Amortisation der Photovoltaikanlage berechnen
Rechnet die Amortisation aus deinem Standort statt aus zwei geratenen Zahlen: Jahresertrag und Eigenverbrauchsquote entstehen aus derselben Stundenkette wie im Jahresertrags- und Eigenverbrauchs-Rechner. Für 10 kWp bei Berlin mit 4.000 kWh Haushaltsverbrauch sind das 9,7 Jahre einfach und 11,6 diskontiert — mit den üblichen Faustzahlen (9.500 kWh, 30 %) käme man auf 7,9 Jahre und läge damit zwei bis drei Jahre zu optimistisch.
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
Datenstand: 2026-08-06
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Cashflow im ersten Jahr | E_self*p + E_feed*v - OM | 1.023,5 Waehrung/a | exakt |
| Einfache Amortisation | min T: Σ CF_t >= I_0 | 9,723 a | exakt |
| Diskontierte Amortisation | min T: Σ CF_t/(1+r)^t >= I_0 | 11,628 a | exakt |
- Formel
CF_t = E_eigen,t · p_t + E_einsp,t · v − OM_t − Ersatz_t · einfach: min T mit Σ CF_t ≥ I₀ · diskontiert: min T mit Σ CF_t/(1+r)^t ≥ I₀- Gültigkeitsbereich
- Netzgekoppelte Aufdachanlage, jährliche Betrachtung, konstante Eigenverbrauchsquote (stundengenau liefert sie Rechner 43 per Übernahme). Einspeisevergütung nach den amtlichen EEG-Sätzen der Periode 08/2026–01/2027 (Teileinspeisung ≤10 kWp: 7,70 ct/kWh, BNetzA). Referenzfall: 10 kWp, 10.150 €, 30 % Eigenverbrauch → beim Bestandskundenpreis 7,5 Jahre einfach, 8,6 diskontiert — und 5,9 bis 8,9 Jahre je nach Strompreissegment (mit 2 % Preissteigerung und 0,5 % Degradation gerechnet).
- Nicht abgedeckt
- Steuerliche Effekte, Finanzierungskosten, Förderkredite, Direktvermarktung, dynamische Tarife, Volleinspeisungsvergütung, der Solarpaket-I-Aufschlag (+1,5 ct — beihilferechtlich noch nicht wirksam). Speicher-Wirtschaftlichkeit ist Rechner 44.
- Datenquellen
- Bundesnetzagentur SMARD Strompreisanalyse, StromAuskunft-Preisindex (Stand 06.08.2026) und EEG-Vergütungssätze nach § 48 EEG 2023 · Q3/2026 (EEG-Sätze H2/2026) · abgerufen 2026-08-06
Häufige Fragen
Wie schnell amortisiert sich eine Photovoltaikanlage 2026?
Der Referenzfall (10 kWp, 10.150 € Investition, 30 % Eigenverbrauch, EEG-Vergütung 7,70 ct/kWh Stand 08/2026) amortisiert sich beim Bestandskunden-Strompreis von 31,1 ct in rund 7,5 Jahren — diskontiert mit 3 % Kapitalkosten ehrlicher gerechnet in 8,6 Jahren. Die Spanne über die Strompreissegmente reicht von 5,9 bis 8,9 Jahren. Der Rechner zeigt immer beide Rechnungen und das ganze Band.
Warum gibt der Rechner ein Band statt einer Zahl aus?
Weil die Amortisation derselben Anlage um rund die Hälfte schwankt, je nachdem, was du heute für Strom zahlst: In Deutschland liegen Neukundentarife (rund 24 ct), Bestandskundenmittel (31 ct) und Grundversorgung (43 ct) fast Faktor 1,8 auseinander. Dieser eine Vertragswert bewegt mehr als jede technische Optimierung — ein Rechner, der eine einzelne günstige Zahl nennt, verkauft dir etwas.
Was ist der Unterschied zwischen einfacher und diskontierter Amortisation?
Die einfache Amortisation zählt Cashflows, bis die Investition erreicht ist. Die diskontierte rechnet jede künftige Einnahme mit den Kapitalkosten (Vorgabe 3 %) auf heute zurück — denn 1.000 € in zehn Jahren sind weniger wert als 1.000 € heute. Im Referenzfall verschiebt das die Amortisation um gut ein Jahr nach hinten. Die diskontierte Zahl ist die ehrliche; überall sonst steht meist die einfache.
Warum taucht der Wechselrichtertausch in der Rechnung auf?
Weil er kommt: Wechselrichter halten typisch 10–15 Jahre, der Tausch kostet im Referenzfall 1.500 € im Jahr 13 — als sichtbarer Rückschlag in der kumulativen Kurve. Die meisten Rechner unterschlagen den Posten; er verschiebt die Amortisation um typisch ein bis anderthalb Jahre. Ohne angesetzten Ersatzzeitpunkt warnt der Rechner.
Welche Eingabe hat den größten Einfluss auf das Ergebnis?
Das Tornado-Diagramm sortiert es für deine Konfiguration; im Referenzfall: Strompreis (±3,0 Jahre über die Segmentbandbreite), dann Eigenverbrauchsquote (±2,8), Investitionskosten (±2,4) — erst dahinter der Jahresertrag (±1,3). Die Reihenfolge ist die Botschaft: Über Geldgrößen wird kaum geredet, über Modultechnik ständig, dabei steht der Ertrag erst auf Platz vier.
Woher kommen Vergütung und Strompreise, und wie aktuell sind sie?
Die Einspeisevergütung folgt den amtlichen EEG-Sätzen der Bundesnetzagentur (Teileinspeisung ≤10 kWp: 7,70 ct/kWh für Inbetriebnahmen 01.08.2026–31.01.2027; die halbjährliche 1-%-Degression ist eingepflegt, der noch nicht genehmigte Solarpaket-I-Aufschlag bewusst nicht). Die drei Strompreissegmente stammen aus der BNetzA/SMARD-Preisanalyse. Jede Datenänderung bricht bei uns einen eingefrorenen Referenztest und erzwingt einen Changelog-Eintrag.
Wann amortisiert sich eine Photovoltaikanlage wirklich?
Für 10 kWp zu 10.150 Euro in der Region Berlin, bei einem Haushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch und 31,1 ct Strompreis: 9,7 Jahre einfach, 11,6 Jahre diskontiert. Bei einem Berufstätigen-Haushalt mit 3.000 kWh sind es 11,1 beziehungsweise 15,4 Jahre, weil weniger Strom selbst verbraucht wird. Die verbreiteten Faustzahlen (9.500 kWh Ertrag, 30 % Eigenverbrauch) ergeben 7,9 Jahre — sie sind um zwei bis drei Jahre zu optimistisch.
Warum rechnet dieser Rechner andere Zahlen als andere Amortisationsrechner?
Weil er Ertrag und Eigenverbrauchsquote nicht als Eingabe entgegennimmt, sondern rechnet. Die meisten Rechner setzen 1.000 kWh je kWp und 30 % Eigenverbrauch als Vorgabe — beides sind runde Zahlen, die für einen konkreten Standort und einen konkreten Haushalt fast nie stimmen. Dieser Rechner nimmt die Stundendaten deines Standorts und ein Haushaltslastprofil und leitet beide Werte ab. Wer eigene Messwerte hat, kann sie unter „Erweiterte Annahmen“ eintragen.
Was beeinflusst die Amortisationszeit am stärksten?
Dein Strompreis, und zwar mit Abstand. Zwischen einem günstigen Neukundentarif (23,9 ct) und der Grundversorgung (42,8 ct) liegen über 50 Prozent Unterschied in der Amortisationszeit — bei identischer Anlage. Danach folgen Eigenverbrauchsquote und Investitionssumme. Der Tornado im Rechner sortiert alle Einflussgrößen nach ihrem Hebel; die Anlagentechnik selbst steht dabei weiter unten, als die meisten erwarten.
Soll ich mit oder ohne Diskontierung rechnen?
Mit beidem — der Rechner gibt beide Zahlen aus, und die Differenz ist die Aussage. Die einfache Amortisation zählt nur, wann das Geld zurück ist. Die diskontierte berücksichtigt, dass dasselbe Geld anderswo Zinsen gebracht hätte. Im Beispiel sind das 9,7 gegenüber 11,6 Jahren bei 3 % Diskontsatz. Wer die Anlage über einen Kredit finanziert, sollte den Kreditzins als Diskontsatz einsetzen; wer Eigenkapital einsetzt, die realistische Alternativrendite.
Lohnt sich eine größere Anlage für die Amortisation?
Nicht zwangsläufig, und der Rechner zeigt warum: Eine größere Anlage liefert mehr Ertrag, aber der zusätzliche Strom fällt mittags an, wenn der Haushalt ihn nicht braucht. Die Eigenverbrauchsquote sinkt, und der Überschuss bringt nur die Einspeisevergütung von 7,7 ct statt der eingesparten 31,1 ct. Weil die Anlagenkosten je kWp mit der Größe sinken, gibt es dennoch einen sinnvollen Bereich — die Rechnung entscheidet, nicht die Faustregel.
Wie hoch ist die Eigenverbrauchsquote wirklich?
Deutlich niedriger als die überall zitierten 30 Prozent. Für 10 kWp und einen Familienhaushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch in der Region Berlin rechnet der Rechner 16 Prozent — bei einem Berufstätigen-Haushalt mit 3.000 kWh sogar nur 11 Prozent. Der Grund ist die Gegenläufigkeit: Die Anlage liefert mittags, der Haushalt verbraucht morgens und abends. Genau diese Differenz erklärt, warum die Amortisation länger dauert als in Faustrechnungen, obwohl der Ertrag höher ausfällt als angenommen. Ein Speicher hebt die Quote deutlich — das rechnet der Eigenverbrauchs-Rechner.