Stromgestehungskosten berechnen
Rechnet, was deine eigene Kilowattstunde kostet — mit dem Jahresertrag aus deinem Standort statt aus einer runden Zahl. Für 10 kWp zu 10.150 Euro bei Berlin sind das 7,55 ct/kWh über 25 Jahre. Die naive Rechnung ohne Diskontierung und Degradation kommt auf 5,30 ct und liegt damit 30 % zu niedrig. Zum Vergleich: Netzstrom kostet 31,1 ct, die Einspeisevergütung bringt 7,7 ct.
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
Datenstand: 2026-08-06
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Barwert der Kosten | I_0 + Σ (M_t + F_t)/(1+r)^t | 12.801 Waehrung | exakt |
| Barwert der Energiemenge | Σ E_1*(1-d)^(t-1)/(1+r)^t | 169.560 kWh | exakt |
| Stromgestehungskosten | NPV(costs) / NPV(energy) | 0,075496 Waehrung/kWh | exakt |
- Formel
LCOE = (I₀ + Σ (M_t+F_t)/(1+r)^t) / (Σ E₁·(1−d)^(t−1)/(1+r)^t)- Gültigkeitsbereich
- Jährliche Betrachtung, konstante Degradationsrate. Referenzfall der Spezifikation reproduziert: 10.150 € Investition, 1,5 %/a Betrieb, r = 3 %, 25 Jahre, 10.000 kWh → Zähler 12.801 €, Nenner diskontiert 165.328 kWh → 7,74 ct/kWh; undiskontierter Nenner ergäbe 5,43 ct (−29,8 %). Diskontsatz-Band 2–6 %: 7,10 bis 9,90 ct. EEG-Satz 08/2026 (7,70 ct) als Vergleichslinie.
- Nicht abgedeckt
- Steuerliche Effekte, Finanzierungsnebenkosten, Restwert, Strompreisentwicklung (Rechner 50), Wechselrichtertausch als Einzelposten (steckt pauschal in den Betriebskosten — Rechner 41 führt ihn einzeln).
- Datenquellen
- Bundesnetzagentur SMARD Strompreisanalyse, StromAuskunft-Preisindex (Stand 06.08.2026) und EEG-Vergütungssätze nach § 48 EEG 2023 · Q3/2026 (EEG-Sätze H2/2026) · abgerufen 2026-08-06
Häufige Fragen
Was kostet eine selbst erzeugte Kilowattstunde Solarstrom?
Im Referenzfall (10 kWp für 10.150 €, 25 Jahre, 3 % Diskontsatz) sind es 7,55 ct/kWh — korrekt gerechnet mit diskontiertem Zähler UND Nenner. Je nach Diskontsatz (2–6 %) liegt der Wert zwischen 7,10 und 9,90 ct. Zum Vergleich: Netzstrom kostet im Bestandskundenmittel 31,1 ct.
Warum weichen andere LCOE-Rechner um 30 % ab?
Weil sie nur die Kosten diskontieren, die Energie aber nicht: 235.560 undiskontierte statt 165.328 diskontierte Kilowattstunden im Nenner ergeben 5,43 statt 7,55 ct — 29,8 % zu günstig, und der Fehler zeigt immer in dieselbe Richtung. Dieser Rechner stellt beide Werte nebeneinander, damit die Differenz sichtbar bleibt.
Lohnt sich das Einspeisen noch?
Wirtschaftlich praktisch nicht mehr: Seit dem 01.08.2026 liegt die Einspeisevergütung (7,70 ct für Teileinspeisung bis 10 kWp) knapp UNTER den Gestehungskosten des Referenzfalls (7,55 ct). Jede eingespeiste Kilowattstunde ist damit ein leichtes Verlustgeschäft. Die gesamte Rendite einer deutschen PV-Anlage stammt aus dem Eigenverbrauch — 31 ct gespart statt 7,70 ct verdient.
Welchen Diskontsatz soll ich wählen?
Es gibt keine „richtige“ Wahl — die drei Vorwahlen beantworten verschiedene Fragen: 0 % heißt „Geld rein gegen Geld raus, ohne Zinsvergleich“. 3 % heißt „ich hätte das Geld sonst sicher angelegt“. Wer die Anlage finanziert, trägt seinen effektiven Kreditzins ein. Die Wahl verschiebt das Ergebnis um über 20 % — deshalb zeigt der Rechner das Band immer mit an.
Stecken Wechselrichtertausch und Versicherung in der Rechnung?
Pauschal ja: Die jährlichen Betriebskosten (Faustregel 1–2 % der Investition) bündeln Versicherung, Wartung, Zählermiete und Rücklagen für den Wechselrichter. Wer den Tausch als Einzelposten mit Zeitpunkt sehen will, nimmt den Amortisationsrechner — dort schlägt er als sichtbarer Rückschlag im Jahr 13 auf.
Ist der LCOE dasselbe wie der Preis, zu dem sich die Anlage lohnt?
Nein — der LCOE ist der Selbstkostenpreis je Kilowattstunde über die Lebensdauer. Ob sich die Anlage lohnt, entscheidet der Vergleich: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart den Strompreis (31,1 ct), jede eingespeiste bringt die Vergütung (7,70 ct). Liegt der LCOE dazwischen, verdient nur der Eigenverbrauch Geld — genau das zeigt die Grafik mit den Referenzlinien.
Was kostet mich meine eigene Solar-Kilowattstunde?
Für 10 kWp zu 10.150 Euro in der Region Berlin rechnet der Rechner 7,55 ct/kWh über 25 Jahre — mit Diskontierung, Degradation und Betriebskosten. Netzstrom kostet im Vergleich 31,1 ct. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart also rund 23,6 ct. Die Einspeisevergütung liegt mit 7,7 ct dagegen nur knapp über den Gestehungskosten — eingespeister Strom trägt sich gerade so.
Warum ist die naive Rechnung 30 Prozent zu niedrig?
Weil sie zwei Dinge unterschlägt. Erstens die Degradation: Die Module liefern im Jahr 25 rund 12 Prozent weniger als im ersten Jahr, der Nenner schrumpft also. Zweitens die Diskontierung: Eine Kilowattstunde in zwanzig Jahren ist heute weniger wert als eine morgen. Investition geteilt durch Ertrag mal Lebensdauer ergibt im Beispiel 5,30 ct — die vollständige Rechnung 7,55 ct. Der Unterschied ist keine Feinheit, sondern fast ein Drittel.
Wie stark hängen die Gestehungskosten von der Anlagengröße ab?
Sehr stark, solange die Investition nicht mitwächst. Bei gleichbleibenden 10.150 Euro ergeben 5 kWp 15,05 ct/kWh, 10 kWp 7,55 ct und 20 kWp 3,76 ct. In der Praxis steigt die Investition natürlich mit — aber unterproportional, weil Gerüst, Elektroarbeiten und Inbetriebnahme kaum von der Modulzahl abhängen. Genau daher kommt der Rat, das Dach voll zu belegen.
Lohnt sich Einspeisen bei diesen Gestehungskosten überhaupt?
Gerade eben, und das ist standortabhängig. Bei 7,55 ct Gestehungskosten und 7,7 ct Vergütung bleiben 0,15 ct je eingespeister Kilowattstunde — praktisch eine schwarze Null. An einem schlechteren Standort oder mit teurerer Anlage kippt das ins Minus. Die Aussage lautet deshalb nicht „Einspeisen lohnt nicht“, sondern: Einspeisen trägt sich, Eigenverbrauch verdient. Der Unterschied zwischen 7,7 ct und 31,1 ct ist der eigentliche Hebel.
Welchen Diskontsatz soll ich ansetzen?
Den, der deiner Alternative entspricht. Wer die Anlage aus Eigenkapital zahlt, setzt die Rendite an, die das Geld sonst gebracht hätte — üblich sind 2 bis 4 Prozent. Wer finanziert, setzt den Kreditzins. Mit 0 Prozent rechnet man ohne Zeitwert, was die Kosten schönt. Der Rechner gibt deshalb ein Band von 2 bis 6 Prozent aus, damit die Spannweite sichtbar bleibt statt in einer einzigen Zahl zu verschwinden.