Lohnt sich ein Stromspeicher?
Prüft, ob sich ein Speicher rechnet — an drei Schranken statt an einer: Datenblatt-Zyklen, kalendarische Alterung und der tatsächlich verfügbare Überschuss. Der wird aus deinem Standort und Haushaltsprofil gerechnet, nicht angenommen. Im Referenzfall bindet die kalendarische Alterung, die Durchsatzkosten liegen bei 18,52 ct und die Marge bei 4,88 ct je Kilowattstunde — gegenüber 11,83 ct, die das Datenblatt verspricht.
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
Datenstand: 2026-08-06
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Preisabstand Bezug minus Einspeisung | p_grid - v_feed | 23,4 ct/kWh | gemessen |
| Durchsatz nach Datenblatt | n_cycles * C * DoD * eta_rt | 43.200 kWh | Annahme |
| Durchsatz kalendarisch begrenzt | years * cycles/a * C * DoD * eta_rt | 27.000 kWh | exakt |
| Maßgeblicher Durchsatz | min(datasheet ; calendar ; surplus) | 27.000 kWh | exakt |
| Marge je Kilowattstunde | spread - c_throughput | 4,8815 ct/kWh | exakt |
- Formel
Marge = (p_Strom − v_Einspeisung) − K / D · D = min(Zyklen_Datenblatt · C_nutz · DoD · η_rt, Lebensdauer · Zyklen/a · C_nutz · η_rt, Überschuss · Jahre)- Gültigkeitsbereich
- Referenzfall der Spezifikation reproduziert (10 kWh, 5.000 €, 6.000 Zyklen bei 80 % DoD, η_rt 0,90, 15 Jahre, 250 Zyklen/a): Datenblatt-Durchsatz 43.200 kWh, kalendarisch 27.000 — die Lebensdauer bindet, Kosten 18,52 ct, Marge 4,88 statt 11,83 ct. Einspeisevergütung nach den amtlichen EEG-Sätzen 08/2026 (7,70 ct). Den verfügbaren Überschuss liefert der Eigenverbrauchs-Rechner per Übernahme.
- Nicht abgedeckt
- Notstromfunktion und deren Wert, dynamische Tarife und Arbitrage, Degradation der Kapazität über die Lebensdauer, Förderprogramme, der Eigenverbrauchs-Zugewinn selbst (Rechner 43 rechnet ihn; hier zählt die Wirtschaftlichkeit je durchgesetzter kWh).
- Datenquellen
- Bundesnetzagentur SMARD Strompreisanalyse, StromAuskunft-Preisindex (Stand 06.08.2026) und EEG-Vergütungssätze nach § 48 EEG 2023 · Q3/2026 (EEG-Sätze H2/2026) · abgerufen 2026-08-06
- Herstellerdatenblätter (Victron, Fronius, BYD) und IEC 61427-1, aggregiert · abgerufen 2026-06-15
Häufige Fragen
Lohnt sich ein Batteriespeicher 2026 wirtschaftlich?
Knapp — und nur mit ehrlicher Rechnung: Im Referenzfall (10 kWh, 5.000 €, Spread 23,40 ct) bleibt eine Marge von rund 4,9 ct je gespeicherter Kilowattstunde, wenn man die kalendarische Lebensdauer berücksichtigt. Die Datenblatt-Rechnung verspricht 11,8 ct — 59 % zu viel. Ob sich dein Speicher lohnt, hängt vor allem am Preis je kWh Kapazität und daran, ob genug Überschuss für die Zyklen da ist.
Warum rechnen die meisten Speicher-Rechner zu günstig?
Weil sie den Durchsatz aus der Datenblatt-Zyklenzahl rechnen: 6.000 Zyklen klingen nach 43.200 kWh. Bei realistischen 250 Vollzyklen im Jahr wären die aber erst nach 24 Jahren erreicht — länger, als die Zelle kalendarisch lebt. Bindend sind meist 15 Jahre × 250 Zyklen = 27.000 kWh. Der Rechner prüft alle drei Schranken (Datenblatt, Kalender, Überschuss) und rechnet mit dem Minimum.
Was ist der Spread, und warum ist er die halbe Antwort?
Der Spread ist Strompreis minus Einspeisevergütung — der Wert jeder Kilowattstunde, die der Speicher vom Einspeisen ins Selbstverbrauchen verschiebt: aktuell 31,1 − 7,70 = 23,40 ct beim Bestandskundenpreis (EEG-Satz Stand 08/2026). Liegt der Spread unter den Durchsatzkosten, kann der Speicher nicht wirtschaftlich sein, egal wie oft er zykelt. Im Diagramm ist das die Diagonale.
Woher weiß ich meinen verfügbaren Überschuss?
Aus dem Eigenverbrauchs-Rechner: Er simuliert dein Haushaltsprofil stundengenau gegen die Anlage und übergibt den Jahresüberschuss (Einspeisung ohne Speicher) automatisch hierher. Reicht der Überschuss nicht für die angesetzten Zyklen, warnt der Rechner — ein zu großer Speicher zykelt zu selten und verteuert jede Kilowattstunde.
Welche Speichergröße ist wirtschaftlich sinnvoll?
Als Faustregel aus der Simulation: etwa eine Kilowattstunde nutzbare Kapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch — genug für die Nacht, klein genug für tägliche Zyklen. Größer wird selten besser: Die Autarkie steigt kaum noch, aber jede zusätzliche Kilowattstunde Kapazität verteilt die Anschaffung auf weniger Durchsatz.
Was ist mit Notstrom, dynamischen Tarifen und Förderung?
Bewusst nicht eingerechnet: Notstromfähigkeit ist ein Sicherheits-, kein Wirtschaftlichkeitswert; Arbitrage mit dynamischen Tarifen braucht andere Hardware und ein eigenes Modell; Förderprogramme ändern sich regional. Der Rechner zeigt die nackte Speicher-Ökonomie — wer mit ihr rechnet, entscheidet auf der sicheren Seite.
Lohnt sich ein Stromspeicher überhaupt?
Im Referenzfall knapp: 10 kWh nutzbar für 5.000 Euro ergeben 18,52 ct Durchsatzkosten gegenüber einem Spread von 23,40 ct — bleiben 4,88 ct je Kilowattstunde. Das Datenblatt verspricht mit seinen 6.000 Zyklen 11,83 ct Marge; die kalendarische Alterung halbiert sie mehr als. Entscheidend ist, welche der drei Schranken zuerst bindet, und das ist selten die Zyklenzahl.
Wann rechnet sich ein Speicher NICHT?
Wenn zu wenig Überschuss anfällt. Eine kleine Anlage mit verbrauchsstarkem Haushalt — 3 kWp und 5.000 kWh im Homeoffice — lässt in der Region Berlin nur 1.362 kWh Überschuss im Jahr übrig. Dann bindet nicht mehr die Alterung, sondern die verfügbare Energie: Die Durchsatzkosten steigen auf 24,48 ct, und die Marge dreht mit −1,08 ct ins Minus. Der Speicher kostet dann Geld, statt welches zu sparen. Genau das kann ein Rechner mit angenommenem Überschuss nie zeigen.
Warum ist die Datenblatt-Zyklenzahl irreführend?
Weil sie eine Obergrenze beschreibt, die im Haushalt fast nie erreicht wird. 6.000 Zyklen bei 250 Zyklen im Jahr wären 24 Jahre — die kalendarische Alterung endet aber nach etwa 15. Der Speicher stirbt am Kalender, nicht am Durchsatz. Der Rechner stellt deshalb alle drei Schranken nebeneinander und markiert die bindende; die Marge fällt dadurch um 59 Prozent gegenüber der Datenblattrechnung.
Wie viel Spread brauche ich, damit sich ein Speicher lohnt?
Mindestens die Durchsatzkosten plus einen Sicherheitsabstand. Im Referenzfall sind das 18,52 ct; bei einem Spread von 23,40 ct (31,1 ct Netzpreis minus 7,7 ct Vergütung) bleibt eine dünne Marge. Sinkt der Strompreis oder steigt die Einspeisevergütung, kippt die Rechnung. Deshalb gibt der Rechner die Marge aus und nicht nur ein Ja oder Nein.
Was ist der Round-Trip-Wirkungsgrad und wie stark wirkt er?
Er sagt, wie viel von der eingespeicherten Energie wieder herauskommt — typisch 90 Prozent bei Lithium. Die fehlenden 10 Prozent verteuern jede gespeicherte Kilowattstunde direkt, weil man für eine nutzbare Kilowattstunde 1,11 einspeichern muss. Wichtig: Dieser Verlust darf nicht doppelt gezählt werden, wenn er schon in der Verlustkette des Systems steckt — der Rechner führt ihn genau einmal.