Sonnenstunden berechnen (Peak Sun Hours)
Rechnet die Peak Sun Hours deines Standorts je Monat — in Modulebene, für beliebige Neigung UND Ausrichtung, mit Geländehorizont und P50/P90-Band aus 19 Einzeljahren. Datengrundlage: PVGIS-Stundendaten (SARAH3). „Sonnenscheinstunden“ aus dem Wetterbericht sind für die Auslegung unbrauchbar; Peak Sun Hours sind Energie: kWh/m² je Tag. Genau die Sonneneinstrahlung, die über den Ertrag deiner Solaranlage entscheidet.
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
Datenstand: 2026-07-30
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Stundensimulation (Perez-Transposition) | Σ_8760h Perez-POA(tilt 35°, az 0°) | 1.419,3 kWh/m² | gemessen |
| Kalibrierung aufs Vieljahresmittel der Einzeljahre | POA × mean(2005–2023)/TMY @ 35° S (× 0.921) | 1.307,8 kWh/m² | gemessen |
| Jahresmittel je Tag | H_a / 365 | 3,5831 kWh/m²/d | gemessen |
| Gewinn gegenüber Globalstrahlung | POA_a / GHI_a - 1 | 18,119 % | gemessen |
| P50/P90 aus Einzeljahren | P50/P90(n = 19, ref 35°) | 1.207,9 kWh/m² | gemessen |
- Formel
POA (Einstrahlung in Modulebene) je Stunde = Direkt · cos AOI + Perez-Himmelsdiffus + Bodenreflex · Summe über 8760 h · je Monat aufs Vieljahresmittel 2005–2023 kalibriert- Gültigkeitsbereich
- DACH-Raster mit 0,25°-Auflösung (1155 Punkte, PVGIS-SARAH3 2005–2023), Neigung 0–90°, alle Ausrichtungen, feste Flächen sowie ein- und zweiachsige Nachführung, Geländehorizont des Rasterpunkts eingerechnet. Das Niveau ist je Monat aufs Vieljahresmittel der PVGIS-Einzeljahre kalibriert, der Sonnenstand auf den SARAH-Scanzeitpunkt (ca. hh:11) gelegt. Kreuzvalidiert gegen PVGIS: absolute Jahressumme unter 2 % Abweichung an vier Flachland-Referenzstandorten über alle Neigungen 15–90°, Ost- und Westflächen gegen die PVGIS-Stundenrechnung bei rund 1 %.
- Nicht abgedeckt
- Schneebedeckung der Module (eigener Warnhinweis), Nahverschattung durch Gebäude und Bäume (nur der Geländehorizont ist eingerechnet), Backtracking und Reihenverschattung bei Nachführung. Die P50/P90-Jahresstreuung wird an der Referenz 35° Süd gemessen und auf die gewählte Konfiguration übertragen — eine ausgewiesene Näherung.
- Datenquellen
- JRC Photovoltaic Geographical Information System (PVGIS), Europäische Kommission — Endpunkte tmy, MRcalc, printhorizon · PVGIS API v5_3, Strahlungsdatenbanken PVGIS-SARAH3 · abgerufen 2026-07-30
Dieselbe Fläche an Standorten in der Nähe
35° Neigung, Südausrichtung, identische Fläche — die nächstgelegenen Städte rund um deinen Standort, jede mit eigenem Wetter-Rasterpunkt. Jede Zeile ist mit denselben Formeln gerechnet wie dein Ergebnis oben.
| Standort | Entfernung | PSH/Tag | P90 kWh/m² | Optimum |
|---|---|---|---|---|
| Berlin | 1 km | 3,58 | 1.208 | 40° |
| Oranienburg | 19 km | 3,50 | 1.194 | 40° |
| Blankenfelde-Mahlow | 20 km | 3,58 | 1.198 | 35° |
| Potsdam | 22 km | 3,59 | 1.215 | 40° |
| Bernau | 22 km | 3,52 | 1.209 | 35° |
| Ludwigsfelde | 26 km | 3,64 | 1.219 | 40° |
| Königs Wusterhausen | 29 km | 3,57 | 1.203 | 40° |
| Strausberg | 33 km | 3,63 | 1.232 | 40° |
| Eberswalde | 45 km | 3,57 | 1.227 | 40° |
Zwischen dem sonnigsten und dem trübsten Nachbarort liegen 4 % — Standort schlägt Neigungsoptimierung. Klick auf einen Ort öffnet dessen Standortseite in einem neuen Tab.
Sonnenstunden in großen Städten (DE / AT / CH)
Peak Sun Hours bei 35° Neigung, Südausrichtung — gerechnet mit derselben Engine wie oben, inklusive Geländehorizont. Die Jahressumme in kWh/m² ist zugleich der ideale Ertrag je kWp vor Systemverlusten („Volllaststunden“); wer off-grid auslegt, dimensioniert nach dem schlechtesten Monat, nicht nach dem Jahresmittel.
| Stadt | Jahr Ø PSH/Tag | Trübster Monat | Bester Monat | P90 kWh/m² | Optimum |
|---|---|---|---|---|---|
| BerlinDE | 3,58 | 1,03 | 5,72 | 1.208 | 40° |
| HamburgDE | 3,41 | 0,89 | 5,53 | 1.176 | 40° |
| MünchenDE | 3,95 | 1,78 | 5,68 | 1.349 | 40° |
| KölnDE | 3,51 | 1,13 | 5,39 | 1.211 | 40° |
| Frankfurt am MainDE | 3,76 | 1,16 | 5,74 | 1.281 | 35° |
| DüsseldorfDE | 3,54 | 1,13 | 5,42 | 1.224 | 40° |
| StuttgartDE | 3,87 | 1,44 | 5,78 | 1.320 | 35° |
| EssenDE | 3,49 | 1,12 | 5,39 | 1.207 | 35° |
| DortmundDE | 3,48 | 1,11 | 5,36 | 1.184 | 40° |
| DresdenDE | 3,63 | 1,30 | 5,48 | 1.237 | 40° |
| WienAT | 3,93 | 1,15 | 6,00 | 1.364 | 35° |
| GrazAT | 4,23 | 1,96 | 6,06 | 1.428 | 40° |
| LinzAT | 3,94 | 1,40 | 5,84 | 1.374 | 35° |
| SalzburgAT | 3,65 | 0,55 | 5,22 | 1.239 | 35° |
| ZürichCH | 4,03 | 1,73 | 5,73 | 1.382 | 40° |
| GenfCH | 4,37 | 2,06 | 6,19 | 1.503 | 40° |
| BaselCH | 3,96 | 1,76 | 5,68 | 1.310 | 35° |
| LausanneCH | 4,29 | 2,03 | 6,05 | 1.466 | 40° |
Alle Werte: 35° Neigung, Süd, Geländehorizont des jeweiligen Rasterpunkts, PVGIS-SARAH3-Stundendaten (2005–2023), je Monat aufs Vieljahresmittel kalibriert. Klick auf eine Stadt öffnet deren Standortseite mit Monatswerten und optimaler Neigung.
Häufige Fragen
Was sind Peak Sun Hours — und warum sind Wetterbericht-Sonnenstunden unbrauchbar?
Peak Sun Hours sind Energie: kWh/m² je Tag, ausgedrückt als Stunden voller Referenzeinstrahlung (1000 W/m²). Die „Sonnenscheinstunden“ aus dem Wetterbericht (amtlich: Sonnenscheindauer, gemessen vom DWD) messen etwas anderes: die Zeit, in der die Direktstrahlung über 120 W/m² liegt (WMO-Definition) — eine blasse Winterstunde knapp über der Schwelle zählt dort voll, genau wie eine gleißende Junistunde mit einem Vielfachen an Energie. Für die Auslegung zählt nur die Energie. Berlin bei 35° Neigung: rund 5,7 PSH im besten Monat, knapp über 1 im Dezember — ein Jahresschnitt verschleiert genau diesen Unterschied.
Wie rechnet dieser Rechner — und wie genau ist er?
Er simuliert dein Modul Stunde für Stunde durch ein typisches meteorologisches Jahr (TMY, 8760 Stundenwerte aus PVGIS-SARAH3, 2005–2023): Sonnenstand, Einfallswinkel, Perez-Transposition des Diffusanteils, Bodenreflexion und der Geländehorizont deines Rasterpunkts. Deshalb funktioniert er für jede Ausrichtung — auch Ost-West oder Fassade. Im Kreuzvergleich mit PVGIS liegt der Neigungsgewinn unter 2 % Abweichung (bis 60° Neigung) bzw. 3 % an der Fassade.
Was bedeuten P50 und P90 — und warum streuen die Jahre?
Das typische Jahr ist ein Mittelwert; echte Jahre streuen um mehrere Prozent. Aus den 19 Einzeljahren des Datensatzes bildet der Rechner deshalb zwei Bänder: P50 ist der Median — die Hälfte der Jahre liegt darüber. P90 ist der Wert, der in 9 von 10 Jahren erreicht wird — die vorsichtige Zahl für Auslegung und Finanzierung. Wer mit P50 plant, wird in der Hälfte der Jahre enttäuscht.
Gilt der Wert auch für mein Grundstück im Tal oder am Hang?
Der Geländehorizont (Berge, Hügelketten) deines nächstgelegenen Rasterpunkts ist eingerechnet — das 0,25°-Raster liegt nie weiter als ~17 km entfernt. NICHT eingerechnet ist Nahverschattung durch Gebäude, Bäume oder den Nachbargiebel; die wirkt zusätzlich und vor allem im Winter. Auch Schnee auf den Modulen ist nicht modelliert — für diese Monate warnt der Rechner ausdrücklich.
Wie viele Sonnenstunden braucht eine Photovoltaik-Anlage, damit sie sich lohnt?
Die Frage ist verständlich, aber falsch gestellt — entscheidend ist nicht die Stundenzahl, sondern die Energie. Bei 35° Süd sammelt eine Modulfläche in DACH zwischen rund 3,4 (Hamburg) und 4,4 (Genf) kWh/m² am Tag im Jahresmittel, als Jahressumme 1.250 bis 1.600 kWh/m² (siehe Städte-Tabelle). Nach Systemverlusten bleiben davon grob 85 % als spezifischer Ertrag je kWp. Ob sich das rechnet, entscheiden dann Strompreis, Eigenverbrauch und Anlagenkosten — nicht die Sonne: Der Unterschied zwischen dem trübsten und dem sonnigsten DACH-Standort liegt bei nur etwa 25 %, ganz DACH ist hell genug für wirtschaftliche Photovoltaik.
Wie stark bricht der Ertrag im Winter ein?
Deutlich: Zwischen bestem und schlechtestem Monat liegt in DACH typisch Faktor 4 bis 6 — Berlin bei 35° Süd: rund 5,7 kWh/m² am Tag im Juni, etwa 1 im Dezember. Deshalb zeigt dieser Rechner den schlechtesten Monat als eigene Kennzahl: Wer off-grid plant, dimensioniert nach dem Dezember (am besten nach dessen P90-Wert), nicht nach dem Jahresmittel. Steilere Neigung mildert den Winterknick — probiere es oben live aus; für die senkrechte Montage am Balkongeländer gibt es den eigenen Balkonkraftwerk-Rechner.
Sind Peak Sun Hours dasselbe wie Volllaststunden?
Nein, aber sie hängen direkt zusammen. Peak Sun Hours beschreiben das Sonnenangebot je Quadratmeter Modulfläche (kWh/m² und Tag), Volllaststunden den Ertrag je installierter Leistung (kWh/kWp und Jahr — der „spezifische Ertrag“). Die Brücke: Bei Referenzeinstrahlung liefert ein Kilowatt Peak genau ein Kilowatt — die PSH-Jahressumme ist damit der ideale Ertrag je kWp, bevor reale Systemverluste abgehen (PVGIS setzt dafür pauschal 14 % an). Beispiel Berlin, 35° Süd: 1.300 kWh/m² im Jahr ergeben rund 1.100 Volllaststunden.
Funktioniert der Rechner auch außerhalb von Deutschland, Österreich und der Schweiz?
Noch nicht. Das Stundenraster deckt derzeit den DACH-Raum ab: 1.155 Rasterpunkte mit 0,25° Auflösung, der nächste Punkt ist nie weiter als ~17 km entfernt. Für andere Regionen sind die Behörden-Tools die beste Wahl: PVGIS der EU-Kommission (weltweit außer Polregionen) oder PVWatts vom US-Labor NLR (ehemals NREL) für die USA. Ein US-Raster auf Basis der NSRDB-Stundendaten ist in Vorbereitung — mit demselben Rechenweg und denselben P50/P90-Bändern wie hier.