Peukert-Korrektur berechnen
Rechnet Laufzeit und effektive Kapazität bei realem Entladestrom. Bei LiFePO₄ wird die Korrektur abgeschaltet und erklärt, statt einen Effekt zu rechnen, den es dort nicht gibt. Rechnet zusätzlich zwischen Bezugsraten um — C₂₀ gegen C₅.
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
Datenstand: 2026-06-15
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Peukert-Exponent | k | 1,25 | Annahme |
| Entladedauer nach Peukert | H * (C_H / (H * I))^k | 8,409 h | exakt |
| Effektive Kapazität | C_H * ((C_H / H) / I)^(k-1) | 84,09 Ah | exakt |
| Umrechnung der Bezugsrate | C_H1 * (H2 / H1)^((k-1)/k) | 75,786 Ah | exakt |
- Formel
t = H · (C_H / (H · I))^k · C_eff = C_H · ((C_H / H) / I)^(k−1)- Gültigkeitsbereich
- Konstante Entladung nach Peukert (t = H·(C/(H·I))^k), Kapazitätsangabe mit benannter Bezugsrate. Ohne Datenblattwert gilt das Bandmittel der Chemie — sichtbar als Annahme; bei LiFePO4/NMC wird die Korrektur begründet abgeschaltet. Referenzfall: 100 Ah C20, 10 A, Nasszelle → 8,41 h statt linear 10 h (−15,9 %), auf C5 umgerechnet 75,8 Ah.
- Nicht abgedeckt
- Ladevorgänge, stark schwankende Lasten (Näherung über Effektivstrom), Temperatureinfluss auf den Exponenten, Erholungseffekte in Lastpausen, Alterung. Anlaufspitzen prüft Rechner 35, gemischte Profile Rechner 7.
- Datenquellen
- Herstellerdatenblätter (Victron, Fronius, BYD) und IEC 61427-1, aggregiert · abgerufen 2026-06-15
Häufige Fragen
Wie lange hält meine 100-Ah-Bleibatterie bei 10 A Entladestrom wirklich?
Kürzer, als die Nennkapazität nahelegt: Nach der Peukert-Formel t = H · (C_H / (H · I))^k ergeben sich im Referenzfall (C20 = 100 Ah, 10 A, k = 1,25) rund 8,4 Stunden statt 10 — die effektive Kapazität liegt bei etwa 84 Ah. Der Peukert-Exponent gehört ins Datenblatt; fehlt er, rechnet der Rechner mit der Bandbreite der Chemie und weist das als Annahme aus.
Gilt der Peukert-Effekt auch für LiFePO₄?
Praktisch nicht: Bei LiFePO₄ liegt der Exponent bei etwa 1,00 bis 1,05, der Effekt ist vernachlässigbar. Der Rechner schaltet die Korrektur dann ab und erklärt das, statt einen Effekt zu rechnen, den es dort nicht gibt. Damit werden beide verbreiteten Fehler vermieden — Peukert stumpf auf Lithium anzuwenden und ihn bei Blei wegzulassen.
Stimmt die Peukert-Rechnung auch bei Kühlschranktaktung oder Wechselrichterspitzen?
Nein, die Rechnung gilt nur für konstanten Entladestrom bei Nenntemperatur. Stark schwankende Last wie Kühlschranktaktung oder Wechselrichterspitzen, Temperatureinfluss und Alterung sind nicht abgedeckt. Eine Entladung schneller als C/1 liegt zudem außerhalb des Bereichs, in dem die Näherung für Blei belegt ist.
Wie groß ist der Peukert-Effekt im Referenzfall konkret?
Eine 100-Ah-Bleibatterie (C20, k = 1,25) liefert bei 10 A Entladestrom nicht 10 Stunden, sondern t = 20 · (100/200)^1,25 = 8,41 Stunden — effektiv 84,1 Ah statt 100. Die naive Rechnung C/I überschätzt die Laufzeit um 19 %. Bei noch höheren Strömen wächst der Fehler weiter: Bei 50 A bleiben von den 100 Ah nur noch rund 56 Ah übrig.
Warum sind „100 Ah bei C20“ und „100 Ah bei C5“ nicht dieselbe Batterie?
Weil die Kapazitätsangabe an der Entladedauer hängt: C20 heißt „gemessen bei 20-stündiger Entladung“ (5 A), C5 bei 5-stündiger (20 A). Dieselbe physische Bleibatterie zeigt bei C5 deutlich weniger Amperestunden als bei C20 — mit k = 1,25 rund 24 % weniger. Ein Hersteller, der bei C5 „100 Ah“ angibt, verkauft also eine größere Batterie als einer mit „100 Ah bei C20“. Der Umrechner macht beide vergleichbar; das ist der häufigste versteckte Vergleichsfehler beim Blei-Kauf.
Gilt Peukert auch für LiFePO₄?
Praktisch nicht: k liegt bei Lithium-Chemien um 1,00–1,05, und die nutzbare Kapazität ist nahezu unabhängig vom Entladestrom — einer der realen Vorteile gegenüber Blei. Der Rechner rechnet dann bewusst keine Korrektur, sondern meldet PEUKERT_NEGLIGIBLE und erklärt warum. In der Kurvengrafik liegen Ideallinie und Kurve dann sichtbar aufeinander.
Woher kommt der Peukert-Exponent, wenn ich keinen eintrage?
Aus dem Bandmittel der gewählten Chemie: Nasszelle 1,25 (Band 1,2–1,3), AGM 1,10 (1,05–1,15), Gel 1,15 — und die Seite weist das sichtbar als dominierende Annahme aus. Der Datenblattwert bleibt die bessere Zahl und kommt über den Schalter in den erweiterten Annahmen. Bis zum 5. August 2026 sendete das Formular still 1,25 für jede Chemie — bei AGM kostete das fast eine Stunde Laufzeit im Referenzfall (8,41 statt 9,33 h) und unterdrückte die Warnung.
Wie groß ist der Peukert-Verlust im Referenzfall konkret?
100 Ah (C20) bei 10 A Entladestrom: Statt der linearen 10 Stunden bleiben 8,41 Stunden — effektiv 84,1 Ah, also 15,9 % Verlust, weil mit dem doppelten Bezugsstrom entladen wird. Dieselbe Batterie auf C5 umgerechnet trägt nur noch 75,8 Ah. Wer C20-Kapazität mit C5-Lasten plant, vergleicht Äpfel mit Birnen — genau dafür steht der Bezugsraten-Umrechner daneben.
Warum schaltet der Rechner Peukert bei LiFePO4 ab?
Weil der Exponent dort bei 1,00 bis 1,05 liegt und der Effekt im Rauschen verschwindet: 100 Ah bei 10 A bleiben praktisch 10,0 Stunden. Eine „Korrektur“ zu rechnen, die es nicht gibt, wäre so falsch wie sie bei Blei wegzulassen. Der Rechner erklärt die Abschaltung, statt sie zu verstecken — beide verbreiteten Fehler sind damit ausgeschlossen.
Gilt Peukert auch beim Laden oder bei schwankender Last?
Nein. Die Beziehung beschreibt konstante Entladung; beim Laden wirkt sie nicht, und bei stark schwankender Last ist die Rechnung nur eine Näherung über den Effektivstrom. Für Anlauf- und Spitzenströme ist der C-Raten-Rechner zuständig, für gemischte Tagesprofile der Laufzeit-Rechner mit seinen Lastszenarien.
Warum steht die Bezugsdauer (C20, C10, C5) überhaupt dabei?
Weil „100 Ah“ ohne Bezugsrate keine vollständige Angabe ist: Dieselbe Bleibatterie, die bei C20 100 Ah trägt, liefert bei C5 nur rund 76 Ah. Hersteller wählen die Rate, die die größte Zahl ergibt. Der Rechner verlangt die Rate deshalb als Pflichtangabe und rechnet auf Wunsch in eine andere um — erst dann sind zwei Datenblätter vergleichbar.