Ertragsverlust durch Ausrichtung berechnen
Rechnet den Jahresertrag deiner Dachausrichtung in Prozent des Standort-Optimums — stundengenau nach Perez aus dem PVGIS-Stundenraster, mit Geländehorizont, statt über eine Kosinus-Faustregel. In Berlin liefert ein Ostdach mit 35° Neigung rund 79 % des Optimums — und mehr als das Westdach, weil die Vormittage dort im Mittel klarer sind. Solche Wetter-Asymmetrien kann nur die Stundenrechnung zeigen.
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
Datenstand: 2026-07-30
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Stundensimulation (Perez-Transposition) | Σ_8760h Perez-POA(tilt 35°, az -90°) | 1.102,4 kWh/m² | gemessen |
| Kalibrierung aufs Vieljahresmittel der Einzeljahre | POA × mean(2005–2023)/TMY @ 35° S (× 0.929) | 1.024,4 kWh/m² | gemessen |
| Azimut-Sweep (Perez-Stundensimulation) | Σ_8760h Perez-POA × 24 az @ tilt 35° | 1.308,1 kWh/m² | gemessen |
| Standort-Optimum aus Neigung und Ausrichtung | argmax_{β,γ} H_a → β* 40°, γ* -4° | 1.312,4 kWh/m² | gemessen |
| Relativertrag | H_a(β, γ) / H_a(β*, γ*) | 78,053 % | gemessen |
- Formel
R(β, γ) = H_a(β, γ) / H_a(β*, γ*) · POA je Stunde nach Perez · Azimut-Sweep −180…+180° · je Monat aufs Vieljahresmittel 2005–2023 kalibriert- Gültigkeitsbereich
- DACH-Raster mit 0,25°-Auflösung (1155 Punkte, PVGIS-SARAH3 2005–2023), Neigungen 0–90°, alle Ausrichtungen, Geländehorizont des Rasterpunkts eingerechnet. Kreuzvalidiert gegen die PVGIS-Stundenrechnung an vier Referenzstandorten über je sieben Ausrichtungen: Relativertrag innerhalb von 1,5 Prozentpunkten, typisch unter 1.
- Nicht abgedeckt
- Nahverschattung durch Gebäude und Bäume (nur der Geländehorizont ist eingerechnet), Schneebedeckung, die Wirtschaftlichkeit einer Ost-West-Belegung mit doppelter Modulzahl — und die Bewertung der Morgen-/Abendverschiebung im Eigenverbrauch; die Tagesprofile dafür zeigt die Grafik, die Geldrechnung übernimmt der Eigenverbrauchs-Rechner.
- Datenquellen
- JRC Photovoltaic Geographical Information System (PVGIS), Europäische Kommission — Endpunkte tmy, MRcalc, printhorizon · PVGIS API v5_3, Strahlungsdatenbanken PVGIS-SARAH3 · abgerufen 2026-07-30
Dieselbe Fläche an Standorten in der Nähe
35° Neigung, Südausrichtung, identische Fläche — die nächstgelegenen Städte rund um deinen Standort, jede mit eigenem Wetter-Rasterpunkt. Jede Zeile ist mit denselben Formeln gerechnet wie dein Ergebnis oben.
| Standort | Entfernung | PSH/Tag | P90 kWh/m² | Optimum |
|---|---|---|---|---|
| Berlin | 1 km | 3,58 | 1.208 | 40° |
| Oranienburg | 19 km | 3,50 | 1.194 | 40° |
| Blankenfelde-Mahlow | 20 km | 3,58 | 1.198 | 35° |
| Potsdam | 22 km | 3,59 | 1.215 | 40° |
| Bernau | 22 km | 3,52 | 1.209 | 35° |
| Ludwigsfelde | 26 km | 3,64 | 1.219 | 40° |
| Königs Wusterhausen | 29 km | 3,57 | 1.203 | 40° |
| Strausberg | 33 km | 3,63 | 1.232 | 40° |
| Eberswalde | 45 km | 3,57 | 1.227 | 40° |
Zwischen dem sonnigsten und dem trübsten Nachbarort liegen 4 % — Standort schlägt Neigungsoptimierung. Klick auf einen Ort öffnet dessen Standortseite in einem neuen Tab.
Ertrag nach Ausrichtung: große Städte (DE / AT / CH)
Relativertrag je Himmelsrichtung bei 35° Neigung, in Prozent des jeweiligen Standort-Optimums — je Stadt aus der Stundensimulation gerechnet, nicht aus der üblichen Deutschland-Einheitstabelle. Die zwei Spalten, die dort immer fehlen: das Ost-West-Paar (Satteldach, beide Seiten belegt) und die ehrliche Nord-Zahl.
| Stadt | Süd | Südost | Südwest | Ost | West | Ost-West-Paar | Nord |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| BerlinDE | 100 % | 94 % | 92 % | 78 % | 76 % | 77 % | 50 % |
| HamburgDE | 100 % | 95 % | 93 % | 80 % | 78 % | 79 % | 53 % |
| MünchenDE | 100 % | 94 % | 93 % | 79 % | 78 % | 78 % | 53 % |
| KölnDE | 100 % | 95 % | 93 % | 80 % | 78 % | 79 % | 53 % |
| Frankfurt am MainDE | 100 % | 95 % | 94 % | 80 % | 79 % | 80 % | 54 % |
| DüsseldorfDE | 100 % | 94 % | 93 % | 79 % | 78 % | 79 % | 54 % |
| StuttgartDE | 100 % | 93 % | 94 % | 78 % | 79 % | 78 % | 53 % |
| EssenDE | 100 % | 95 % | 94 % | 80 % | 80 % | 80 % | 56 % |
| DortmundDE | 100 % | 95 % | 94 % | 80 % | 79 % | 80 % | 55 % |
| DresdenDE | 100 % | 94 % | 93 % | 78 % | 77 % | 78 % | 51 % |
| WienAT | 100 % | 95 % | 92 % | 80 % | 77 % | 79 % | 55 % |
| GrazAT | 100 % | 93 % | 93 % | 77 % | 77 % | 77 % | 51 % |
| LinzAT | 100 % | 93 % | 95 % | 77 % | 79 % | 78 % | 52 % |
| SalzburgAT | 100 % | 94 % | 94 % | 79 % | 79 % | 79 % | 54 % |
| ZürichCH | 100 % | 94 % | 93 % | 78 % | 78 % | 78 % | 52 % |
| GenfCH | 100 % | 93 % | 94 % | 77 % | 78 % | 78 % | 51 % |
| BaselCH | 100 % | 94 % | 94 % | 80 % | 79 % | 79 % | 54 % |
| LausanneCH | 99 % | 89 % | 95 % | 72 % | 79 % | 75 % | 49 % |
100 % = bestes Neigungs-/Ausrichtungs-Paar des jeweiligen Standorts. Alle Werte bei 35° Neigung, Geländehorizont eingerechnet, PVGIS-SARAH3-Stundendaten (2005–2023). Ost-West-Paar: halbe Fläche Ost, halbe West — der Eigenverbrauchsvorteil des Doppelpeaks kommt noch dazu (siehe FAQ). Klick auf eine Stadt öffnet deren Standortseite.
Häufige Fragen
Wie finde ich heraus, in welche Richtung mein Dach zeigt?
Am schnellsten über die Satellitenansicht von Google Maps oder einem Solarkataster: Karte nach Norden ausrichten (Norden ist oben), dann die Richtung des Dachfirsts ablesen — die Traufseite deines PV-Dachs zeigt senkrecht dazu. Eine Kompass-App direkt am Fenster funktioniert auch, weicht aber durch Metall in der Fassade gern einige Grad ab. Für diesen Rechner reicht die Himmelsrichtung auf ±10 Grad locker aus: Das Polardiagramm unten zeigt, wie wenig einzelne Grad ausmachen. Konvention hier: 0° = Süd, −90° = Ost, +90° = West.
Wie viel Ertrag kostet ein Ost- oder Westdach gegenüber Süd?
In Berlin liefert ein Ostdach mit 35° Neigung rund 79 % des Standort-Optimums, ein Westdach rund 76 % — also 21–24 % Verlust. Der Wert hängt an Standort und Neigung: Je flacher die Fläche, desto kleiner der Unterschied zwischen den Ausrichtungen. Der Rechner rechnet deine Kombination stundengenau für deinen Rasterpunkt, statt eine pauschale Tabellenzahl zu zeigen.
Warum liefert Ost in Berlin mehr als West?
Weil die Vormittage dort im Mittel klarer sind als die Nachmittage — Nebel löst sich auf, Quellbewölkung baut sich erst am Nachmittag auf. Die Stundensimulation über das typische meteorologische Jahr bildet das ab; die PVGIS-eigene Rechnung zeigt dieselbe Differenz von 3–4 %. Ein Geometrie- oder Kosinusmodell kann solche Wetter-Asymmetrien prinzipbedingt nicht sehen — es behandelt Ost und West immer als gleichwertig.
Mein Dach zeigt nach Südost oder Südwest — muss ich mir Sorgen machen?
Nein. Bei 35° Neigung liegt Südost in Berlin bei rund 95 % des Optimums, Südwest bei rund 92 % — ein Verlust im einstelligen Prozentbereich, der in der Praxis von Verschattung, Verschmutzung oder einem schlechten Wechselrichter-Arbeitspunkt überlagert wird. Abweichungen bis 45° von Süd sind fast immer unkritisch.
Ist eine Nordfläche für Photovoltaik sinnlos?
Nicht sinnlos, aber teuer erkauft: Eine Nordfläche mit 35° Neigung kommt in Berlin auf rund 51 % des Optimums. Der hohe Diffusanteil des DACH-Klimas rettet dabei mehr, als die Faustregel vermuten lässt — Diffuslicht kommt aus dem ganzen Himmel und trifft auch Nordflächen. Je flacher die Neigung, desto kleiner wird der Nachteil; bei 0° verschwindet er vollständig.
Ist Ost-West deshalb schlechter als Süd?
Pro Quadratmeter ja: Ein Ost-West-Paar (je halb Ost, halb West) liefert in Berlin bei 35° rund 77 % des Optimums. Aber auf einem Satteldach bringt Ost-West fast die doppelte Modulzahl unter, und das Tagesprofil wird breiter — Erzeugung wandert in die Morgen- und Abendstunden, in denen tatsächlich verbraucht wird. Da eine selbst verbrauchte Kilowattstunde ein Mehrfaches der Einspeisevergütung wert ist, liegt Ost-West wirtschaftlich oft vorn. Die Tagesprofil-Grafik unter dem Ergebnis zeigt genau diese Verschiebung.
Woher kommen die Zahlen, und wie genau sind sie?
Aus dem committeten TMY-Stundenraster (PVGIS-SARAH3, 2005–2023, 1.155 Rasterpunkte im DACH-Raum): Für jede der 8760 Stunden wird die Einstrahlung mit dem Perez-Modell in die Modulebene umgerechnet, der Geländehorizont abgezogen und das Niveau aufs Vieljahresmittel kalibriert. Kreuzvalidiert gegen die PVGIS-Stundenrechnung an vier Referenzstandorten über je sieben Ausrichtungen: Der Relativertrag stimmt auf 1,5 Prozentpunkte, typisch besser als 1.