BMS dimensionieren
Rechnet Dauer-, Spitzen- und Ladestrom mit der MINIMALEN Batteriespannung, nicht mit der Nennspannung. Bei niedrigem Ladezustand ist der Strom am höchsten — und genau dann tritt die Spitzenlast auf. Die Rechnung mit Nennspannung liegt 22 % zu niedrig und führt zu einem BMS, das im entscheidenden Moment abschaltet.
- Der Dauerstrom von 133,3 A liegt über der BMS-Grenze von 120 A. Das BMS schaltet unter Last ab. Wähle ein größeres BMS.
BMS_CONTINUOUS_INSUFFICIENT - Das BMS hat keine Tieftemperatur-Ladesperre. Bei LiFePO4 im Wintereinsatz zerstört der erste Sonnenschein nach einer Frostnacht die Batterie. Ein BMS mit Ladesperre oder eine Heizung ist zwingend.
BMS_NO_LOW_TEMP_CUTOFF
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Sicherheitsrelevante Berechnung. Dies ist eine Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss zwingend von einer qualifizierten Elektrofachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
Datenstand: 2026-06-15 · Die fachliche Prüfung dieses sicherheitsrelevanten Rechners steht noch aus.
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Erforderlicher Dauerstrom | P_cont / (U_bat,min * eta) | 133,33 A | exakt |
| Erforderlicher Spitzenstrom | P_peak / (U_bat,min * eta_peak) | 352,94 A | exakt |
| Mit Nennspannung gerechnet | P_cont / (U_nom * eta) | 104,17 A | exakt |
| Empfohlene BMS-Größe | next rating >= I_cont,req | 150 A | exakt |
- Formel
I_cont = P_cont / (U_bat,min · η) · I_charge = P_charge / U_absorb- Gültigkeitsbereich
- Ströme aus der ENTLADESCHLUSSSPANNUNG (nicht Nennspannung): 1.200 W → 133 A statt 104 A — der Nennspannungswert steht als Vergleich daneben. Die Mindesttemperatur wird gegen das TMY-Minimum des Standorts geprüft (Gegenprobe außerhalb der Kaltprüfung — sie greift gerade bei zu milder Eingabe), aber nicht automatisch gesetzt. Spitzenfenster-Prüfung nur mit Datenblattwerten des BMS (Schalter); Balancing-Faustmaß ein Promille der Zellkapazität.
- Nicht abgedeckt
- Zellinterne Schutzparameter (Über-/Unterspannung je Zelle — Datenblattpflicht), MOSFET-Verlustleistung und Kühlung des BMS, Kommunikations-BMS-Funktionen, Extremjahre unterhalb des TMY-Minimums, die konkrete Temperatur am Einbauort (Jahresgang und Sperrtage rechnet Rechner 39).
- Datenquellen
- Herstellerdatenblätter (Victron, Fronius, BYD) und IEC 61427-1, aggregiert · abgerufen 2026-06-15
Häufige Fragen
Mit welcher Spannung muss ich den BMS-Strom berechnen?
Mit der minimalen Batteriespannung, also der Entladeschlussspannung — nicht mit der Nennspannung. Im Referenzfall braucht ein 12,8-V-System mit Entladeschluss 10,0 V für 1 200 W rund 133 A; die Rechnung mit Nennspannung ergibt nur 104 A, liegt 22 Prozent zu niedrig und führt zu einem BMS, das genau bei der Spitzenlast im entladenen Zustand abschaltet. Für den Ladestrom gilt umgekehrt die Ladeschlussspannung im Nenner.
Warum ist die Tieftemperatur-Ladesperre beim BMS so wichtig?
Günstige BMS haben oft keine Tieftemperatur-Ladesperre, und Lithiumzellen dürfen unter der Sperrgrenze nicht geladen werden. Ein Nutzer, der sein System korrekt dimensioniert hat, zerstört die Batterie sonst im ersten Winter — beim ersten Sonnenschein nach einer Frostnacht. Der Rechner prüft das und gibt die entsprechende Warnung aus.
Reicht das BMS als einzige Abschaltmöglichkeit im System?
Nein — ohne getrennten Hauptschalter oder Sicherung ist das BMS ein einzelner Ausfallpunkt, und der Rechner warnt davor. Nicht abgedeckt sind der Spannungseinbruch durch den Innenwiderstand während der Spitze, Zellungleichheit, Alterung und das thermische Verhalten des BMS selbst; die Auslegung ist von einer qualifizierten Fachkraft zu prüfen.
Wie groß ist der Fehler, wenn ich mit der Nennspannung rechne?
Erheblich: Im Referenzfall (12,8-V-System, Entladeschluss 10,0 V, 1.200 W Dauerlast, η = 0,90) braucht das BMS 1.200/(10,0 · 0,90) = 133,3 A — mit Nennspannung gerechnet kämen nur 104,2 A heraus, also 22 % zu wenig. Die Folge wäre ein 120-A-BMS, das genau im ungünstigsten Moment abschaltet: bei leerer Batterie unter Spitzenlast, wenn der Strom am höchsten ist.
Warum ist die Tieftemperatur-Ladesperre die wichtigste Frage dieses Rechners?
Weil LiFePO₄ unter 0 °C nicht geladen werden darf — dabei scheidet sich metallisches Lithium ab, das die Zelle dauerhaft schädigt und Kurzschlüsse verursachen kann. Günstige BMS haben diese Sperre oft nicht. Das perfekt dimensionierte System zerstört seine Batterie dann im ersten Winter: Frostnacht, morgens Sonne, der Laderegler lädt — in die gefrorene Zelle. Deshalb hat diese Anzeige in der Grafik eine eigene Form und die Warnung ist kritisch (rot, nicht schließbar).
Warum brauche ich neben dem BMS noch Hauptschalter und Sicherung?
Das BMS ist ein Single Point of Failure: Sein MOSFET-Schalter kann durchlegieren (dann trennt nichts mehr), und es schützt nicht bei jedem Fehlerbild — ein Kurzschluss vor dem BMS etwa läuft an ihm vorbei. Eine träge Hauptsicherung nahe am Pluspol und ein lasttrennfähiger Hauptschalter sind die vom BMS unabhängige zweite Ebene. Der Rechner meldet ihr Fehlen als eigenen Hinweis.
Prüft der Rechner meine Mindesttemperatur gegen den Standort?
Ja — und zwar gerade dann, wenn die Eingabe zu mild ist. Wer +5 °C einträgt, weil die Batterie „schon nicht so kalt wird“, bekommt die Gegenprobe: Das typische Jahresminimum in Berlin liegt bei −7,9 °C, die Ladesperr-Frage stellt sich dort also trotzdem. Die Kaltprüfung selbst würde bei +5 °C schweigen — deshalb läuft die Gegenprobe außerhalb von ihr. Gesetzt wird die Temperatur weiter von dir.
Warum verlangt die Spitzenfenster-Prüfung einen Schalter?
Weil ein immer gesendeter Vorgabewert der Engine als Datenblattwert gälte — derselbe Fehler, der beim Peukert-Rechner fast eine Stunde Laufzeit kostete. Ohne deine BMS-Spitzendaten entfällt die Fensterprüfung benannt („Spitzenfenster unbekannt“), statt gegen erfundene 250 A zu prüfen. Mit Schalter und Datenblattwerten prüft der Rechner Strom UND Dauer des Anlaufs gegen das Fenster.
Was kostet die Rechnung mit der Nennspannung konkret?
22 Prozent zu wenig BMS: 1.200 W durch (10,0 V × 0,9) sind 133 A — mit der Nennspannung 12,8 V kämen nur 104 A heraus, und man kauft ein 120-A-BMS, das bei leerer Batterie unter Volllast abschaltet. Genau dann, bei niedrigem Ladezustand, ist der Strom am höchsten und die Spitzenlast am wahrscheinlichsten. Beide Werte stehen deshalb nebeneinander auf der Seite.
Wozu der getrennte Hauptschalter, wenn das BMS doch abschaltet?
Weil das BMS ein Halbleiter-Bauteil mit einem einzigen Fehlerpfad ist: Legiert der MOSFET durch, trennt nichts mehr — und das BMS selbst lässt sich im Fehlerfall weder warten noch tauschen, solange Strom fließt. Ein mechanischer Trenner oder eine Sicherung daneben ist deshalb keine Redundanz-Kür, sondern die Voraussetzung, im Fehlerfall überhaupt handeln zu können.
Wie schnell muss das Balancing sein?
Als Faustmaß: Der Balancingstrom sollte mindestens ein Promille der Zellkapazität betragen — 0,1 A je 100 Ah. Darunter dauert der Ausgleich eines Prozents Kapazitätsunterschied länger als ein Ladezyklus, die Zellen driften schneller auseinander, als das BMS sie einfängt. Der Rechner rechnet die Stunden je Prozent aus; günstige BMS mit 30 bis 50 mA fallen hier regelmäßig durch.