm; ab Spitzenfaktor 3 lohnt ein Softstarter statt eines größeren Geräts.

Reiner oder modifizierter Sinus?

Für ohmsche Lasten (Heizstab, Glühlicht) reicht modifizierter Sinus. Motoren laufen daran heißer, lauter und mit weniger Anlaufmoment; elektronische Netzteile und alles mit Phasenanschnitt (Dimmer, viele Ladegeräte) können gestört werden oder ausfallen. Bei Lastart „motorisch“ oder „elektronisch“ empfiehlt der Rechner deshalb reinen Sinus und warnt bei modifizierter Wahl. Der Preisunterschied ist heute klein — das Risiko nicht.

Woher kommt der Leerlaufverbrauch?

Aus dem Gerätekatalog, und zwar für die Geräteklasse, die dieser Rechner selbst ermittelt hat. Vorher standen dort pauschal 25 W — das ist der Katalogwert der 3-kW-Klasse, angewandt auf jede Anlagengröße. Im Referenzfall werden 750 W Dauerleistung gebraucht, das fällt in die 1-kW-Klasse mit 10 W Leerlauf: 240 Wh am Tag statt 600, also 10 % des Tagesbedarfs statt 25 %.

Warum wird zwischen den Geräteklassen nicht interpoliert?

Weil der Katalog zwei vermessene Klassen führt, 1 kW und 3 kW, und eine Gerade dazwischen eine Behauptung über Geräte wäre, die niemand gemessen hat. Der Rechner nimmt deshalb die nächstgrößere Klasse; oberhalb der größten bleibt deren Wert stehen. Wer das Datenblatt seines Geräts hat, trägt den echten Wert über den Schalter ein — das ist immer die bessere Zahl.

Mit welchen Sonnenstunden wird die Ersparnis in Module umgerechnet?

Mit denen deines Standorts im Auslegungsmonat, in der Ebene deiner Module — dieselbe Größe wie im Modul-Rechner, damit beide Rechner dieselbe Anlage beschreiben. Vorher waren es fest 3,0 Stunden, und dieser Wert stand nicht einmal im Formular. Für Berlin bei 35 Grad Süd sind es 1,03 Stunden im Dezember.

Warum steigt die Ersatz-Modulleistung, obwohl der Leerlauf kleiner wurde?

Weil sich zwei Korrekturen entgegenlaufen. Der Leerlauf sank von 25 auf 10 W, die Sonnenstunden aber von 3,0 auf 1,03 — und durch sie wird geteilt. Aus 67 Wp werden so 77 Wp. Das ist die ehrlichere Zahl: Wer im Dezember auslegt, braucht für jede eingesparte Wattstunde mehr Modulfläche als im Jahresmittel.

Warum übernimmt der Rechner den Modulpreis nicht aus dem Marktdatensatz?

Weil der Datensatz Netto-Spotmarktpreise führt und selbst sagt, dass das keine Endkundenpreise sind — pvXchange nennt für die schlüsselfertige Anlage einen Faktor 8 bis 15. Für ein einzelnes Modul zahlt ein Privatkäufer ein Vielfaches der 0,135 € je Wp vom Juli 2026. Der Rechner nennt den Spotwert deshalb als Vergleich daneben, statt daraus einen Endkundenpreis zu erfinden.