Jahresertrag berechnen
Rechnet den Jahresertrag stundengenau mit der vollen PVGIS-Leistungskette (Modultemperatur, Schwachlicht, Reflexion, Montageart) — und die Summe über die Lebensdauer mit Degradation. 0,5 % je Jahr klingen nach nichts; über 25 Jahre fehlen rund 6 % der naiven Summe, bei 10 kWp der Ertrag von anderthalb Jahren. Dazu der Garantie-Prüfer: Ab welcher Unterschreitung beginnt ein Garantiefall?
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
Datenstand: 2026-07-30
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Energie-Stundensimulation (IAM, Faiman, Huld) | Σ_8760h P_STC · G_eff/1000 · η_rel(Huld) · η_sys, T_m Faiman(roof) | 9.948,3 kWh | gemessen |
| P50/P90 aus Einzeljahren | P50/P90(n = 19, ref 35°) | 9.166,1 kWh | gemessen |
| Degradationssumme | Σ (1-0.005)^(t-1), t = 1..25 = 23.556 | 234.340 kWh | Annahme |
| Garantie-Mindestkurve des Herstellers | min(t): 99.0 % → 87 % @ 25 a | 8.655 kWh | gemessen |
- Formel
E_1 = Σ_h P_STC · G_eff/1000 · η_rel(Huld) · η_sys · E(t) = E_1 · (1−d)^(t−1) · E_ges(n) = E_1 · (1−(1−d)^n)/d- Gültigkeitsbereich
- DACH-Raster mit 0,25°-Auflösung (1155 Punkte, PVGIS-SARAH3 2005–2023), alle Ausrichtungen, Geländehorizont, Niveau aufs Vieljahresmittel kalibriert. Jahr 1 ist per Test deckungsgleich mit der Jahressumme des Monatsertrag-Rechners und erbt dessen PVcalc-Kreuzvalidierung (±1,7 %). Degradation als geometrische Reihe, Median 0,5 %/a nach Jordan & Kurtz 2013 — Referenz: 20 Jahre liefern das 19,08-fache des ersten Jahres, nicht das 20-fache.
- Nicht abgedeckt
- Nahverschattung, Schneebedeckung, Spektralkorrektur (siehe Rechner 27), Wechselrichter-Ausfälle und -Tausch, Vergütungs- und Preispfade — dafür sind Rechner 41, 48 und 50 da. Die Herstellergarantie gilt für die Modulleistung, nicht direkt für kWh; der Garantie-Prüfer übersetzt sie über das Wetterjahr in Energie.
- Datenquellen
- JRC Photovoltaic Geographical Information System (PVGIS), Europäische Kommission — Endpunkte tmy, MRcalc, printhorizon · PVGIS API v5_3, Strahlungsdatenbanken PVGIS-SARAH3 · abgerufen 2026-07-30
Dieselbe Fläche an Standorten in der Nähe
35° Neigung, Südausrichtung, identische Fläche — die nächstgelegenen Städte rund um deinen Standort, jede mit eigenem Wetter-Rasterpunkt. Jede Zeile ist mit denselben Formeln gerechnet wie dein Ergebnis oben.
| Standort | Entfernung | PSH/Tag | P90 kWh/m² | Optimum |
|---|---|---|---|---|
| Berlin | 1 km | 3,58 | 1.208 | 40° |
| Oranienburg | 19 km | 3,50 | 1.194 | 40° |
| Blankenfelde-Mahlow | 20 km | 3,58 | 1.198 | 35° |
| Potsdam | 22 km | 3,59 | 1.215 | 40° |
| Bernau | 22 km | 3,52 | 1.209 | 35° |
| Ludwigsfelde | 26 km | 3,64 | 1.219 | 40° |
| Königs Wusterhausen | 29 km | 3,57 | 1.203 | 40° |
| Strausberg | 33 km | 3,63 | 1.232 | 40° |
| Eberswalde | 45 km | 3,57 | 1.227 | 40° |
Zwischen dem sonnigsten und dem trübsten Nachbarort liegen 4 % — Standort schlägt Neigungsoptimierung. Klick auf einen Ort öffnet dessen Standortseite in einem neuen Tab.
Häufige Fragen
Wie viel kWh liefert eine 10-kWp-Anlage im Jahr?
In Berlin bei 35° Neigung, Südausrichtung und Aufdachmontage rund 10.000 kWh im ersten Jahr — also etwa 1.000 kWh je kWp. Der Wert kommt aus der Stundensimulation mit Modultemperatur, Schwachlicht- und Reflexionsverlusten für deinen Rasterpunkt, nicht aus einer Faustformel. Sonnigere Standorte im Süden des DACH-Raums erreichen 1.100–1.150 kWh je kWp.
Warum rechnet der Rechner die Degradation in die Lebensdauersumme ein?
Weil eine Anlage nicht 25 Jahre lang den Neuwert liefert. Mit dem Median-Wert von 0,5 % Leistungsverlust je Jahr (Jordan & Kurtz 2013) fehlen über 25 Jahre rund 6 % der naiven Summe „25 × Jahr eins“ — bei 10 kWp der Ertrag von anderthalb Jahren. Die Spez-Referenz: 20 Betriebsjahre liefern das 19,08-fache des ersten Jahres, nicht das 20-fache.
Was macht der Garantie-Prüfer?
Er übersetzt die Leistungsgarantie vom Moduldatenblatt (z. B. „87 % nach 25 Jahren, 1 % im ersten Jahr, dann linear“) in eine Mindestertragskurve für deinen Standort. Damit siehst du, welchen Jahresertrag du im Garantiefall mindestens erwarten darfst — in Berlin bei 10 kWp rund 8.700 kWh im 25. Jahr — und ab welcher gemessenen Unterschreitung ein Anspruch begründbar ist. Liegt sogar der Erwartungspfad unter der Garantie, warnt der Rechner: Dann ist die angesetzte Degradation höher, als der Hersteller garantiert.
Was bedeutet der P90-Wert im ersten Jahr?
Den Ertrag erreicht deine Anlage in 9 von 10 Wetterjahren — gerechnet aus den 19 echten Jahren (2005–2023) des Datensatzes. Für die Finanzierung ist P90 die belastbare Zahl: In Berlin liegt er rund 8 % unter dem Erwartungswert. Ein einzelnes trübes Jahr ist damit kein Anlagenfehler, sondern eingepreist.
Ist das erste oder das letzte Betriebsjahr maßgebend für die Auslegung?
Je nach Frage beides: Wechselrichter und Netzanschluss werden aufs erste Jahr ausgelegt (höchste Leistung), Wirtschaftlichkeit und Autarkie aufs Mittel — und wer am Ende der Laufzeit noch einen Verbrauch decken will (etwa ein E-Auto), rechnet mit dem letzten Jahr: Bei 0,5 %/a sind das noch rund 89 % des Anfangswerts. Der Rechner weist alle drei aus.
Woher kommen die Zahlen, und wie genau sind sie?
Jahr 1 läuft durch dieselbe Rechenkette wie der Monatsertrag-Rechner — kreuzvalidiert gegen PVGIS PVcalc an vier Referenzstandorten (Jahressumme innerhalb von 1,7 %, bewusst leicht konservativ, weil die PVGIS-Spektralkorrektur nicht frei verfügbar ist). Die Degradationsmathematik ist eine geschlossene geometrische Reihe und gegen die Referenzrechnung der Spezifikation getestet.
Welche Degradationsrate soll ich eintragen?
Der Standardwert 0,5 % pro Jahr ist der Feldstudien-Median (Jordan & Kurtz, NREL) und passt für klassische PERC-Module mit Glas-Folie-Aufbau. Moderne Datenblätter garantieren besser: TOPCon-Module typisch 0,40 % pro Jahr (oft „87,4 % nach 30 Jahren“), Heterojunction bis hinunter zu 0,25 %, Glas-Glas-Aufbau generell am unteren Rand. Fraunhofer-ISE-Feldmessungen finden real oft nur ~0,15 %. Ehrlicher Rat: Für die Planung die Garantierate des Wunschmoduls eintragen — für die Wirtschaftlichkeitsrechnung lieber die konservativen 0,5 %.
Lohnt sich der Weiterbetrieb nach 20 Jahren (Post-EEG)?
Rein technisch fast immer: Bei 0,5 % Degradation pro Jahr liefert die Anlage nach 20 Jahren noch rund 91 % ihrer Anfangsleistung — stelle oben die Lebensdauer auf 25 oder 30 Jahre und du siehst den Restertrag in kWh, den ein Abbau verschenken würde. Ob sich der Weiterbetrieb wirtschaftlich rechnet, hängt an der Verwertung des Stroms nach Ende der EEG-Vergütung: Eigenverbrauch schlägt Volleinspeisung deutlich. Dafür gibt es den Eigenverbrauchs- und den Einspeiseerlös-Rechner.