Notstrom-Laufzeit und Abschaltreihenfolge

Die Frage ist nicht, wie lange die Batterie hält, sondern worauf man in welcher Reihenfolge verzichtet. Der Rechner nimmt die Geräte in drei Prioritätsstufen und gibt für jede die Laufzeit aus — samt Abschaltreihenfolge. Gerechnet wird mit der mittleren Last über die Einschaltdauer, nicht mit der Nennleistung.

  • Schon die unverzichtbaren Verbraucher halten nur 21,3 Stunden durch, angestrebt sind 24. Abschalten reicht hier nicht — die Batterie ist zu klein.TARGET_NOT_REACHED_ESSENTIAL

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Ort („Freiburg“) oder Koordinaten („47.99, 7.84“) · DE / AT / CH

Bestimmt, wie viel die Anlage im Blackout nachlädt — der Unterschied zwischen Juli und Januar ist größer als jeder Batteriezuschlag.

0 heißt: keine Nachladung, reiner Batteriebetrieb.

Blei nutzt real weniger als die Nennkapazität (Peukert) — der Rechner weist darauf hin.

Typische Netz-Wiederversorgung in DE: Stunden. Krisenvorsorge-Empfehlung (BBK): bis 72 h.

Läuft mit, solange irgendein AC-Gerät an ist — bei kleiner Grundlast schnell ein Viertel des Verbrauchs.

Ergebnis · Live

  • Schon die unverzichtbaren Verbraucher halten nur 21,3 Stunden durch, angestrebt sind 24. Abschalten reicht hier nicht — die Batterie ist zu klein.TARGET_NOT_REACHED_ESSENTIAL
Monate mit voller Deckung
7in so vielen Monaten trägt die Anlage die Notlast unbegrenzt
Laufzeit unverzichtbar
21,3hnur die unverzichtbaren Geräte, inkl. Wechselrichter-Leerlauf
Last unverzichtbar
85Wmittlere Last der unverzichtbaren Stufe
Laufzeit mit Aufschiebbarem
13,9hunverzichtbar plus aufschiebbar zusammen
Verfügbare Energie
1.806Whnutzbare Energie zwischen Start-Ladezustand und Abschaltgrenze
  • Mit Nachladung ändert sich die Frage von Stunden auf Monate: In 7 von zwölf Monaten deckt die Anlage die Notlast vollständig, im schlechtesten Monat reicht der Vorrat 1,4 Tage. Ein Blackout im Juli ist ein anderer als im Januar.BLACKOUT_SOLAR_BRIDGE
  • Der Leerlaufverbrauch des Wechselrichters macht 24 Prozent des Tagesbedarfs aus — nur fürs Eingeschaltetsein. Eine Nachtabschaltung spart oft mehrere hundert Wattstunden am Tag.INVERTER_IDLE_SIGNIFICANT
Wie lange welche Stufe hält
Ziel 24 hunverzichtbar21,3 h · 85 W Heizungssteuerung · Kühlschrank · Router+ aufschiebbar13,9 h · 130 W Gefriertruhe+ verzichtbar10,6 h · 170 W Wasserkocher

Keine Stufe hält die Zielzeit — selbst nur mit den unverzichtbaren Geräten. Abschaltreihenfolge: Wasserkocher → Gefriertruhe → Kühlschrank → Heizungssteuerung → Router. Batterie vergrößern oder Zielzeit senken.

Rechenschritte
  • Verfügbare Energie: C * U_nenn * (SoC_start - SoC_min) * f_alter = 2.048 Wh
  • Energie am Verbraucher: E_verfuegbar * eta_Entladepfad = 1.806,3 Wh
  • Laufzeit der unverzichtbaren Verbraucher: E_load / P_critical = 21,251 h

Die Formeln hinter dem Rechner

Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.

Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.

Datenstand: 2026-07-15

Jeder Zwischenwert mit Formel, Zahl und Herkunft
SchrittFormelWertHerkunft
Verfügbare EnergieC * U_nenn * (SoC_start - SoC_min) * f_alter2.048 Whexakt
Energie am VerbraucherE_verfuegbar * eta_Entladepfad1.806,3 Whexakt
Laufzeit der unverzichtbaren VerbraucherE_load / P_critical21,251 hexakt
Formel
t = E_verfügbar · η_Entladepfad / (Σ P_Gerät · Einschaltdauer + P_Leerlauf)
Gültigkeitsbereich
Konstante mittlere Last je Stufe, Batterie auf Raumtemperatur.
Nicht abgedeckt
Anlaufspitzen, Temperaturabhängigkeit der Kapazität, Nachladung während des Ausfalls. Bei Blei-Chemien wird der Peukert-Effekt hier nicht angewendet — der Peukert-Rechner zeigt, wie viel er ausmacht.
Datenquellen
  • Aggregat aus Herstellerdatenblättern, EU-Energielabel-Datenbank EPREL und Messreihen aus der Off-Grid-Praxis · abgerufen 2026-07-15
  • Herstellerdatenblätter (Victron, Fronius, BYD) und IEC 61427-1, aggregiert · abgerufen 2026-06-15

Häufige Fragen

Wie lange versorgt meine Batterie das Haus bei einem Stromausfall?

Das hängt davon ab, worauf Sie verzichten: Der Rechner nimmt Ihre Geräte in drei Prioritätsstufen und gibt für jede Stufe die Laufzeit aus — samt Abschaltreihenfolge, entbehrlichste Geräte zuerst. Gerechnet wird mit der mittleren Last über die Einschaltdauer, nicht mit der Nennleistung: Ein 100-W-Kühlschrank läuft rund ein Drittel der Zeit, und wer mit der Nennleistung rechnet, unterschätzt die Laufzeit um Faktor drei.

Warum zählt der Leerlaufverbrauch des Wechselrichters bei Notstrom so stark?

Der Wechselrichter-Leerlauf läuft mit, solange irgendein Wechselstromgerät an ist. Bei einer Notstromlage mit 60 W Grundlast sind 20 W Leerlauf bereits ein Viertel des Verbrauchs — genau die Größenordnung, die über eine Nacht entscheidet. Der Rechner warnt, wenn der Leerlauf einen erheblichen Anteil der unverzichtbaren Last ausmacht.

Gilt die berechnete Laufzeit auch für Bleibatterien?

Nur eingeschränkt: Bei Blei-Chemien sinkt die nutzbare Kapazität mit steigendem Entladestrom, und dieser Peukert-Effekt wird hier bewusst nicht angewendet — der Rechner warnt und verweist auf den Peukert-Rechner, der zeigt, wie viel er ausmacht. Ebenfalls nicht abgedeckt sind Anlaufspitzen, die Temperaturabhängigkeit der Kapazität und Nachladung während des Ausfalls.

Warum reichen 200 Ah nicht für 24 Stunden Grundversorgung?

Weil von den 2.560 Wh Nennenergie real nur rund 1.806 Wh nutzbar sind — zwischen Start-Ladezustand und Abschaltgrenze, nach Entladepfad-Wirkungsgrad. Gegen die 85 W der unverzichtbaren Stufe (Heizungssteuerung, Kühlschrank, Router, plus 20 W Wechselrichter-Leerlauf) ergibt das 21,3 Stunden — knapp unter dem 24-h-Ziel. Die beiden wirksamsten Hebel stehen schon in der Liste: den Leerlauf senken (Router und Kühlbox auf 12 V direkt) oder die Kapazität um ein Viertel erhöhen.

Wie lese ich die Abschaltreihenfolge praktisch?

Von unten nach oben: Mit allem an hält die Batterie 10,6 Stunden, ohne die verzichtbare Stufe 13,9, nur mit dem Unverzichtbaren 21,3. Die Reihenfolge sagt dir, was du beim Ausfall sofort ausstöpselst (Wasserkocher, Gefriertruhe — die hält gut isoliert viele Stunden ohne Strom) und was bis zuletzt läuft. Genau diese Entscheidung nimmt dir keine Automatik ab — der Rechner macht sie vorher durchspielbar.

Läuft meine Heizung im Blackout weiter?

Die meisten Gas- und Ölheizungen brauchen elektrisch nur Steuerung und Umwälzpumpe — zusammen typisch 20 bis 150 W. Das ist notstromtechnisch ein Glücksfall: Eine mittlere Batterie trägt die Wärmeversorgung über Tage, wenn sonst nichts mitläuft. Wichtig: Die Heizung muss am Notstromkreis hängen (Elektriker), und Wärmepumpen fallen mit ihren Kilowatt in eine andere Liga — dafür ist der Wärmepumpen-Rechner zuständig.

Wie lange komme ich mit Solar und Batterie durch einen Blackout?

Das hängt entscheidend am Monat. Für eine 200-Ah-LiFePO4 mit 61 W Notlast reicht die Batterie allein 26,7 Stunden. Mit 1.000 Wp Modulleistung in der Region Berlin deckt die Anlage die Notlast in 9 von 12 Monaten vollständig — im schlechtesten Monat hält der Vorrat noch 2,2 Tage. Mit 2.000 Wp sind es 11 Monate und 96,9 Tage im schlechtesten. Mit nur 400 Wp dagegen bloß 3 Monate und 1,4 Tage.

Wie viel Modulleistung brauche ich für unbegrenzte Notversorgung?

Mehr, als der Tagesverbrauch nahelegt, weil der Dezember die Größe bestimmt. Die Notlast im Beispiel sind 1.464 Wh am Tag. Im Juni deckt das schon eine kleine Anlage; im Dezember braucht es in Mitteleuropa ein Mehrfaches, weil die Einstrahlung auf einen Bruchteil fällt. Der Rechner gibt deshalb aus, in wie vielen Monaten die Anlage trägt — nicht einen Jahresmittelwert, der im Ernstfall nichts nützt.

Reicht ein Balkonkraftwerk für den Notfall?

Im Sommer für die Grundlast ja, im Winter nicht — und nur mit notstromfähigem Wechselrichter. Ein typisches Balkonkraftwerk mit 800 W Ausgangsleistung liegt in der Größenordnung der 400-Wp-Zeile oben: drei Monate volle Deckung. Wichtiger noch: Die meisten Steckersolargeräte schalten bei Netzausfall ab (NA-Schutz) und liefern dann gar nichts. Notstromfähigkeit ist eine eigene Geräteeigenschaft, keine Frage der Wattzahl.

Was sollte ich im Blackout zuerst abschalten?

Der Rechner gibt die Reihenfolge aus: entbehrlichste Stufe zuerst, innerhalb der Stufe das Gerät mit der größten mittleren Last. Das ist wirksamer als jede Sparmaßnahme am einzelnen Gerät, weil die Laufzeit umgekehrt proportional zur Gesamtlast steigt. Wer von der Komfortstufe auf die Notstufe zurückgeht, verlängert die Laufzeit im Beispiel um ein Vielfaches — ohne einen Cent auszugeben.

Wie lange sollte die Notversorgung auslegt sein?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt Vorräte für 72 Stunden; der Rechner hat diese Zielzeit als Vorgabe. Für Strom ist das aber nur die halbe Antwort: Ein Ausfall über 72 Stunden ist in Mitteleuropa sehr selten, ein Ausfall über wenige Stunden dagegen realistisch. Wer 72 Stunden ohne Nachladung überbrücken will, braucht eine Batterie in einer Größenordnung, die für den wahrscheinlichen Fall deutlich überdimensioniert ist — mit PV verschiebt sich die Rechnung grundlegend.