Nutzbare Batteriekapazität berechnen
Rechnet die Nennkapazität in tatsächlich nutzbare Energie um — mit Entladetiefe, Temperatur, Alterung und Entladepfad. Alle Faktoren wirken multiplikativ, nicht additiv.
- LiFePO4 darf bei 0,6 °C nicht geladen werden. Lithium-Plating zerstört die Zellen irreversibel. Erforderlich sind eine Batterieheizung oder ein BMS mit Tieftemperatur-Ladesperre.
LFP_CHARGE_BELOW_FREEZING
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
Datenstand: 2026-06-15
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Wirkungsgrad des Entladepfads | eta_cable * (f_DC + f_AC * eta_inv) | 0,931 | Annahme |
| Nutzbare Energie | C * U_nenn * DoD * f_temp * f_alter * eta_Entladepfad | 652,87 Wh | exakt |
| Erforderliche Nennkapazität | E_gefordert / (U_nenn * f_gesamt) | 459,51 Ah | exakt |
- Formel
E_usable = C · U_nom · DoD · f_temp · f_age · η_path- Gültigkeitsbereich
- E_nutzbar = C·U·DoD·f_temp·f_alter·η_Entladepfad, multiplikativ (der additive Wert steht als Vergleich daneben). Der Kältefaktor folgt der Kennlinie der Chemie bei der Temperatur des Aufstellorts — im Freien beim Monatsmittel des Standorts (PVGIS-TMY), drinnen bei der Nutzerangabe; Frost- und Derating-Warnungen nutzen dieselbe Temperatur. Referenzfall: 100 Ah LiFePO4 außen in Berlin im Januar → 0,6 °C, Faktor 86 %. Round-Trip bewusst NICHT enthalten (Ladeseite — Doppelzählung).
- Nicht abgedeckt
- Erholungseffekte und Peukert (Rechner 36), Temperaturgradient innerhalb des Gehäuses, aktive Heizung, Zellstreuung im Block, kalendarische Alterung als Verlauf (der Altersfaktor ist ein Punktwert; die Kostenperspektive rechnet Rechner 34).
- Datenquellen
- Herstellerdatenblätter (Victron, Fronius, BYD) und IEC 61427-1, aggregiert · abgerufen 2026-06-15
Häufige Fragen
Wie viel Energie kann ich aus meiner 100-Ah-Batterie wirklich entnehmen?
Die nutzbare Energie ist Nennkapazität mal Nennspannung mal Entladetiefe mal Temperaturfaktor mal Alterungsfaktor mal Entladepfad-Wirkungsgrad. Entscheidend: Die Faktoren wirken multiplikativ, nicht additiv — 1,00 · 0,80 · 0,90 · 0,80 · 0,90 ergibt rund 0,52, nicht 0,40 wie eine additive Rechnung nahelegt. Der Rechner zeigt den naiven Vergleichswert mit an.
Muss ich den Round-Trip-Wirkungsgrad bei der nutzbaren Kapazität abziehen?
Nein — der Round-Trip-Wirkungsgrad wirkt auf der Ladeseite und gehört nicht in diese Rechnung. Wer ihn hier zusätzlich ansetzt, zählt ihn doppelt und rechnet 8 bis 15 Prozent zu pessimistisch.
Welche Entladetiefe ist für Bleibatterien vertretbar?
Bei AGM, Gel und Nassbatterien warnt der Rechner ab mehr als 50 Prozent Entladetiefe, bei LiFePO₄ zusätzlich vor dem Laden unter 5 °C. Nicht abgedeckt sind der Energieinhalt über die reale Entladekennlinie, der Kapazitätsverlauf über die Lebensdauer und Zellungleichheit — die Nennspannung dient als Näherung für den Entladeverlauf.
Warum ergeben die Abzüge zusammen nicht einfach die Summe?
Weil jeder Faktor auf den REST wirkt, nicht auf den Nennwert: 0,80 (DoD) × 0,90 (Temperatur) × 0,80 (Alterung) × 0,90 (Wechselrichter) = 0,518 — es bleiben 51,8 %. Wer die Abzüge addiert (20 + 10 + 20 + 10 = 60 Prozentpunkte), käme auf 40 % — ein anderer und falscher Wert. Der Abbaubalken zeigt beide Zahlen nebeneinander, damit der Unterschied sichtbar wird.
Wie funktioniert der Umkehrmodus?
Du gibst die geforderte nutzbare Energie am Lastausgang ein — etwa 3.000 Wh — und der Rechner löst nach der Nennkapazität auf: C_nenn = E / (U_nenn × Gesamtfaktor). Zusätzlich nennt er den Faktor mit dem größten Hebel. Das ist fast immer Alterungsreserve oder Temperatur — und dann ist die Batterie ins Beheizte zu stellen oft billiger, als mehr Amperestunden zu kaufen.
Warum taucht der Round-Trip-Wirkungsgrad hier nicht auf?
Weil er auf die LADESEITE gehört: Er beschreibt, wie viel von der eingeladenen Energie wieder herauskommt, und steckt deshalb in der Lade- und Array-Dimensionierung. Wer ihn zusätzlich auf der Entladeseite ansetzt, zählt ihn doppelt und rechnet 8–15 % zu pessimistisch. Auf der Entladeseite zählen nur Kabel- und Wechselrichterverluste — anteilig nach AC-Lastanteil.
Woher kommt der Kältefaktor?
Aus der Kennlinie der gewählten Chemie bei der Temperatur des Aufstellorts — im Freien beim Monatsmittel deines Standorts, drinnen bei deiner Angabe. Vorher standen Faktor und Temperatur als zwei unverbundene Felder nebeneinander: Man konnte −5 °C eintragen und trotzdem mit 0,9 rechnen. Für Berlin im Januar (0,6 °C) gibt die LiFePO4-Kennlinie 86 % — und erst diese echte Temperatur löst auch die Frost-Ladewarnung aus.
Warum wirken die Faktoren multiplikativ und nicht additiv?
Weil jeder Faktor auf das wirkt, was die vorigen übrig lassen: 0,80 DoD × 0,86 Kälte × 0,80 Alter × Entladepfad ergibt real gut die Hälfte — additiv gerechnet käme deutlich weniger heraus, und zwar methodisch falsch. Der Rechner zeigt den additiven Wert bewusst als Vergleich, derselbe Kernfehler wie bei der Verlustkette.
Was bedeutet der dominante Faktor praktisch?
Er zeigt, wo eine Verbesserung am meisten bringt — dort ansetzen statt größer kaufen. Steht die Kälte vorn, hilft ein wärmerer Aufstellort oder eine Batterieheizung mehr als 20 % Zusatzkapazität; dominiert der Entladepfad, lohnt der Blick auf AC-Anteil und Wechselrichter. Der Umkehrmodus rechnet daneben aus, welche Nennkapazität die geforderte Energie sonst bräuchte.
Warum fehlt der Round-Trip-Wirkungsgrad in dieser Rechnung?
Weil er auf der Ladeseite wirkt und dort schon gezählt wird (Modul- und Ladezeit-Rechner). Eine volle Batterie hat ihre Ladeverluste hinter sich — wer den Round-Trip hier noch einmal abzieht, rechnet 8 bis 15 % zu pessimistisch. Derselbe Doppelzähl-Fehler in die andere Richtung wäre es, den Entladepfad beim Laden anzusetzen.
Gilt die Entladetiefe-Empfehlung je Chemie auch hier?
Ja: Blei-Typen über 50 % zu entladen kostet Zyklen weit überproportional — der Rechner warnt dann, statt es zu verbieten. LiFePO4 verträgt 80 bis 90 %. Die Entladetiefe bleibt bewusst deine Wahl, weil sie ein Tausch zwischen nutzbarer Energie heute und Lebensdauer morgen ist; die Zyklenkosten-Seite rechnet genau diesen Tausch in Cent.