Solarmodul-Leistung berechnen
Berechnet die nötige Generatorleistung aus Tagesbedarf und den Sonnenstunden deines Standorts — in der Ebene deiner Module und für den schwächsten Monat des gewählten Betriebszeitraums, nicht aus einer Faustzahl. Der Unterschied ist drastisch: 2.400 Wh/d brauchen in Berlin bei 35 Grad Süd 8 Module, flach montiert 17, im reinen Sommerbetrieb 4. Dazu die aufgeschlüsselte Wirkungsgradkette und eine Auslegungstemperatur aus den Sonnenstunden des Monats statt pauschaler 20 Grad.
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
Datenstand: 2026-07-30
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Modultemperatur | T_a + G / (u0 + u1 * W) | 30,609 °C | gemessen |
| Temperaturfaktor | eta_rel(G_norm, T_m - 25) | 0,98382 | gemessen |
| Systemwirkungsgrad | Π eta_i | 0,7366 | Annahme |
| Generatorleistung | E_day / (PSH * eta_sys) | 3.151,9 Wp | exakt |
- Formel
P_array = E_täglich / (PSH · η_sys)- Gültigkeitsbereich
- Auslegung auf den schwächsten Monat des gewählten Zeitraums. Sonnenstunden in Modulebene und Auslegungstemperatur entstehen aus dem Stundenjahr des Standorts (PVGIS-SARAH3 TMY, kalibriert) — dieselbe Kette wie in den Rechnern 23 bis 28; die Temperatur ist das Mittel der SONNENSTUNDEN des Auslegungsmonats, nicht des ganzen Monats. Wirkungsgradkette einzeln ausgewiesen, Modultemperatur nach Faiman, relativer Wirkungsgrad nach Huld. Referenzfall: 2.400 Wh/d in Berlin, 35 Grad Süd → Dezember, 1,03 h/d, 6,4 °C, 3.152 Wp (8 Module zu 400 Wp).
- Nicht abgedeckt
- Verschattung durch Nahobjekte (der Geländehorizont ist enthalten, ein Baum vor dem Fenster nicht), Nachführung, bifaziale Rückseitenerträge, Schnee auf den Modulen, Teilverschattungs-Mismatch über den pauschalen Mismatch-Faktor hinaus.
- Datenquellen
- JRC Photovoltaic Geographical Information System (PVGIS), Europäische Kommission — Endpunkte tmy, MRcalc, printhorizon · PVGIS API v5_3, Strahlungsdatenbanken PVGIS-SARAH3 · abgerufen 2026-07-30
Häufige Fragen
Wie viele Solarmodule brauche ich für meinen Tagesverbrauch?
Erforderliche Leistung = Tagesenergie ÷ (Design-PSH × Systemwirkungsgrad). Bei 2400 Wh/Tag, 1,07 PSH (Berlin, 35°, Dezember) und rund 75 % Systemwirkungsgrad sind das etwa 3000 Wp — knapp acht 400-Wp-Module. Entscheidend ist der Auslegungsmonat: Mit dem Jahresmittel von 3,7 PSH kämen nur 870 Wp heraus, und die Anlage wäre von November bis Februar leer.
Warum rechnet der Rechner die Modultemperatur aus, statt pauschal 0,75 anzusetzen?
Weil der Temperaturfaktor real zwischen Sommer und Winter wandert. Der Rechner bestimmt die Modultemperatur nach dem Faiman-Modell aus Umgebungstemperatur, Einstrahlung, Wind und Montageart und daraus den Wirkungsgradfaktor nach Huld — Aufdachmontage kostet gegenüber freistehender Aufstellung rund 13 K und 6,5 % Leistung. Jeder Faktor der Kette steht einzeln im Ergebnis, multiplikativ verkettet, wie PVGIS es vorschreibt.
Wird der Batterie-Wirkungsgrad hier mitgerechnet?
Ja — aber nur auf der Ladeseite, und das ist der Unterschied zu vielen Konkurrenzrechnern: Der Round-Trip-Wirkungsgrad gehört in die Erzeugungskette (die Energie muss durch die Batterie hinein), nicht zusätzlich auf die Entladeseite. Wer ihn doppelt ansetzt, rechnet 8–15 % zu pessimistisch. Der Batterielaufzeit-Rechner lässt ihn deshalb spiegelbildlich weg.
Warum auf den schlechtesten Monat auslegen — und was kostet das?
Wer auf das Jahresmittel auslegt, steht im Dezember im Dunkeln: Am Beispielstandort liefert der Dezember 1,07 PSH, der Jahresschnitt das Dreifache. Die Monatsgrafik zeigt beide Optionen ehrlich: Dezember-Auslegung heißt ganzjährig autark, aber große Sommerüberschüsse; April-Auslegung heißt ein Drittel der Modulleistung, aber viele Wintertage mit Defizit. Ab etwa Faktor 3 zwischen Winter- und Mittel-Auslegung meldet der Rechner, dass ein kleiner Generator für die Winterlücke meist wirtschaftlicher ist.
Was ist am Pauschalfaktor 0,75 falsch?
Er ist in beide Richtungen falsch. Die Wirkungsgradkette hat sieben benannte Glieder — Verschmutzung, Mismatch, Kabel, Laderegler, Batterie-Round-Trip, Temperatur, Alterung — und das Temperaturglied rechnet dieser Rechner mit Faiman/Huld für Monat und Montageart: Im deutschen Dezember sind kalte Module effizienter als bei Normbedingungen (Faktor ≈ 1 oder darüber), auf dem spanischen Sommerdach sind es ≈ 0,86. Ein fester Faktor trifft keinen der beiden Fälle, und du kannst jedes Glied einzeln ändern.
Wie viel kostet mich ein PWM-Regler gegenüber MPPT wirklich?
Der Rechner beziffert es als Modul-Mehrbedarf: Im Referenzfall (2.400 Wh/Tag, 3,1 PSH) braucht MPPT rund 1.191 Wp, PWM wegen des schlechteren Reglerwirkungsgrads (0,80 statt 0,97) rund 1.445 Wp — 21 % mehr Modulleistung. Bei heutigen Modulpreisen frisst das den Preisvorteil des PWM-Reglers meist auf; die Kachel „PWM-Mehrbedarf“ zeigt deinen konkreten Wert.
Woher kommen die Auslegungs-Sonnenstunden?
Aus deinem Standort und der Ebene deiner Module. Vorher stand hier ein fester Wert von 1,07 Stunden pro Tag — Berlin, 35 Grad Neigung, Dezember. Wer in Freiburg rechnete, flach montierte oder nach Osten ausrichtete, bekam trotzdem 1,07. Jetzt läuft dieselbe kalibrierte Stundenrechnung wie im Sonnenstunden-Rechner: 35 Grad nach Süden in Berlin ergeben 1,03 Stunden im Dezember, im besten Monat 5,72.
Wie stark ändert die Montageart das Ergebnis?
Drastisch. Dieselben 2.400 Wh am Tag brauchen in Berlin bei 35 Grad Südneigung 3.152 Wp — also 8 Module zu 400 Wp. Flach auf dem Dach eines Kastenwagens sind es 6.683 Wp und damit 17 Module. Der Grund ist die Dezembersonne: Bei 52 Grad Nord steht sie so flach, dass eine waagerechte Fläche nur einen Bruchteil abbekommt. Genau das ist die Rechnung, die ein fester Vorgabewert nicht leisten kann.
Was bringt es, nur für den Sommer auszulegen?
Die Hälfte der Module. Wer sein Fahrzeug von April bis Oktober nutzt, legt auf den schwächsten Monat dieser Saison aus statt auf den Dezember: 2,75 statt 1,03 Sonnenstunden, 1.215 statt 3.152 Wp, 4 statt 8 Module. Überraschend ist dabei, dass der schwächste Monat der Sommersaison der Oktober ist und nicht der April — auch das eine Ableitung aus den Daten, keine Konvention.
Warum rechnet der Rechner mit der Temperatur der Sonnenstunden?
Weil ein Modul nur warm wird, wenn es Strom liefert. Das Monatsmittel enthält die Nächte und liegt deshalb zu niedrig; die pauschalen 20 Grad, die vorher im Formular standen, liegen im Dezember dagegen viel zu hoch. Für Berlin sind es 6,4 Grad während der Dezember-Sonnenstunden. Das ergibt 30,6 Grad Modultemperatur statt 44,2 — und damit rund drei Prozentpunkte mehr Systemwirkungsgrad.
Warum lag die alte Vorgabe trotzdem nah am richtigen Wert?
Weil sich zwei Fehler teilweise aufhoben, und zwar nur für genau den Fall, für den sie eingestellt war. Die angesetzten 1,07 Sonnenstunden waren etwas zu hoch (kleinerer Generator), die angesetzten 20 Grad viel zu warm (größerer Generator). Für Berlin bei 35 Grad kam so 3.177 Wp heraus statt der richtigen 3.152 Wp. Sobald sich Ort oder Ausrichtung ändern, verschwindet diese Zufallsnähe.