Kühlschrank-Verbrauch berechnen
Rechnet den Verbrauch aus der Physik statt aus einem Taktverhältnis: Wärmeeintrag durch das Gehäuse, Türöffnungen und Kälteleistung des Kompressors ergeben das echte Taktverhältnis. Für einen Van im Schatten bei 20 °C sind das 328 Wh am Tag statt der 378 Wh, die der übliche 35-%-Erfahrungswert behauptet — und über das Jahr am Standort 75 kWh. Dazu der Anlaufstrom, an dem Wechselrichter scheitern.
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
Datenstand: 2026-07-15
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Umgebungstemperatur am Aufstellort | T_out + ΔT_solar | 25 °C | Annahme |
| Wärmeeintrag | UA * (T_amb - T_in) + Q_door | 27,333 W | exakt |
| Taktverhältnis | Q_in / P_cool | 0,3037 | exakt |
| Verbrauch je Tag | P_el * 24 h * duty | 328 Wh/d | exakt |
| Anlaufstrom | I_cont * f_inrush | 18,75 A | exakt |
- Formel
Taktverhältnis = UA · (T_umgebung − T_innen) / P_kälte- Gültigkeitsbereich
- Kompressorkühlschrank mit fester Drehzahl, stationärer Betrieb, gefülltes Fach.
- Nicht abgedeckt
- Abtauzyklen, Inverterkompressoren mit variabler Drehzahl, der Einschwingvorgang nach dem Befüllen mit warmen Lebensmitteln, Vereisung des Verdampfers. Der Aufheizfaktor je Aufstellort ist ein Erfahrungswert und überschreibbar.
- Datenquellen
- Aggregat aus Herstellerdatenblättern, EU-Energielabel-Datenbank EPREL und Messreihen aus der Off-Grid-Praxis · abgerufen 2026-07-15
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht mein Kompressorkühlschrank im Van pro Tag?
Der Rechner leitet das Taktverhältnis aus der Umgebungstemperatur her: Wärmeeintrag UA · (T_umgebung − T_innen) plus Türöffnungen, geteilt durch die Kälteleistung. Der Tagesverbrauch ist dann elektrische Leistung mal 24 Stunden mal Taktverhältnis. Ein Kühlschrank im heißen Van in der Sonne taktet dadurch etwa doppelt so oft wie derselbe im Schatten — und verbraucht entsprechend das Doppelte.
Warum ist die übliche Annahme von 0,35 als Taktverhältnis falsch?
Weil sie die Umgebungstemperatur ignoriert — im Sommer liegt sie damit um Faktor zwei daneben. Der Rechner zeigt zum Vergleich, was die feste Annahme ergäbe, und warnt, sobald die Abweichung groß wird. Der Aufheizfaktor je Aufstellort (Fahrzeug in der Sonne, Schatten, Innenraum, Keller) ist ein gekennzeichneter Erfahrungswert und überschreibbar.
Warum schaltet mein Wechselrichter ab, wenn der Kühlschrank-Kompressor anläuft?
Der Anlaufstrom des Kompressors liegt um einen Anlauffaktor über dem Dauerstrom und kann den Wechselrichter bei niedrigem Ladezustand abschalten — der Rechner weist diesen Strom aus und warnt davor. Nicht abgedeckt sind Abtauzyklen, Inverterkompressoren mit variabler Drehzahl, der Einschwingvorgang nach dem Befüllen mit warmen Lebensmitteln und Vereisung des Verdampfers.
Warum taktet derselbe Kühlschrank im Van doppelt so oft wie im Keller?
Weil der Wärmeeintrag linear mit der Temperaturdifferenz wächst: Bei 12 °C Kellertemperatur und 5 °C Innenraum sind es 7 K, im sonnenbeschienenen Van mit 45 °C Aufstelltemperatur 40 K — fast das Sechsfache. Das Taktverhältnis ist Wärmeeintrag geteilt durch Kälteleistung, der Tagesverbrauch skaliert direkt mit. Der Rechner rechnet das aus deinem Aufstellort, statt einen festen Wert anzunehmen.
Woher bekomme ich den UA-Wert meines Kühlschranks?
Entweder aus dem Datenblatt (Wärmedurchgang in W/K) — oder rückgerechnet aus einer Messung: Miss den Tagesverbrauch bei bekannter Umgebungstemperatur, dann ist UA ≈ Verbrauch × COP-Kette / (24 h × Temperaturdifferenz). Typische Kompressor-Kühlboxen liegen bei 1–2 W/K. Der Messweg ist genauer, weil er Türöffnungen und Alterung der Dämmung einschließt.
Wann meldet der Rechner, dass der Kompressor nicht mehr nachkommt?
Wenn der Wärmeeintrag die Kälteleistung erreicht: Dann müsste der Kompressor dauerlaufen (Taktverhältnis 100 %) und die Innentemperatur steigt trotzdem. Das passiert real im geschlossenen Fahrzeug in praller Sonne. Abhilfe: Aufstellort beschatten und belüften — das senkt den Verbrauch stärker als jedes effizientere Gerät.
Wie viel Strom braucht ein Kühlschrank im Jahr?
Das hängt am Aufstellort und am Klima, und beides rechnet der Rechner jetzt aus dem Jahresgang der Außentemperatur. Für einen 12-V-Kompressorkühlschrank im schattig geparkten Van in der Region Berlin sind es rund 75 kWh im Jahr. Die Tageszahl darüber gilt nur für den eingegebenen Auslegungsfall — im Hochsommer liegt sie deutlich höher, im Winter deutlich niedriger. Für die Batterie- und Modulauslegung zählt der Auslegungsfall, für die Stromkosten das Jahr.
Welche Außentemperatur soll ich für die Auslegung eingeben?
Die des ungünstigsten Falls, in dem die Anlage noch reichen soll — nicht den Jahresmittelwert. Der Rechner prüft deine Eingabe gegen den wärmsten Monat deines Standorts und meldet sich, wenn beide mehr als 5 Kelvin auseinanderliegen. In der Region Berlin liegt der wärmste Monat im Mittel bei 21,7 °C; wer im Süden Europas unterwegs ist, muss deutlich höher ansetzen. Und im geparkten Fahrzeug in der Sonne kommen noch einmal etliche Kelvin obendrauf.
Wie viel spart ein schattiger Stellplatz?
Mehr als jede Dämmnachrüstung. Der Wärmeeintrag wächst linear mit der Temperaturdifferenz zwischen Umgebung und Kühlfach — und ein in der Sonne geparktes Fahrzeug heizt sich gegenüber dem Schatten um zweistellige Kelvinbeträge auf. Der Rechner führt diesen Aufschlag als eigenen, sichtbaren Wert je Aufstellort. Wer den Van in den Schatten stellt, senkt den Kühlschrankverbrauch stärker als durch jeden Gerätewechsel.
Warum ist die Jahreszahl niedriger, als die Tageszahl vermuten lässt?
Weil die Tageszahl für den Auslegungsfall gilt und der nicht das ganze Jahr herrscht. 328 Wh am Tag ergäben hochgerechnet rund 120 kWh im Jahr; tatsächlich sind es 75 kWh, weil der Kühlschrank in den kühlen Monaten viel weniger taktet. Genau diese Differenz ist der Grund, warum Auslegung und Betriebskosten zwei verschiedene Rechnungen sind — und warum Faustformeln bei beiden danebenliegen.
Reicht eine 100-Ah-Batterie für den Kühlschrank?
Für den Kühlschrank allein ja, aber die Frage ist falsch gestellt. Bei 328 Wh am Tag und 12 V sind das rund 27 Ah täglich. Eine 100-Ah-Bleibatterie gibt davon nur etwa 50 Ah nutzbar frei, eine LiFePO4 rund 80 Ah — das reicht also für knapp zwei beziehungsweise drei Tage ohne Nachladung, und zwar bevor irgendein anderes Gerät angeschlossen ist. Der Anlaufstrom von 18,8 A ist dabei die zweite Hürde: Er bemisst Kabel und Wechselrichter, nicht die Kapazität.