Peukert-Korrektur berechnen

Rechnet Laufzeit und effektive Kapazität bei realem Entladestrom. Bei LiFePO₄ wird die Korrektur abgeschaltet und erklärt, statt einen Effekt zu rechnen, den es dort nicht gibt. Rechnet zusätzlich zwischen Bezugsraten um — C₂₀ gegen C₅.

Eingabe

Eingabe

Dein tatsächlicher Entladestrom. Die Nennrate C20 entspricht bei 100 Ah nur 5 A — reale Lasten liegen oft deutlich darüber.

Bei LiFePO₄/NMC ist der Effekt praktisch null — der Rechner korrigiert dann nicht und sagt warum.

Der versteckte Vergleichsfehler beim Blei-Kauf: Hersteller geben Kapazitäten bei verschiedenen Entladedauern an.

Ergebnis · Live

Tatsächliche Laufzeit
8,41hPeukert: t = H · (C/(H·I))^k — nicht C geteilt durch I
Effektive Kapazität
84,1Ahbei deinem Entladestrom, nicht bei der Nennrate
Peukert-Verlust
15,9%gegenüber der Nennkapazität — bei LiFePO₄ praktisch null
Umrechner: Kapazität bei der Zielrate
75,8Ah„100 Ah bei C20“ und „100 Ah bei C5“ sind verschieden große Batterien
Verwendeter Exponent k
1,25aus dem Datenblatt oder Mitte der Chemie-Bandbreite (als Annahme markiert)
  • Die hier markierte Größe ist geschätzt und bestimmt das Ergebnis stärker als jede andere Eingabe. Prüfe sie zuerst.ASSUMPTION_DOMINATES
Kapazität über dem Entladestrom — Kurve gegen Ideallinie
Ideallinie 100 Ah Betriebspunkt 10 A · 84,1 Ah · −15,9 Ah0,512,55102550A (log)Ah

Die eingefärbte Fläche zwischen Ideallinie und Kurve ist der Peukert-Verlust — je höher der Strom, desto größer. Der Punkt ist dein Betriebspunkt.

Der Bezugsraten-Umrechner
bei C20100 Ahbei C575,8 AhDieselbe Batterie: von C20 auf C5 umgerechnet fehlen 24,2 Ah.

Kapazitätsangaben beziehen sich auf eine Entladedauer. Ein „100-Ah“-Akku bei C20 und einer bei C5 sind unterschiedlich große Batterien — vor dem Preisvergleich auf dieselbe Bezugsrate umrechnen.

Rechenschritte
  • Peukert-Exponent: k = 1,25
  • Entladedauer nach Peukert: H * (C_H / (H * I))^k = 8,409 h
  • Effektive Kapazität: C_H * ((C_H / H) / I)^(k-1) = 84,09 Ah
  • Umrechnung der Bezugsrate: C_H1 * (H2 / H1)^((k-1)/k) = 75,786 Ah

Die Formeln hinter dem Rechner

Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.

Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.

Datenstand: 2026-06-15

Jeder Zwischenwert mit Formel, Zahl und Herkunft
SchrittFormelWertHerkunft
Peukert-Exponentk1,25 Annahme
Entladedauer nach PeukertH * (C_H / (H * I))^k8,409 hexakt
Effektive KapazitätC_H * ((C_H / H) / I)^(k-1)84,09 Ahexakt
Umrechnung der BezugsrateC_H1 * (H2 / H1)^((k-1)/k)75,786 Ahexakt
Formel
t = H · (C_H / (H · I))^k · C_eff = C_H · ((C_H / H) / I)^(k−1)
Gültigkeitsbereich
Konstante Entladung nach Peukert (t = H·(C/(H·I))^k), Kapazitätsangabe mit benannter Bezugsrate. Ohne Datenblattwert gilt das Bandmittel der Chemie — sichtbar als Annahme; bei LiFePO4/NMC wird die Korrektur begründet abgeschaltet. Referenzfall: 100 Ah C20, 10 A, Nasszelle → 8,41 h statt linear 10 h (−15,9 %), auf C5 umgerechnet 75,8 Ah.
Nicht abgedeckt
Ladevorgänge, stark schwankende Lasten (Näherung über Effektivstrom), Temperatureinfluss auf den Exponenten, Erholungseffekte in Lastpausen, Alterung. Anlaufspitzen prüft Rechner 35, gemischte Profile Rechner 7.
Datenquellen
  • Herstellerdatenblätter (Victron, Fronius, BYD) und IEC 61427-1, aggregiert · abgerufen 2026-06-15

Häufige Fragen

Wie lange hält meine 100-Ah-Bleibatterie bei 10 A Entladestrom wirklich?

Kürzer, als die Nennkapazität nahelegt: Nach der Peukert-Formel t = H · (C_H / (H · I))^k ergeben sich im Referenzfall (C20 = 100 Ah, 10 A, k = 1,25) rund 8,4 Stunden statt 10 — die effektive Kapazität liegt bei etwa 84 Ah. Der Peukert-Exponent gehört ins Datenblatt; fehlt er, rechnet der Rechner mit der Bandbreite der Chemie und weist das als Annahme aus.

Gilt der Peukert-Effekt auch für LiFePO₄?

Praktisch nicht: Bei LiFePO₄ liegt der Exponent bei etwa 1,00 bis 1,05, der Effekt ist vernachlässigbar. Der Rechner schaltet die Korrektur dann ab und erklärt das, statt einen Effekt zu rechnen, den es dort nicht gibt. Damit werden beide verbreiteten Fehler vermieden — Peukert stumpf auf Lithium anzuwenden und ihn bei Blei wegzulassen.

Stimmt die Peukert-Rechnung auch bei Kühlschranktaktung oder Wechselrichterspitzen?

Nein, die Rechnung gilt nur für konstanten Entladestrom bei Nenntemperatur. Stark schwankende Last wie Kühlschranktaktung oder Wechselrichterspitzen, Temperatureinfluss und Alterung sind nicht abgedeckt. Eine Entladung schneller als C/1 liegt zudem außerhalb des Bereichs, in dem die Näherung für Blei belegt ist.

Wie groß ist der Peukert-Effekt im Referenzfall konkret?

Eine 100-Ah-Bleibatterie (C20, k = 1,25) liefert bei 10 A Entladestrom nicht 10 Stunden, sondern t = 20 · (100/200)^1,25 = 8,41 Stunden — effektiv 84,1 Ah statt 100. Die naive Rechnung C/I überschätzt die Laufzeit um 19 %. Bei noch höheren Strömen wächst der Fehler weiter: Bei 50 A bleiben von den 100 Ah nur noch rund 56 Ah übrig.

Warum sind „100 Ah bei C20“ und „100 Ah bei C5“ nicht dieselbe Batterie?

Weil die Kapazitätsangabe an der Entladedauer hängt: C20 heißt „gemessen bei 20-stündiger Entladung“ (5 A), C5 bei 5-stündiger (20 A). Dieselbe physische Bleibatterie zeigt bei C5 deutlich weniger Amperestunden als bei C20 — mit k = 1,25 rund 24 % weniger. Ein Hersteller, der bei C5 „100 Ah“ angibt, verkauft also eine größere Batterie als einer mit „100 Ah bei C20“. Der Umrechner macht beide vergleichbar; das ist der häufigste versteckte Vergleichsfehler beim Blei-Kauf.

Gilt Peukert auch für LiFePO₄?

Praktisch nicht: k liegt bei Lithium-Chemien um 1,00–1,05, und die nutzbare Kapazität ist nahezu unabhängig vom Entladestrom — einer der realen Vorteile gegenüber Blei. Der Rechner rechnet dann bewusst keine Korrektur, sondern meldet PEUKERT_NEGLIGIBLE und erklärt warum. In der Kurvengrafik liegen Ideallinie und Kurve dann sichtbar aufeinander.

Woher kommt der Peukert-Exponent, wenn ich keinen eintrage?

Aus dem Bandmittel der gewählten Chemie: Nasszelle 1,25 (Band 1,2–1,3), AGM 1,10 (1,05–1,15), Gel 1,15 — und die Seite weist das sichtbar als dominierende Annahme aus. Der Datenblattwert bleibt die bessere Zahl und kommt über den Schalter in den erweiterten Annahmen. Bis zum 5. August 2026 sendete das Formular still 1,25 für jede Chemie — bei AGM kostete das fast eine Stunde Laufzeit im Referenzfall (8,41 statt 9,33 h) und unterdrückte die Warnung.

Wie groß ist der Peukert-Verlust im Referenzfall konkret?

100 Ah (C20) bei 10 A Entladestrom: Statt der linearen 10 Stunden bleiben 8,41 Stunden — effektiv 84,1 Ah, also 15,9 % Verlust, weil mit dem doppelten Bezugsstrom entladen wird. Dieselbe Batterie auf C5 umgerechnet trägt nur noch 75,8 Ah. Wer C20-Kapazität mit C5-Lasten plant, vergleicht Äpfel mit Birnen — genau dafür steht der Bezugsraten-Umrechner daneben.

Warum schaltet der Rechner Peukert bei LiFePO4 ab?

Weil der Exponent dort bei 1,00 bis 1,05 liegt und der Effekt im Rauschen verschwindet: 100 Ah bei 10 A bleiben praktisch 10,0 Stunden. Eine „Korrektur“ zu rechnen, die es nicht gibt, wäre so falsch wie sie bei Blei wegzulassen. Der Rechner erklärt die Abschaltung, statt sie zu verstecken — beide verbreiteten Fehler sind damit ausgeschlossen.

Gilt Peukert auch beim Laden oder bei schwankender Last?

Nein. Die Beziehung beschreibt konstante Entladung; beim Laden wirkt sie nicht, und bei stark schwankender Last ist die Rechnung nur eine Näherung über den Effektivstrom. Für Anlauf- und Spitzenströme ist der C-Raten-Rechner zuständig, für gemischte Tagesprofile der Laufzeit-Rechner mit seinen Lastszenarien.

Warum steht die Bezugsdauer (C20, C10, C5) überhaupt dabei?

Weil „100 Ah“ ohne Bezugsrate keine vollständige Angabe ist: Dieselbe Bleibatterie, die bei C20 100 Ah trägt, liefert bei C5 nur rund 76 Ah. Hersteller wählen die Rate, die die größte Zahl ergibt. Der Rechner verlangt die Rate deshalb als Pflichtangabe und rechnet auf Wunsch in eine andere um — erst dann sind zwei Datenblätter vergleichbar.