Generator oder Solar? — Kostenvergleich
Vergleicht die Stromgestehungskosten beider Erzeugungsarten. Beim Generator dominieren die laufenden Kosten, bei Solar die einmaligen — der Vergleich hängt deshalb fast vollständig am Kraftstoffpreis und am Diskontsatz. Überlappen sich die Unsicherheitsbänder, gibt der Rechner keine Empfehlung, sondern sagt das.
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
Datenstand: 2026-08-06
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Stromgestehungskosten Solar | (I + Σ opex_t/(1+r)^t) / Σ (E_t/(1+r)^t) | 0,11451 /kWh | exakt |
| Stromgestehungskosten Generator | (I + Σ (maint_t + fuel_t)/(1+r)^t) / Σ (E_t/(1+r)^t) | 1,0091 /kWh | Annahme |
| Optimaler Solaranteil | argmin NPV(f_solar) | 1 | Annahme |
- Formel
LCOE = (I + Σ (Betrieb + Kraftstoff)/(1+r)^t) / Σ (E/(1+r)^t)- Gültigkeitsbereich
- Konstante Preise, gleichmäßiger Jahresverbrauch, korrekt diskontierter LCOE-Nenner für beide Seiten. Kraftstoffpreis-Vorbelegung aus dem ADAC-Bundesmittel vom 29.07.2026 (E10 2,14 €/l, Diesel 2,19 €/l), Verbrauch aus Herstellerdatenblättern (0,3–0,6 l/kWh je nach Motor und Auslastung). Beides als sichtbare Annahme mit ±40-%-Band, nicht als Behauptung.
- Nicht abgedeckt
- Preisentwicklung von Kraftstoff und Strom, Degradation, Lärm- und Emissionsauflagen, Speicherkosten der letzten Autarkie-Prozente (der Vergrößerungs-Exponent ist ein benannter Platzhalter), der Wert der Versorgungssicherheit — ein Generator liefert auch im Dezember.
- Datenquellen
- Bundesnetzagentur SMARD Strompreisanalyse, StromAuskunft-Preisindex (Stand 06.08.2026) und EEG-Vergütungssätze nach § 48 EEG 2023 · Q3/2026 (EEG-Sätze H2/2026) · abgerufen 2026-08-06
Häufige Fragen
Ist ein Generator oder eine Solaranlage für meine Off-Grid-Versorgung günstiger?
Der Rechner vergleicht die Stromgestehungskosten beider Erzeugungsarten. Beim Generator dominieren die laufenden Kosten aus Kraftstoff und Wartung, bei Solar die einmalige Investition — der Vergleich hängt deshalb fast vollständig am Kraftstoffpreis und am Diskontsatz. Auf den Kraftstoffpreis wird darum ein einstellbares Unsicherheitsband gelegt.
Warum gibt der Rechner manchmal keine Empfehlung ab?
Wenn sich das Unsicherheitsband des Generators mit den Solarkosten überlappt, wäre jede Empfehlung eine Behauptung — der Rechner meldet den Vergleich dann ausdrücklich als nicht entscheidbar, statt eine Scheinsicherheit auszugeben.
Warum liefert die Hybrid-Optimierung kein Optimum bei 85 bis 95 Prozent Solaranteil?
Das Modell liefert meist eine Ecklösung — voll Solar oder voll Generator — und der Grund ist benennbar: Was die letzten Prozent Autarkie teuer macht, ist der Speicher für mehrtägige Winterlücken, und den bildet dieses Modell nicht ab. Der Exponent für die überproportionale Anlagenvergrößerung ist ein Platzhalter dafür und wurde bewusst nicht so lange verstellt, bis das erwartete Ergebnis herauskam. Die Hybridfrage braucht eine Speicher- und Stundenrechnung, die dieses Modul nicht leistet.
Warum ist Generatorstrom so teuer, obwohl das Gerät nur 2.000 € kostet?
Weil beim Generator die laufenden Kosten dominieren: Bei 0,4 l/kWh und 2,15 €/l kostet allein der Kraftstoff 86 ct je Kilowattstunde — vor Anschaffung und Wartung. Im Referenzfall (3.000 kWh/a, 20 Jahre, 4 % Diskont) landet der Generator bei rund 1,01 €/kWh, die Solaranlage bei 10,9 ct/kWh. Der günstige Anschaffungspreis ist eine optische Täuschung: Er ist der kleinste Posten der Rechnung.
Wofür ist ein Generator dann überhaupt noch sinnvoll?
Für das, was dieser Rechner ausdrücklich nicht bepreist: Versorgungssicherheit. Ein Generator liefert auch in der Dezemberwoche ohne Sonne, als Reserve bei leerer Batterie und unabhängig von Wetter und Jahreszeit. Genau deshalb meldet die Hybridkurve ihre Ecklösung als Modellgrenze — ob sich ein kleiner Generator für die Winterlücke lohnt, entscheidet eine Stunden- und Speicherrechnung, nicht dieser LCOE-Vergleich.
Mit welchem Kraftstoffpreis rechnet der Rechner — und warum das breite Band?
Vorbelegt ist 2,15 €/l, zwischen den ADAC-Bundesmitteln vom 29.07.2026 (Super E10 2,14 €, Diesel 2,19 €). Das ±40-%-Band deckt ab, was die letzten Jahre tatsächlich zeigten: Preise zwischen etwa 1,50 € und über 2,30 € je Liter. Da Kraftstoff der größte Kostenblock des Generators ist, verschiebt jede Preisannahme das Ergebnis fast eins zu eins — deshalb steht das Band im Diagramm, nicht nur eine Linie.
Was kostet Strom aus dem Generator gegenüber Solar?
Im Referenzfall (3.000 kWh im Jahr, 20 Jahre) rechnet der Rechner 11,5 ct/kWh für Solar und 100,9 ct/kWh für den Generator — Faktor neun. Vom Generatorwert entfallen allein 86 ct auf Kraftstoff, der Rest auf Anschaffung und Wartung. Das Band reicht je nach Spritpreis von 66,5 bis 135,3 ct.
Warum hängen die Solarkosten vom Standort ab?
Weil die Anlage nach Leistung bezahlt wird, aber nach Energie liefert. 1.300 € je kWp geteilt durch den spezifischen Ertrag ergibt die Kosten je Jahres-Kilowattstunde: In der Region Berlin sind das bei 1.026 kWh/kWp rund 1,27 €, in Südeuropa mit gut 1.500 kWh/kWp nur etwa 0,87 €. Derselbe Generator kostet dagegen überall dasselbe — deshalb verschiebt der Standort den Vergleich einseitig zugunsten der Solaranlage.
Ab wann lohnt sich der Generator doch?
Bei sehr kleinen Energiemengen und bei seltenem Betrieb. Die Generatorkosten je Kilowattstunde fallen mit steigender Jahresenergie, weil sich die Anschaffung verteilt; die Solarkosten bleiben nahezu konstant. Deshalb schneidet der Generator oberhalb des Schnittpunkts besser ab, nicht unterhalb — eine Richtung, die leicht verwechselt wird. Im Referenzfall liegt der Schnittpunkt außerhalb des geprüften Rasters, Solar gewinnt also durchgehend.
Ist eine Hybridlösung sinnvoll?
Häufig ja, und der Rechner beziffert sie: Er sucht den Solaranteil mit den niedrigsten Gesamtkosten. Solar deckt die Grundlast billig, der Generator die wenigen Wintertage, an denen eine rein solare Auslegung eine Verdopplung der Modulfläche verlangen würde. Der Rechner nennt bewusst auch Ecklösungen — wenn 100 Prozent Solar optimal ist, sagt er das, statt einen Kompromiss zu konstruieren.
Mit welchem Kraftstoffpreis rechnet der Rechner?
Mit 2,15 €/l als Vorgabe — dem ADAC-Bundesmittel vom 29. Juli 2026 (E10 2,139, Diesel 2,190 €/l). Der Verbrauch steht auf 0,4 l/kWh, was der Datenblattformel entspricht (Diesel 0,3 bis 0,36, Benzin 0,36 bis 0,6). Beide Werte sind als Annahme mit Bandbreite markiert, weil der Spritpreis die Generatorrechnung dominiert: Er allein macht 86 der 101 ct aus.