CO₂-Einsparung berechnen
Rechnet die CO₂-Bilanz mit offengelegter Methodenwahl: Durchschnittsmix (UBA 2025: 344 g/kWh) und Verdrängungsfaktor (685 g) liegen fast Faktor 2 auseinander — der Rechner macht die Wahl sichtbar, statt still den günstigeren Wert zu nehmen. Der Jahresertrag kommt aus deinem Standort statt aus einem Schätzfeld, und der sauberer werdende Strommix ist zuschaltbar: Mit Zieljahr 2045 sinkt die Lebensdauer-Ersparnis um 59 % — der Nutzen einer Anlage fällt in die frühen Jahre. Dazu die Herstellungsschuld nach Produktionsstandort und die CO₂-Amortisation von rund 1,4 Jahren.
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
Datenstand: 2026-08-06
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Vermeidung pro Jahr | E_gen * EF / 1000 | 3.528,1 kg/a | gemessen |
| Herstellungs-Rucksack | kWp * EF_mfg | 5.000 kg | Annahme |
| CO₂-Amortisation | CO2_mfg / CO2_avoided,a | 1,4172 a | exakt |
- Formel
CO₂_vermieden,t = E_0 · (1 − d)^t · EF_t · EF_t = EF_0 · max(0, 1 − t / (J_neutral − J_inbetrieb)) · CO₂_Herstellung = kWp · EF_Herstellung · Amortisation = Herstellung / Vermeidung_Jahr- Gültigkeitsbereich
- Emissionsfaktoren aus dem versionierten UBA-Datensatz (Durchschnittsmix 344 g/kWh, Ausgabe 2025; Verdrängungsbasis 685 g als dokumentierte Bandbreite), Herstellung 400–600 kg CO₂e je kWp nach Standort. Der Jahresertrag entsteht aus dem Stundenjahr des Standorts (PVGIS-SARAH3 TMY) — dieselbe Kette wie im Jahresertrags-Rechner. Referenzfall: 10 kWp in Berlin → 10.256 kWh/a, 3,53 t Vermeidung pro Jahr, Amortisation 1,42 Jahre. Der Rückgang des Strommixes ist wahlweise zuschaltbar und dann eine LINEARE Rechenannahme bis zu einem vom Nutzer gesetzten Jahr, keine Prognose: mit 2045 sinkt die Lebensdauerbilanz von 83.108 kg auf 34.245 kg (mittlerer Faktor 142 statt 344 g/kWh).
- Nicht abgedeckt
- Wechselrichter- und Montagesystem-Herstellung (Systemgrenze Module), Recycling-Gutschriften, Transport. Der zeitliche Verlauf des Strommixes INNERHALB des Jahres (mittags ist der Mix bereits sauberer als im Jahresmittel — das verlangt eine stündliche Emissionszeitreihe, die hier noch nicht committet ist). Die energetische Amortisation rechnet mit dem heutigen Faktor; bei rund 1,4 Jahren ändert der Rückgang daran wenig. Ein nichtlinearer Ausstiegspfad — die letzten Prozent Kohlestrom sind die zähesten — wird bewusst nicht behauptet.
- Datenquellen
Häufige Fragen
Wie viel CO₂ spart eine Photovoltaikanlage wirklich?
Mit dem offiziellen UBA-Durchschnittsmix (344 g/kWh, Ausgabe 2025) vermeidet eine 10-kWp-Anlage mit 10.000 kWh Jahresertrag rund 3,4 Tonnen CO₂ pro Jahr. Rechner, die stattdessen still einen Verdrängungsfaktor von 600–700 g ansetzen, zeigen fast das Doppelte — beide Basen sind vertretbar, aber sie beantworten verschiedene Fragen, und genau deshalb ist die Wahl hier ein sichtbarer Schalter.
Was ist der Unterschied zwischen Durchschnittsmix und Verdrängungsfaktor?
Der Durchschnittsmix fragt: Wie viel CO₂ steckt im Mittel in einer Kilowattstunde Netzstrom? Der Verdrängungsfaktor fragt: Welches Kraftwerk läuft weniger, wenn meine Anlage einspeist — meist ein fossiles mit höheren Emissionen. Für die persönliche Bilanz ist der Mix üblich, für die Systemwirkung die Verdrängung. Ein Rechner, der 690 g ohne Erläuterung ansetzt, schönt sein Ergebnis um Faktor 2.
Wie schnell hat die Anlage ihre Herstellung wieder eingespart?
Im Referenzfall nach 1,2 bis 1,7 Jahren — je nach Herstellungsemission (400–600 kg CO₂e pro kWp). Bei 25 Jahren Lebensdauer arbeitet die Anlage also über 93 % ihrer Zeit klimapositiv. Die Kurve in der Grafik startet bewusst im Minus: Die Herstellungsschuld gehört in die Bilanz, nicht in die Fußnote.
Warum fragt der Rechner nach dem Produktionsstandort?
Weil er der größte Hebel der Herstellungsemission ist: Module aus EU-Fertigung verursachen laut Fraunhofer ISE rund 40 % weniger CO₂ als solche aus chinesischer Fertigung — vor allem wegen des Strommixes der Zellproduktion. Die Herkunft steht selten im Datenblatt; fragt man beim Händler nach dem Zellursprung, bekommt man eine Information, die kein Verkäufer freiwillig anbietet.
Wird die CO₂-Einsparung über 25 Jahre nicht überschätzt?
Ja — und der Rechner beziffert es jetzt, statt es nur zu erwähnen. Mit dem Schalter „Sauberer werdenden Strommix mitrechnen“ fällt der Emissionsfaktor linear bis zu einem Jahr, das du setzt. Für 10 kWp in Berlin und das Jahr 2045 (Klimaschutzgesetz § 3 Abs. 2: Netto-Treibhausgasneutralität) sinkt die Lebensdauer-Ersparnis von 83.108 kg auf 34.245 kg — 59 % weniger, mittlerer Faktor 142 statt 344 g/kWh. Das ist keine Prognose, sondern eine offengelegte Rechenannahme; ohne Haken bleibt es bei der Obergrenze.
Woher kommen die Zahlen?
Der Durchschnittsmix stammt aus der UBA-Zeitreihe (versionierter Datensatz mit Gültigkeitsfenster — genau die Quelle, deren rückwirkende Revisionen unser Golden-Test-Mechanismus überwacht), die Verdrängungsbasis und die Herstellungs-Bandbreite sind als dokumentierte Annahmen hinterlegt. Der Referenzfall der Spezifikation ist testfest reproduziert.
Woher kommt der Jahresertrag in der CO₂-Rechnung?
Aus deinem Standort. Der Ertrag war früher ein Eingabefeld mit 10.000 kWh als Vorgabe — eine Zahl, die niemand nachprüfen konnte. Jetzt läuft dieselbe Stundensimulation wie im Jahresertrags-Rechner: 10 kWp in Berlin ergeben 10.256 kWh im Jahr, also 1.026 kWh je kWp. Wer den gemessenen Ertrag seiner Anlage kennt, kann ihn über den Schalter „Jahresertrag selbst angeben“ eintragen.
Warum sinkt die Ersparnis um 59 %, wenn der Strom sauberer wird?
Weil Solarstrom nur so viel CO₂ vermeidet, wie der verdrängte Strom verursacht. Wird der Netzstrom bis 2045 treibhausgasneutral, vermeidet eine Kilowattstunde im Jahr 2044 fast nichts mehr — nicht weil die Anlage schlechter wäre, sondern weil es nichts mehr zu verdrängen gibt. Über 25 Jahre gemittelt bleiben 142 statt 344 g/kWh. Der Löwenanteil der Ersparnis fällt also in die ersten Jahre.
Heißt das, die Anlage lohnt sich fürs Klima nicht mehr?
Nein, im Gegenteil. Auch im Szenario bleiben nach Abzug der Herstellung 29.245 kg netto — das Vielfache der 5.000 kg, die die Herstellung kostet. Die energetische Amortisation liegt weiter bei rund 1,4 Jahren. Die Aussage ist eine andere: Der Nutzen ist JETZT am größten. Wer wartet, verschenkt genau die Jahre, in denen eine Kilowattstunde Solarstrom am meisten verdrängt.
Ist die lineare Annahme realistisch?
Sie ist bewusst einfach und deshalb nachvollziehbar. Der wirkliche Pfad wird nicht gerade verlaufen — die letzten Prozent des Kohlestroms sind die zähesten. Der Rechner behauptet deshalb keine Prognose, sondern zeigt die Spannweite zwischen zwei klaren Rechenannahmen: gleichbleibender Mix als Obergrenze, linearer Rückgang bis zum gewählten Jahr als Gegenstück. Die Wahrheit liegt dazwischen, und beide Ränder stehen sichtbar auf der Seite.
Welche gesetzlichen Zielmarken gibt es zur Orientierung?
Zwei, beide im Gesetz nachlesbar: Das Klimaschutzgesetz (§ 3 Abs. 2 KSG) verlangt netto-treibhausgasneutrale Emissionen bis 2045. Das EEG (§ 1 Abs. 2) nennt für den Strom mindestens 80 % erneuerbare Erzeugung bis 2030. Beides sind politische Ziele, keine garantierten Ergebnisse — deshalb ist das Jahr im Rechner deine Eingabe und nicht unsere Festlegung.