PV-Anlagenkosten prüfen (Angebotsprüfer)
Der Rechner für den Moment, in dem drei Angebote auf dem Tisch liegen: Er prüft die Positionen gegen die aktuelle Marktbandbreite und markiert Ausreißer nach oben wie nach unten. Zusätzlich übersetzt er den Angebotspreis in Euro je Kilowattstunde Jahresertrag deines Standorts — erst diese Zahl macht Angebote unterschiedlicher Größe und Dachlage vergleichbar, denn gekauft wird die Kilowattstunde, nicht das Kilowatt. Ein auffällig niedriger Preis ist dabei genauso ein Warnsignal wie ein hoher.
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Marktband PV-Anlage | kWp * Band(EUR/kWp) | 15.000 EUR | Annahme |
| Marktband Speicher | kWh * Band(EUR/kWh) | 5.600 EUR | Annahme |
| Betriebskosten je Jahr | Angebot_PV * 1-2 %/a | 260 EUR/a | Annahme |
- Formel
Angebot je Einheit = Position / Menge · Vergleich gegen Marktband [min, max] je Position · Betriebskosten 1–2 %/a der Investition- Gültigkeitsbereich
- Schlüsselfertige Aufdachanlagen in Deutschland (Bandbreite erhoben für 10–100 kWp, netto = brutto dank 0 % USt), LFP-Heimspeicher installiert; Stand der Bänder im Ergebnis ausgewiesen.
- Nicht abgedeckt
- Sonderkonstruktionen (Flachdach-Aufständerung, Fassade, Indach), Gerüst-Sonderkosten, Netzanschluss-/Zählerumbaukosten des Netzbetreibers, regionale Streuung, Einzelkomponenten-Preise des Angebots (Module/WR getrennt) — Spotmarkt-Modulpreise sind keine Endkundenpreise und werden nur zur Einordnung gezeigt.
Häufige Fragen
Was kostet eine Photovoltaikanlage 2026 wirklich?
Als Marktbandbreite, nicht als Punktwert: Schlüsselfertige Aufdachanlagen liegen 2026 bei etwa 1.000–1.500 €/kWp netto (BSW-Preisindex-Klasse 10–100 kWp; Durchschnitt Frühjahr 2026: 1.015 €/kWp — historischer Tiefstand). Eine 10-kWp-Anlage kostet damit grob 10.000–15.000 €. Heimspeicher kommen mit 350–700 €/kWh installiert dazu. Jede Zahl im Rechner trägt ihr Erhebungsdatum und wird quartalsweise geprüft — Preise von vor zwei Jahren sind bei der aktuellen Preisdynamik wertlos.
Wie funktioniert der Angebotsprüfer?
Du gibst die zwei Kernpositionen deines Angebots ein — PV-Anlage schlüsselfertig und Speicher installiert. Der Rechner teilt durch kWp bzw. kWh und legt das Ergebnis auf die Marktbandbreite: Im Beispiel liegt die PV-Position mit 1.300 €/kWp im Band, der Speicher mit 800 €/kWh aber 14 % darüber. Markiert wird in beide Richtungen — auch ungewöhnlich niedrige Preise, denn dort fehlt erfahrungsgemäß am ehesten Gerüst, Elektroinstallation oder Inbetriebnahme im Leistungsumfang.
Warum ist ein zu niedriger Preis ein Warnsignal?
Weil das Band die real gezahlten Komplettpreise abbildet: Wer deutlich darunter anbietet, lässt üblicherweise etwas weg — Gerüst, Zählerschrank-Anpassung, Netzanmeldung, Inbetriebnahmeprotokoll — oder verbaut Restposten ohne belastbare Garantie. Beides holt dich später teurer ein als der Preisunterschied. Der Rechner formuliert deshalb bei Unterschreitung eine konkrete Prüfliste statt eines Lobs.
Warum zeigen Modulpreise 0,10–0,16 €/Wp, aber Anlagen kosten 1.000–1.500 €/kWp?
Weil der Spotmarktpreis der Module (pvXchange, Juli 2026: Mainstream 0,135 €/Wp) nur den Handelseinkauf abbildet. Der Endkundenpreis je kWp enthält Wechselrichter, Unterkonstruktion, Kabel, Gerüst, zwei Gewerke Handwerk, Anmeldung und Marge — laut Fraunhofer ISE machen die Module nur noch rund ein Fünftel der Investitionskosten aus. pvXchange selbst nennt Faktor 8–15 zwischen Spotpreis und schlüsselfertiger Anlage. Deshalb prüft der Rechner Komplettpositionen und zeigt den Spotpreis nur zur Einordnung.
Gilt das Band auch für kleine Anlagen unter 10 kWp?
Nur eingeschränkt: Die Bandbreite ist für 10–100 kWp erhoben. Bei 4–6 kWp verteilen sich Gerüst, Anfahrt und Anmeldung auf weniger Kilowatt — solche Anlagen liegen häufig über 1.500 €/kWp, ohne überteuert zu sein. Der Rechner weist bei kleinen Anlagen ausdrücklich darauf hin und wertet ein Überschreiten dort nicht als Alarmsignal.
Kommen zu den Anlagenkosten noch laufende Kosten dazu?
Ja, und der Rechner beziffert sie mit: 1–2 % der Investitionskosten pro Jahr (Fraunhofer ISE) für Versicherung, Wartung, Zählergebühren und Rücklagen — bei einem 13.000-€-Angebot also 130–260 €/Jahr. Steuerlich hilft der Staat doppelt: 0 % Umsatzsteuer auf Lieferung und Installation (§ 12 Abs. 3 UStG, netto = brutto) und einkommensteuerfreier Betrieb bis 30 kWp. Für die Amortisationsrechnung übernimmt der Weiterrechnen-Link in den Amortisations-Rechner.
Wie erkenne ich, ob ein PV-Angebot zu teuer ist?
Am Preis je kWp, verglichen mit dem Marktband. Der Rechner legt die PV- und die Speicherposition deines Angebots gegen die aktuellen Bänder aus dem gepflegten Preisdatensatz: 1.000 bis 1.500 €/kWp schlüsselfertig und 350 bis 700 €/kWh installiert (Stand 07/2026). Ausreißer markiert er nach oben UND nach unten — ein auffällig billiges Angebot ist keine gute Nachricht, sondern ein Anlass für die Prüfliste.
Was bedeutet der Angebotspreis in Cent je Kilowattstunde?
Erst diese Zahl macht Angebote unterschiedlicher Größe vergleichbar. Der Rechner teilt die Angebotssumme durch den Jahresertrag, den die Anlage an deinem Standort tatsächlich liefert. Zwei Angebote mit gleichem Preis je kWp können sich hier deutlich unterscheiden, wenn Dachneigung, Ausrichtung oder Standort verschieden sind — die Kilowattstunde ist das, was du kaufst, nicht das Kilowatt.
Warum ist ein sehr günstiges Angebot verdächtig?
Weil bei schlüsselfertigen Anlagen die Modulkosten nur etwa ein Fünftel ausmachen. Wer deutlich unter dem Marktband liegt, spart also nicht an den Modulen, sondern an Positionen, die im Angebot oft gar nicht auftauchen: Gerüst, Elektroarbeiten, Zählerschrank, Inbetriebnahme und Anmeldung. Der Rechner gibt bei Unterschreitung deshalb keine Lobesmeldung aus, sondern eine Prüfliste.
Warum sind Anlagen unter 10 kWp je kWp teurer?
Weil ein erheblicher Teil der Kosten nicht mit der Anlagengröße skaliert: Gerüst, Anfahrt, Zählerschrank, Anmeldung und Inbetriebnahme fallen fast unabhängig von der Modulzahl an. Der Rechner weist das als eigene Größenklassen-Information aus, damit ein höherer kWp-Preis bei kleinen Anlagen nicht fälschlich als überteuertes Angebot gelesen wird.
Wie aktuell sind die Marktpreise im Rechner?
Der Datensatz trägt sein Erhebungsdatum und ein Ablaufdatum: Stand 3. August 2026, gültig bis 3. November 2026. Danach wird der Build rot, bis die Bänder neu erhoben sind — das ist bewusst so gebaut, weil veraltete Preisbänder schlimmer sind als gar keine. Die Modul-Spotpreise stehen nur zur Einordnung daneben: Zwischen Modulpreis und schlüsselfertigem Systempreis liegt Faktor 8 bis 15.