Eigenverbrauch und Autarkie berechnen

Simuliert alle 8760 Stunden des Jahres: Erzeugung aus der validierten PVGIS-Leistungskette gegen ein offengelegtes Haushaltsprofil mit fünf Haushaltstypen — denn ein Homeoffice-Haushalt nutzt bei gleicher Anlage bis zu 11 Prozentpunkte mehr Solarstrom selbst als ein Pendlerhaushalt. Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad sind zwei verschiedene, gegenläufige Größen; der Rechner zeigt beide, mit Speicher, Winterwert und optionalem 60-%-Einspeisedeckel. Damit ist er die transparente Alternative zum HTW-Unabhängigkeitsrechner — mit Standort, Ausrichtung und Haushaltstyp für deine Photovoltaikanlage.

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Ort („Freiburg“) oder Koordinaten („47.99, 7.84“) · DE / AT / CH

Haushaltstyp

Wer tagsüber zu Hause ist, nutzt mehr Solarstrom direkt — die wichtigste Stellgröße dieses Rechners

Ausrichtung

0 = Süd · −90 = Ost · +90 = West

Ergebnis · Live

Autarkiegrad
73,7%Anteil des Verbrauchs vom eigenen Dach
Eigenverbrauchsquote
38,9%Anteil der Erzeugung, der im Haus bleibt
Autarkie im Winter
46,9%Dez–Feb — die ehrliche Zahl
Netzbezug
1.051kWh/awas der Versorger noch liefert
Einspeisung
4.859kWh/awas ins Netz geht
Mittlerer Tagesgang: Erzeugung, Last und Deckung
06121823Uhrzeit (MEZ)W

Flächen: Direktverbrauch, Speicherbeitrag, Netzbezug — Linien: PV-Erzeugung (durchgezogen) und Last (gestrichelt). · 1 kWh/Tag von 19 Uhr in den Mittag verschoben: +1,3 Punkte Eigenverbrauch

Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad über der Anlagengröße
AutarkiegradEigenverbrauchsquote25 %50 %75 %100 %14812kWp

Die Eigenverbrauchsquote fällt, der Autarkiegrad steigt mit der Anlagengröße. Der Schnittpunkt ist kein Optimum.

Rechenschritte
  • Stunden-Dispatch: Erzeugung gegen Last: 8760h: min(P_pv, P_last), Profil "family", Speicher 5 kWh = 2.949,3 kWh
  • Synthetisches Haushaltsprofil (offengelegt): P_last(h) = Grundlast + Σ Buckel(Typ, h, Wochentag, Saison), Σ = 4000 kWh = 4.000 kWh

Die Formeln hinter dem Rechner

Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.

Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.

Datenstand: 2026-08-06

Jeder Zwischenwert mit Formel, Zahl und Herkunft
SchrittFormelWertHerkunft
Stunden-Dispatch: Erzeugung gegen Last8760h: min(P_pv, P_last), Profil "family", Speicher 5 kWh2.949,3 kWhgemessen
Synthetisches Haushaltsprofil (offengelegt)P_last(h) = Grundlast + Σ Buckel(Typ, h, Wochentag, Saison), Σ = 4000 kWh4.000 kWhAnnahme
Formel
je Stunde: direkt = min(P_pv, P_last) · Laden = min(Überschuss, P_max, ΔSoC/η) · Entladen = min(Defizit, P_max, SoC·η) · EVQ = (direkt + Ladung)/E_pv · Autarkie = (direkt + Entladung)/E_last
Gültigkeitsbereich
DACH-Raster (1155 Punkte, PVGIS-SARAH3), Erzeugung wie Rechner 27 kreuzvalidiert. Eigenverbrauch gegen die Minuten-Referenzmatrix des HTW-Unabhängigkeitsrechners geprüft (ausgelesen 02.08.2026): ohne Speicher 0,2–0,7 Prozentpunkte Abweichung, mit Speicher unter 2 (Schranke 4). Stundenwerte glätten Lastspitzen — der Eigenverbrauch ist damit eher leicht über-, die Abregelung des 60-%-Deckels klar unterschätzt (Untergrenze; HTW misst mit Minutendaten bis 9 % bei Süd).
Nicht abgedeckt
E-Auto und Wärmepumpe als Lasten (eigene Rechner 59/60), elektrische Heizung und Warmwasser im Profil, Minutenspitzen, Notstromreserve, Wirtschaftlichkeit des Speichers (Rechner 44) und der Geldwert der Kilowattstunde (Rechner 41).
Datenquellen

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad?

Die Eigenverbrauchsquote sagt, wie viel deiner ERZEUGUNG im Haus bleibt — sie sinkt mit größerer Anlage. Der Autarkiegrad sagt, wie viel deines VERBRAUCHS vom eigenen Dach kommt — er steigt mit größerer Anlage. Beide bewegen sich gegenläufig; ein Rechner, der nur eine der beiden ausgibt, ist irreführend. Der Schnittpunkt der beiden Kurven hat übrigens keinerlei wirtschaftliche Bedeutung.

Wie berechnet man den Eigenverbrauch einer Photovoltaikanlage?

Eigenverbrauchsquote = selbst genutzter Solarstrom geteilt durch Erzeugung; Autarkiegrad = selbst gedeckter Verbrauch geteilt durch Gesamtverbrauch. Beides braucht Stundenwerte, denn nur die zeitliche Überlappung von Erzeugung und Last zählt — mit Jahressummen käme bei 8000 kWh Erzeugung auf 4000 kWh Verbrauch fälschlich 100 % Autarkie heraus. Rechenbeispiel aus dieser Simulation (Berlin, 8 kWp, 4000 kWh, Familie, 5-kWh-Speicher): Die Anlage erzeugt 8032 kWh; 1588 kWh werden direkt verbraucht, 1535 kWh laden den Speicher — Eigenverbrauchsquote 39 %. Direktverbrauch plus 1382 kWh Speicherentladung decken 2969 der 4000 kWh — Autarkiegrad 74 %, Netzbezug 1031 kWh.

Warum fragt dieser Rechner nach dem Haushaltstyp?

Weil er die wichtigste Stellgröße ist, die kein Standardlastprofil kennt: Bei identischer Anlage und identischem Jahresverbrauch erreicht ein Rentnerhaushalt in der Simulation rund 11 Prozentpunkte mehr Eigenverbrauchsquote als ein Pendlerhaushalt (41 statt 30 Prozent, Berlin, 5 kWp auf 5000 kWh) — einfach weil tagsüber jemand zu Hause ist, wenn die Sonne scheint. Homeoffice liegt dazwischen. Kein Konkurrenzrechner bildet das ab.

Welche Eigenverbrauchsquote ist ohne und mit Speicher realistisch?

Das hängt fast nur vom Verhältnis Anlagengröße zu Verbrauch ab. Für einen Familienhaushalt mit 4000 kWh in Berlin rechnet die Simulation: 4 kWp erreichen ohne Speicher 35 % Eigenverbrauchsquote bei 35 % Autarkie, 8 kWp nur noch 20 % Eigenverbrauch, dafür 40 % Autarkie. Ein 5-kWh-Speicher hebt beides deutlich — 4 kWp auf 68 % Eigenverbrauch und 65 % Autarkie, 8 kWp auf 39 % und 74 %. Die verbreitete Faustregel „30 % ohne Speicher“ passt also nur für passend dimensionierte Anlagen; dieser Rechner simuliert deine Kombination stundengenau, statt Faustregeln zu mitteln.

Woher kommt das Lastprofil, und wie gut ist es?

Es ist ein vollständig offengelegtes synthetisches Profil: Grundlast plus typabhängige Morgen-, Mittags- und Abendspitzen, mit Werktag/Wochenende und Jahreszeit, normiert auf deinen Jahresverbrauch. Validiert wurde es gegen die Referenzmatrix des HTW-Unabhängigkeitsrechners, die auf Minuten-Simulationen realer Haushalte beruht: Ohne Speicher trifft unser Stundenmodell die HTW-Werte auf unter einen Prozentpunkt, mit Speicher auf unter zwei.

Wie viel bringt ein Speicher wirklich?

Im Berliner Referenzfall (5 kWp, 5000 kWh, Pendlerhaushalt) hebt ein 4,5-kWh-Speicher die Autarkie von rund 31 auf 55 Prozent — fast eine Verdopplung. Der Rechner zeigt beide Werte nebeneinander und die äquivalenten Vollzyklen (hier rund 260 im Jahr, die realistische Zahl, mit der auch die Speicher-Wirtschaftlichkeit in Rechner 44 steht und fällt). Ist der Speicher zu groß für den Überschuss, meldet er das.

Kann ich mit Photovoltaik und Speicher 100 % autark werden?

Praktisch nein — der Winter setzt die Grenze. Im Beispielfall (Berlin, 8 kWp, 5-kWh-Speicher, 4000 kWh) liegt die Jahresautarkie bei 74 %, die Winterautarkie aber nur bei 46 %; genau dafür weist der Rechner den Winterwert separat aus. Selbst eine stark überdimensionierte Kombination aus 15 kWp und 15 kWh Speicher kommt in der Simulation erst auf 92 % — und der Speicher fällt dabei auf rund 130 Vollzyklen im Jahr, was der Rechner als überdimensioniert meldet. Die letzten Prozentpunkte Richtung 100 sind nur mit extremer Überdimensionierung erreichbar und wirtschaftlich sinnlos; echte Netzunabhängigkeit ist ein Inselanlagen-Thema (Rechner 45).

Was bringt es, Geräte in den Mittag zu verschieben?

Mehr, als viele denken — und es kostet nichts: Verschiebt man täglich eine Kilowattstunde (etwa einen Waschmaschinenlauf) von 19 Uhr auf 12 Uhr, steigt die Eigenverbrauchsquote im Referenzfall um 3 bis 5 Prozentpunkte. Der Rechner beziffert den Effekt für deine Konfiguration. Diese kostenlose Verhaltensänderung gehört VOR jede Speicher-Kaufentscheidung.

Was macht der 60-%-Einspeisedeckel, und wie genau ist die Zahl?

Anlagen von 2 bis 100 kWp ohne intelligentes Messsystem und Steuerbox dürfen in Deutschland nur 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen (Solarspitzengesetz). Der Rechner deckelt dann die Einspeisung stundenweise und weist die abgeregelte Energie aus — als Untergrenze: Stundenwerte glätten die Erzeugungsspitzen, die real abgeregelt werden. Die HTW misst mit Minutendaten bis zu 9 Prozent Verlust bei Südausrichtung, bei Ost-West nur rund 1 Prozent — die Richtung bestätigt auch unsere Simulation: Süd trifft der Deckel deutlich härter.