Batterielaufzeit berechnen

Rechnet die Laufzeit deiner Batterie unter Last — ohne den beliebtesten Fehler dieser Rechnerklasse: Der Round-Trip-Wirkungsgrad gehört auf die Ladeseite und wird hier nicht doppelt gezählt. Der Kältefaktor kommt aus der Kennlinie der Chemie und bei Aufstellung im Freien aus dem Monatsmittel deines Standorts (Berlin im Januar: 86 %, Laufzeit 6,3 statt 7,4 h), der Wechselrichter-Leerlauf aus dem Gerätekatalog. Bei Blei rechnet Peukert statt der linearen Formel — mit erreichbarem Datenblatt-Exponenten.

Eingabe

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Aktuelle Gesamtlast am Verbraucher — aus dem Lastprofil-Rechner.

Untere Abschaltgrenze: 0,2 heißt, 20 % bleiben in der Batterie.

Aufstellort der Batterie

Ort („Freiburg“) oder Koordinaten („47.99, 7.84“) · DE / AT / CH

Ergebnis · Live

Laufzeit bei aktueller Last
6,3hbei Blei mit Peukert gerechnet, nicht linear
Verfügbare Energie
789WhKapazität × SoC-Fenster × Temperatur- und Alterungsfaktor
Energie am Verbraucher
696Whnach Entladepfad — Round-Trip gehört NICHT hierher
Naive lineare Laufzeit
6,3hC/I ohne Peukert — bei Blei zu optimistisch
  • Kältefaktor 86 % bei 0,6 °C — aus der Kennlinie der gewählten Chemie (Temperatur aus dem Standort), nicht geschätzt.BANK_TEMP_FROM_CURVE
  • Leerlaufverbrauch 10 W — Katalogwert der 1-kW-Klasse, in die dein Bedarf fällt.INVERTER_IDLE_FROM_CLASS
  • Bei LiFePO₄ ist der Peukert-Effekt praktisch null (k ≈ 1,02). Die nutzbare Kapazität ist nahezu unabhängig vom Entladestrom — einer der realen Vorteile dieser Chemie gegenüber Blei.PEUKERT_NEGLIGIBLE
  • 100 % des Verbrauchs laufen über den Wechselrichter. Prüfe, ob sich Geräte auf DC umstellen lassen.AC_SHARE_HIGH
Wie lange reicht es? Drei Last-Szenarien
Nur Kühlschrank (25 %)25 W19,9 h Aktuelle Last100 W6,3 h Alles an (200 %)200 W3,3 h

Die Szenarien skalieren deine aktuelle Last — Abschalten verlängert überproportional, weil der Wechselrichter-Leerlauf konstant weiterläuft.

Rechenschritte
  • Wirkungsgrad des Entladepfads: eta_cable * (f_DC + f_AC * eta_inv) = 0,882
  • Verfügbare Energie: C * U_nenn * (SoC_start - SoC_min) * f_temp * f_alter = 788,92 Wh
  • Energie am Verbraucher: E_verfuegbar * eta_Entladepfad = 695,82 Wh
  • Laufzeit: E_load / P_load = 6,3257 h

Die Formeln hinter dem Rechner

Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.

Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.

Datenstand: 2026-06-15

Jeder Zwischenwert mit Formel, Zahl und Herkunft
SchrittFormelWertHerkunft
Wirkungsgrad des Entladepfadseta_cable * (f_DC + f_AC * eta_inv)0,882 Annahme
Verfügbare EnergieC * U_nenn * (SoC_start - SoC_min) * f_temp * f_alter788,92 Whexakt
Energie am VerbraucherE_verfuegbar * eta_Entladepfad695,82 Whexakt
LaufzeitE_load / P_load6,3257 hexakt
Formel
E = C · U · (SoC_start − SoC_min) · f_temp · f_age · η_path · t = E / P
Gültigkeitsbereich
Laufzeit aus nutzbarem Energiefenster und Entladepfad; bei Blei ersetzt Peukert die lineare Division (Datenblatt-Exponent hat Vorrang vor dem Kennlinien-Mittel). Der Kältefaktor stammt aus der Kennlinie der gewählten Chemie; bei Aufstellung im Freien gilt das Monatsmittel des Standorts (PVGIS-TMY-Temperaturreihe) für den gewählten Monat. Der Leerlaufverbrauch kommt aus dem Gerätekatalog für die Klasse der Last. Referenzfall: 100 Ah LiFePO4, 100 W, außen in Berlin im Januar → 0,6 °C, Faktor 86 %, 6,3 h (statt 7,4 h bei Zimmertemperatur).
Nicht abgedeckt
Schwankende Lasten und Motoranlauf (nur konstante Last), Selbstentladung während des Ausfalls, aktive Batterieheizung, Erholungseffekte der Kapazität nach Lastpausen, die Wiederaufladung (Rechner 6) und die Frage, wie oft solche Ausfälle vorkommen (Rechner 45).
Datenquellen
  • Herstellerdatenblätter (Victron, Fronius, BYD) und IEC 61427-1, aggregiert · abgerufen 2026-06-15

Häufige Fragen

Wie lange hält meine Batterie bei einer bestimmten Last?

Die verfügbare Energie ist E = C · U · (SoC_start − SoC_min) · f_temp · f_alter, davon kommt nach dem Entladepfad aus Kabel und Wechselrichter der Anteil E · η_Entladepfad am Verbraucher an; die Laufzeit ist t = E / P. Der Leerlaufverbrauch des Wechselrichters wird zur Last addiert — 15 bis 30 W Dauerlast sind in Off-Grid-Systemen typisch und bei kleiner Nutzlast der dominierende Posten.

Muss ich bei der Laufzeit den Round-Trip-Wirkungsgrad der Batterie abziehen?

Nein. Der Round-Trip-Wirkungsgrad gehört auf die Ladeseite, also in die Modul- und Ladezeitdimensionierung. Wer ihn zusätzlich auf eine bereits volle Batterie anwendet, zählt ihn doppelt und rechnet 8 bis 15 % zu pessimistisch. Auf der Entladeseite wirken nur Kabel und, für den AC-Anteil der Last, der Wechselrichter.

Gilt die Laufzeitrechnung auch für schwankende Lasten oder Motoranlauf?

Nein, der Rechner setzt eine konstante Last und eine Batterie auf Nenntemperatur voraus. Stark schwankende Lasten, der Spannungseinbruch beim Motoranlauf, Selbstentladung über lange Standzeiten und Alterung während der Entladung sind nicht abgedeckt. Bei Blei-Chemien tritt zudem die Peukert-Beziehung an die Stelle der linearen Division — eine lineare Rechnung wäre dort zu optimistisch, bei LiFePO4 ist der Effekt praktisch null.

Warum verlängert Abschalten die Laufzeit überproportional?

Weil der Wechselrichter-Leerlauf konstant weiterläuft: Bei 100 W Last und 25 W Leerlauf verbraucht das System 125 W; halbierst du die Last auf 50 W, sind es noch 75 W — die Laufzeit steigt um zwei Drittel statt um die Hälfte. Die drei Szenario-Balken zeigen das direkt, und die Uhrzeit-Beschriftung macht daraus eine handlungsfähige Aussage: „reicht bis morgen 07:40“ statt „13,6 Stunden“.

Warum weichen lineare Rechnung und Peukert-Laufzeit bei Blei auseinander?

Die lineare Rechnung C/I unterstellt, dass die Kapazität vom Entladestrom unabhängig ist. Bei Blei stimmt das nicht (Peukert-Exponent ~1,25): Höhere Ströme entnehmen der Batterie überproportional Kapazität. Der Rechner zeigt beide Werte — die naive und die korrigierte Laufzeit — und wendet die Korrektur bei LiFePO₄ bewusst nicht an, weil der Effekt dort praktisch null ist.

Warum darf der Round-Trip-Wirkungsgrad hier nicht auftauchen?

Er beschreibt Lade- plus Entladeverluste zusammen und gehört auf die Ladeseite. Auf der Entladeseite zählen nur Kabel- und Wechselrichterverluste (anteilig nach AC-Anteil). Wer Round-Trip zusätzlich ansetzt, zählt Verluste doppelt — die Engine prüft die Konsistenz mit dem Nutzkapazitäts-Rechner sogar als Invariantentest.

Woher kommt der Kältefaktor der Batterie?

Aus der Kennlinie der gewählten Chemie bei der Temperatur des Aufstellorts. Vorher stand er fest auf 1,0 — also Zimmertemperatur, unabhängig davon, wo die Batterie steht — und war über das Formular nicht einmal erreichbar. Steht die Batterie im Freien oder im Fahrzeug, gilt jetzt das Monatsmittel deines Standorts: Im Berliner Januar sind das 0,6 °C und ein Faktor von 86 % für LiFePO4. Die Laufzeit im Beispiel sinkt dadurch von 7,4 auf 6,3 Stunden.

Warum das Monatsmittel und nicht die Tiefsttemperatur?

Weil die Frage eine andere ist als bei der Bank-Auslegung. Rechner 3 dimensioniert für den schlimmsten Fall und nimmt deshalb das 1-%-Perzentil der Tagesminima. Hier geht es um die erwartbare Laufzeit in einem gewählten Monat — dafür ist das Monatsmittel die ehrliche Zahl. Wer den kältesten Fall wissen will, wählt den Januar; wer konservativer rechnen will, trägt den Kältefaktor über den Schalter selbst ein.

Woher kommt der Leerlaufverbrauch des Wechselrichters?

Aus dem Gerätekatalog, für die Geräteklasse, in die deine Last fällt — bei 100 W ist das die 1-kW-Klasse mit 10 W Leerlauf, nicht die pauschalen 20 W, die vorher voreingestellt waren. Bei reiner DC-Last (AC-Anteil 0) entfällt der Posten ganz, weil kein Wechselrichter läuft. Der Wert aus dem Datenblatt deines Geräts bleibt über den Schalter die bessere Zahl.

Kann ich den Peukert-Exponenten aus meinem Datenblatt eintragen?

Ja — seit dem 5. August 2026 über den Schalter in den erweiterten Annahmen. Vorher stand der Wert zwar im Rechenschema, war über das Formular aber nicht erreichbar; gerechnet wurde immer mit dem Kennlinien-Mittel der Chemie, und der Rechner meldete das als dominierende Annahme. Der Datenblattwert macht die Blei-Laufzeit deutlich belastbarer: Bei AGM liegt die Spanne zwischen 1,05 und 1,15.

Was ändert der Startladezustand an der Rechnung?

Er verschiebt das nutzbare Fenster: Eine Batterie, die nur zu 80 % voll in den Ausfall geht, hat ein Fünftel weniger Energie zur Verfügung als die Rechnung mit vollem Start unterstellt. Das Feld war bisher nicht erreichbar und stand fest auf 100 % — jetzt lässt es sich in den erweiterten Annahmen setzen, etwa für Speicher, die im Winter selten voll werden.