Klimaanlage und Solarbedarf berechnen
Schätzt die Kühllast aus Raumgröße, Dämmstandard, Fensterfläche und Ausrichtung. Der Nutzer weiß, wie groß sein Raum ist — welche Kühlleistung er braucht, weiß er nicht. Und fragt nach der Bauart: Ein Invertergerät verbraucht unter Teillast rund 20 % weniger als ein taktendes.
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
Datenstand: 2026-07-15
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Transmissionslast | U * A * (T_aussen - T_innen) | 384 W | Annahme |
| Solarer Eintrag durch Fenster | A_Fenster * g * Verschattung | 700 W | Annahme |
| Lüftungslast | n * V * c_Luft * (T_aussen - T_innen) | 81,6 W | exakt |
| Kühllast gesamt | Summe aller Waermeeintraege | 1.565,6 W | exakt |
| Wirksame Leistungszahl | EER_nenn * Teillastfaktor | 3,4129 | Annahme |
| Verbrauch je Tag | Q_gesamt / EER_wirksam * Betriebsstunden | 2.363,5 Wh/d | exakt |
- Formel
Q = U·A·ΔT + A_Fenster·g·Verschattung + Q_intern + n·V·c·ΔT- Gültigkeitsbereich
- Einzelner Raum, Auslegungstag, stationäre Betrachtung.
- Nicht abgedeckt
- Speichermasse des Gebäudes und die zeitliche Verschiebung der Last, Entfeuchtungsanteil, Verteilverluste, Kennlinie des konkreten Geräts über Außentemperatur. Die U-Werte je Dämmstandard sind Richtwerte für die Vorauswahl, keine Normtabelle.
- Datenquellen
- Aggregat aus Herstellerdatenblättern, EU-Energielabel-Datenbank EPREL und Messreihen aus der Off-Grid-Praxis · abgerufen 2026-07-15
Häufige Fragen
Welche Kühlleistung braucht mein Raum?
Der Rechner schätzt die Kühllast aus der Gebäudehülle: Transmission über U-Wert und Außenfläche, solarer Eintrag über Fensterfläche, Ausrichtung und Verschattung, interne Lasten aus Personen und Geräten sowie der Luftwechsel. Auf die Summe kommen 15 Prozent Zuschlag — bewusst nicht mehr, denn ein zu großes Gerät taktet häufiger und entfeuchtet schlechter.
Inverter-Klimaanlage oder taktendes Gerät — was verbraucht weniger?
Unter Teillast das Invertergerät: Es fährt die Drehzahl herunter, statt abzuschalten, und arbeitet dadurch näher am Auslegungspunkt — bei einem mittleren Teillastgrad von 0,5 sind das rund 20 Prozent weniger Tagesverbrauch. Wichtig ist der mittlere Teillastgrad über die Betriebszeit, nicht der am Auslegungstag: Das Gerät wird für den heißesten Tag bemessen, an einem durchschnittlichen Tag liegt die Last bei rund der Hälfte.
Wie genau ist die Kühllastschätzung aus dem Dämmstandard?
Die U-Werte je Dämmstandard sind Richtwerte für die Vorauswahl, keine Normtabelle. Gültig ist die Rechnung für einen einzelnen Raum am Auslegungstag in stationärer Betrachtung; die Speichermasse des Gebäudes und die zeitliche Verschiebung der Last, der Entfeuchtungsanteil, Verteilverluste und die Kennlinie des konkreten Geräts über die Außentemperatur sind nicht abgedeckt.
Warum ist Verschattung billiger als mehr Kälteleistung?
Im Beispiel kommen 700 der 1.566 W Kühllast — 45 % — durch das Südfenster. Eine Außenjalousie senkt den Verschattungsfaktor von 0,7 auf rund 0,25 und nimmt damit mehrere hundert Watt Dauerlast aus dem Raum, bevor die erste Kilowattstunde gekühlt wird. Jedes vermiedene Watt Kühllast spart die drei- bis vierfache Solarleistung, weil es über die Leistungszahl und die Solarkette zurückgerechnet werden muss. Der Rechner benennt die größte Lastquelle deshalb ausdrücklich.
Wie groß ist der Unterschied zwischen Inverter und taktendem Gerät wirklich?
Im Beispielraum verbraucht das Invertergerät 3.641 Wh am Tag, das taktende 4.473 Wh — rund 23 % mehr. Der Unterschied entsteht fast vollständig im Teillastbetrieb: Das taktende Gerät verliert bei jedem Anlauf und arbeitet nur im Volllastpunkt effizient, der Inverter regelt die Drehzahl herunter und gewinnt unter Teillast sogar leicht. Da ein Klimagerät für den heißesten Tag bemessen wird, läuft es an fast allen anderen Tagen in Teillast.
Welche Solarleistung braucht eine solarbetriebene Klimaanlage?
Als Faustweg: Tagesverbrauch durch die Peak Sun Hours des Kühlmonats und den Kettenwirkungsgrad teilen. Für die 3.641 Wh des Beispiels bei sommerlichen 4,5 PSH und 70 % Kette sind das rund 1.160 Wp. Der große Vorteil der Klimaanlage als Solarlast: Kühlbedarf und Solarertrag fallen zeitlich zusammen — mittags, wenn die Sonne die Last erzeugt, liefert sie auch den Strom. Der Weiterrechnen-Link übergibt den Tagesverbrauch direkt an den Solarmodul-Rechner.
Wie viele Stunden im Jahr läuft eine Klimaanlage überhaupt?
In Mitteleuropa weit weniger, als die Anschaffung vermuten lässt. Für einen 60-m³-Raum mit 4 m² Südfenster in der Region Berlin rechnet der Rechner 474 Kühlstunden im Jahr — verteilt über die Sommermonate sind das rund 5,2 Stunden am Tag, nicht die oft angesetzten 8. Genau diese Zahl entscheidet über die Stromkosten, und sie ist keine Schätzung mehr, sondern folgt aus den Stundentemperaturen des Standorts.
Wie viel Strom verbraucht eine Klimaanlage im Jahr?
Im Referenzfall rund 145 kWh — für einen einzelnen Raum mit Inverter-Gerät in der Region Berlin. Das ist deutlich weniger, als die Tagesleistung nahelegt, weil die Anlage nur an wenigen hundert Stunden im Jahr überhaupt läuft und dabei im Mittel bei 56 % Teillast arbeitet. Für die Auslegung der Solaranlage zählt trotzdem die Spitzenleistung: Sie fällt mittags an, also genau dann, wenn auch die PV liefert.
Warum ist ein Westfenster schlimmer als ein Südfenster?
Weil die Wärme zur falschen Zeit kommt. Der Rechner legt die Einstrahlung auf die senkrechte Fensterebene, und dort hat Süd seine Spitze mittags, West aber am späten Nachmittag — wenn die Außentemperatur ihr Tagesmaximum erreicht. Beides addiert sich. Im Beispiel steigt die Kühllast von 1.398 W (Süd) auf 1.538 W (West), und der Auslegungspunkt verschiebt sich von 30 auf 34 °C Außentemperatur.
Welche Kühlleistung brauche ich für meinen Raum?
Für den Beispielraum 1.607 W bei Südfenster und 1.768 W bei Westfenster — jeweils mit 15 % Reserve auf die gerechnete Kühllast. Faustformeln nach Raumgröße allein führen in die Irre, weil der solare Eintrag durch die Fenster bei mäßiger Dämmung der größte Einzelposten ist. Ein Nordfenster senkt dieselbe Anlage auf 995 W — bei identischem Raum.
Lohnt sich Verschattung mehr als eine größere Klimaanlage?
Fast immer. Der solare Eintrag geht linear in die Kühllast ein, und ein außenliegender Sonnenschutz senkt den Verschattungsfaktor drastisch. Der Rechner führt ihn als eigenes Feld, damit der Vergleich sichtbar wird: Wer den Faktor von 0,7 auf 0,25 senkt, spart mehr Kühllast, als jede Effizienzklasse beim Gerät hergibt — und die Investition ist einmalig statt dauerhaft im Stromverbrauch.