E-Auto mit PV-Überschuss laden
Rechnet, wie viel Solarstrom wirklich ins Auto geht — und beantwortet die Frage, an der die Wallbox-Kaufentscheidung hängt: Lohnt die Phasenumschaltung? Die Überschuss-Dauerlinie kommt aus deiner Anlage, deinem Standort und deinem Haushaltsprofil, nicht aus einer Beispielkurve. Für 10 kWp bei Berlin mit 4.000 kWh Haushaltsverbrauch bleiben 8.606 kWh Überschuss in 3.090 Stunden; einphasig sind davon 8.014 kWh ladbar, dreiphasig nur 5.151.
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
Datenstand: 2026-08-06
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Mindestleistung einphasig | U * I_min | 1,38 kW | exakt |
| Mindestleistung dreiphasig | sqrt(3) * U_L * I_min | 4,1569 kW | exakt |
| Vorteil der einphasigen Wallbox | E_1ph - E_3ph | 2.863,4 kWh/a | exakt |
- Formel
P_min,1ph = U · I_min = 1 380 W · P_min,3ph = √3 · U_L · I_min = 4 157 W- Gültigkeitsbereich
- Überschuss-Dauerlinie aus dem TMY-Stundenraster (1.155 DACH-Rasterpunkte, PVGIS-SARAH3 2005–2023) mit synthetischem Haushaltslastprofil, oder eine gemessene Kurve aus dem eigenen Monitoring — die hat Vorrang.
- Nicht abgedeckt
- Ladeverluste im Fahrzeug, Batteriemanagement des Autos, Mindestladedauer je Vorgang und die Standzeiten des Fahrzeugs — wer tagsüber pendelt, kann den Mittagsüberschuss nicht nutzen. Die Überschuss-Dauerlinie ist Eingabe, keine Simulation.
- Datenquellen
- Bundesnetzagentur SMARD Strompreisanalyse, StromAuskunft-Preisindex (Stand 06.08.2026) und EEG-Vergütungssätze nach § 48 EEG 2023 · Q3/2026 (EEG-Sätze H2/2026) · abgerufen 2026-08-06
Häufige Fragen
Warum lädt meine dreiphasige Wallbox den PV-Überschuss mittags nicht?
Wegen der Mindestladeleistung beim kleinsten Ladestrom von 6 A: dreiphasig sind das √3 · 400 V · 6 A = 4 157 W, einphasig nur 230 V · 6 A = 1 380 W. Unter rund 4,1 kW Überschuss kann eine dreiphasige Wallbox das Überschussladen gar nicht starten — bei einer 10-kWp-Anlage kostet das mehrere tausend Kilowattstunden im Jahr, die eine einphasige Box nutzen würde.
Lohnt sich der Aufpreis für eine Wallbox mit Phasenumschaltung?
Die Phasenumschaltung startet an der einphasigen Schwelle und schaltet bei großem Überschuss hoch — ihre nutzbare Energiemenge ist damit dieselbe wie einphasig, der Vorteil liegt in der Ladeleistung, nicht in der Energiemenge. Der Rechner rechnet den Aufpreis gegen den jährlichen Zusatznutzen, wobei je Kilowattstunde nur die Differenz aus Netzpreis und entgangener Einspeisevergütung zählt, und gibt die Amortisationszeit aus.
Woher kommt die Überschusskurve, und was berücksichtigt der Rechner nicht?
Die Überschuss-Dauerlinie ist eine Eingabe aus Ihrem Monitoringportal, keine Simulation — ohne Standort-Wetterdaten wäre eine erzeugte Jahreskurve eine Erfindung mit Nachkommastellen. Nicht abgedeckt sind Ladeverluste im Fahrzeug, das Batteriemanagement des Autos, Mindestladedauern je Vorgang und die Standzeiten: Wer tagsüber pendelt, kann den Mittagsüberschuss nicht nutzen.
Woher kommen die Schwellen 1,38 und 4,16 kW?
Aus der Ladenorm: Der kleinste Ladestrom, den ein Fahrzeug annimmt, ist 6 A. Einphasig sind das 230 V × 6 A = 1.380 W. Dreiphasig zählen alle drei Leiter: √3 × 400 V × 6 A = 4.157 W. Darunter kann die Wallbox nicht regeln, sondern nur pausieren — deshalb ist die Schwelle hart. Beide Werte stehen in keinem Wallbox-Datenblatt, obwohl die Kaufentscheidung auf ihnen beruht.
Wie viel Überschuss verliert die dreiphasige Wallbox konkret?
In der Beispiel-Dauerlinie einer 10-kWp-Anlage lädt die einphasige Wallbox 7.609 kWh im Jahr solar, die dreiphasige nur 4.746 kWh — 60 % mehr für die einphasige. Bewertet mit Netzpreis minus Einspeisevergütung (35 − 7,9 ct) sind das 2.062 gegen 1.286 € Jahresnutzen. Der 500-€-Aufpreis einer Phasenumschaltung amortisiert sich in dieser Kurve in gut einem halben Jahr.
Gibt es eine Grenze für einphasiges Laden?
Ja, die Schieflastgrenze: In Deutschland dürfen nach VDE-AR-N 4100 höchstens 4,6 kVA unsymmetrisch je Außenleiter bezogen werden — einphasig ist damit bei rund 20 A (4,6 kW) Schluss. Für Überschussladen ist das selten die Bremse, denn genau im Bereich darunter spielt die einphasige Wallbox ihren Vorteil aus. Wer regelmäßig schnell laden will, braucht die drei Phasen — die Umschaltung verbindet beides.
Wie viel PV-Überschuss bleibt fürs Auto übrig?
Das hängt daran, was der Haushalt vorher wegnimmt. Für 10 kWp bei Berlin und 4.000 kWh Haushaltsverbrauch (Familienprofil) rechnet der Rechner 8.606 kWh Überschuss, verteilt auf 3.090 Stunden im Jahr. Davon sind aber nicht alle nutzbar: Eine einphasige Wallbox startet ab etwa 1,4 kW und erreicht 8.014 kWh, eine dreiphasige braucht rund 4,2 kW und kommt nur auf 5.151 kWh. Die Differenz von 2.863 kWh ist genau der Überschuss, der zwischen den beiden Startschwellen liegt.
Lohnt sich eine Wallbox mit Phasenumschaltung?
Im Referenzfall ja, und zwar deutlich: Der Mehrpreis von 500 Euro amortisiert sich in 0,6 Jahren. Der Grund ist die Startschwelle. Eine dreiphasige Wallbox braucht am Mindestladestrom von 6 A rund 4,2 kW, bevor sie überhaupt anläuft — an einem normalen Tag im Frühjahr wird das nie erreicht. Einphasig genügen 1,4 kW. Je kleiner die Anlage und je größer der Haushaltsverbrauch, desto klarer fällt die Rechnung für die Umschaltung aus.
Woher kommt die Überschuss-Dauerlinie in diesem Rechner?
Aus derselben Stundenkette wie der Eigenverbrauchs-Rechner: Stundenertrag deiner Anlage aus dem TMY-Raster deines Standorts, davon die Haushaltslast aus dem synthetischen Profil abgezogen, der Rest absteigend sortiert. Vorher war die Kurve eine Liste und damit über das Formular gar nicht änderbar — es stand dauerhaft die Beispielkurve da. Wer eine gemessene Kurve aus dem Monitoringportal hat, sollte sie verwenden: Sie schlägt jede Simulation, und der Rechner gibt ihr Vorrang.
Warum ändert der Haushaltstyp das Ergebnis?
Weil er bestimmt, wann der Haushalt den Strom selbst wegnimmt. Ein Berufstätigen-Haushalt verbraucht mittags wenig und lässt viel Überschuss stehen; ein Homeoffice-Haushalt frisst genau die Mittagsspitze an, aus der das Auto laden würde. Der Rechner nutzt dieselben fünf Profile wie der Eigenverbrauchs-Rechner. Das Profil ist eine Modellannahme, keine Messung — es bildet die Tagesform ab, nicht deinen konkreten Dienstag.
Was rechnet der Überschuss-Rechner nicht mit?
Vor allem eines: ob das Auto überhaupt da ist. Die Rechnung unterstellt, dass zu jeder Überschussstunde geladen werden kann. Wer tagsüber pendelt, hat den Mittagsüberschuss gerade dann nicht zur Verfügung, wenn er am größten ist — dann fällt der reale Nutzen deutlich kleiner aus. Ebenfalls nicht abgebildet: Ladeverluste im Fahrzeug, ein Hausspeicher, der demselben Überschuss zuerst zugreift, und Regelverzögerungen der Wallbox bei schwankender Wolkenlage.