Starlink-Stromverbrauch off-grid berechnen
Rechnet den Starlink-Verbrauch als Bandbreite aus den offiziellen Spec-Sheets (Standard Gen 3: 75–100 W, Mini: 25–40 W, Flat HP: 110–150 W) — inklusive der zwei Posten, die andere übergehen: die Schneeschmelzfunktion im Winter und die 24/7-Nachtlast, die die Batterie tragen muss. Eine Dauerlast ist eine andere Auslegung als eine Tageslast.
Die Formeln hinter dem Rechner
Jede Zahl oben ist nachrechenbar: der vollständige Rechenweg, alle Annahmen und die Datenquelle mit Abrufdatum — dazu die Kreuzvalidierung gegen unabhängige Referenzen. Offengelegt statt behauptet.
Schätzung auf Basis der genannten Annahmen. Die finale Auslegung muss von einer qualifizierten Fachkraft nach den vor Ort geltenden Vorschriften geprüft werden.
Datenstand: 2026-07-15
| Schritt | Formel | Wert | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Tagesverbrauch (Band) | h_aktiv*P_Band + h_standby*P_idle, /eta_WR | 1.244,4 Wh/d | Annahme |
| Schneeschmelz-Zuschlag | h_schnee * (P_heiz - P_grund) / eta | 266,67 Wh/d | Annahme |
| Nachtlast der Batterie | h_nacht * P_idle / eta / U | 22,222 Ah | Annahme |
- Formel
E_Tag = h_aktiv·P_Band + h_Standby·P_Leerlauf (÷ η_WR außer Mini-DC) · Winter: + h_Schnee·(P_Heiz − P_Grund) · Nacht: h_Nacht·P_Leerlauf ÷ U → Ah- Gültigkeitsbereich
- Terminal-Bandbreiten aus offiziellen Starlink-Spezifikationsblättern (Abruf 03.08.2026); Mini direkt an 12–48 V DC (max. 60 W), Standard/Flat HP über Wechselrichter.
- Nicht abgedeckt
- Die Heizleistung der Schneeschmelze nennt der Hersteller nicht in Watt — genähert über die obere Bandkante (Mini: DC-Limit), Stundenzahl als Nutzereingabe (TMY-Niederschlagsdaten liegen nicht vor). Leerlaufwerte sind Community-Messungen, keine Herstellerangaben. Router-Zubehör (Mesh-Nodes), Boot-Spitzen, Priority-Datenmodi.
- Datenquellen
- Aggregat aus Herstellerdatenblättern, EU-Energielabel-Datenbank EPREL und Messreihen aus der Off-Grid-Praxis · abgerufen 2026-07-15
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht Starlink am Tag?
Als Herstellerband, nicht als Einzelzahl: Der Standard (Gen 3) liegt laut offiziellem Spec-Sheet bei 75–100 W im Betrieb — bei 8 h aktiver Nutzung und 16 h Standby (~20 W, Community-Messwert) kommen über den Wechselrichter rund 1.020–1.240 Wh am Tag zusammen. Der Mini (25–40 W, DC-direkt) braucht etwa die Hälfte, die Flat High Performance (110–150 W) das Anderthalbfache. Für viele Vans ist Starlink damit der größte Einzelverbraucher überhaupt.
Was macht der Winter mit dem Verbrauch?
Die Schneeschmelzfunktion heizt die Antennenfläche — laut Spec-Sheet schafft der Standard bis 40 mm Schnee pro Stunde, die Flat HP bis 75 mm. Was kein Datenblatt nennt, ist die Heizleistung in Watt; der Rechner nähert sie über die obere Bandkante und weist das ausdrücklich als Annahme aus. Drei Heizstunden am Tag schlagen beim Standard mit gut 250 Wh zusätzlich zu Buche — im Winter, wenn der Solarertrag ohnehin am Boden liegt.
Warum ist die Nachtlast die wichtigste Zahl des Rechners?
Weil Starlink eine 24/7-Dauerlast ist: Auch nachts zieht das System den Leerlaufverbrauch, und der kommt vollständig aus der Batterie. Zwölf Nachtstunden am Standard-Leerlauf kosten rund 270 Wh — etwa 22 Ah aus einer 12-V-Bank, jede Nacht, zusätzlich zu Kühlschrank und Co. Eine Tageslast gleicher Energiemenge wäre viel billiger zu versorgen, weil sie direkt aus Solar liefe. Wer Starlink nachts nicht braucht, spart mit einer Zeitschaltung fast die halbe Batterielast.
Lohnt sich der Mini für Off-Grid-Anlagen?
Meist ja, aus zwei Gründen: Er verbraucht mit 25–40 W nur rund die Hälfte des Standards — und er läuft direkt an 12–48 V DC (max. 60 W), also ohne Wechselrichter. Damit entfallen nicht nur die Wandlungsverluste, sondern vor allem der Wechselrichter-Leerlauf, der bei kleinen Anlagen schnell ein Viertel des Tagesbedarfs frisst. Der Preis: geringerer Durchsatz und kleineres Sichtfeld als beim Standard.
Wie verlässlich sind die Zahlen?
Zweistufig: Die Betriebs-Bandbreiten und Schmelzraten stammen aus den offiziellen Starlink-Spezifikationsblättern (im Datensatz mit Abrufdatum hinterlegt). Die Leerlaufwerte nennt der Hersteller nicht — sie kommen aus Community-Messberichten und sind im Rechner als solche gekennzeichnet; entsprechend unsicherer ist der Standby-Anteil. Wer es genau wissen will, misst mit einem Shunt selbst nach und trägt eigene Stunden ein.
Wie plane ich Starlink in die Solaranlage ein?
Über den Weiterrechnen-Link zum Lastprofil-Rechner: Dort geht der Starlink-Tagesbedarf als Dauerverbraucher in die Geräteliste ein und bestimmt zusammen mit dem Rest den Tagesbedarf, aus dem Modulleistung (Auslegungsmonat!) und Batteriebank folgen. Faustgröße: Der Standard braucht im Winter allein rund 100–150 Wp zusätzliche Modulleistung bei 1 PSH — der Mini die Hälfte.
Wie viel Solarleistung braucht Starlink im Dauerbetrieb?
Weit mehr, als der Tagesverbrauch vermuten lässt — weil die Last rund um die Uhr anliegt und die Einstrahlung nicht. Für ein Standard-Terminal (Gen 3) in der Region Berlin rechnet der Rechner 311 Wp im besten Monat und 1.720 Wp im schlechtesten. Wer im Dezember autark online sein will, braucht also rund das Fünffache der Sommerauslegung. Das Starlink Mini kommt mit 140 beziehungsweise 774 Wp aus, das Flat High Performance verlangt 533 beziehungsweise 2.948 Wp.
Warum ist der Winterwert so viel höher?
Weil eine 24/7-Last die schlechteste aller Lastformen für Solar ist. Sie nimmt keine Rücksicht darauf, wann die Sonne scheint, und muss vollständig über die Nacht gepuffert werden. Der Tagesverbrauch bleibt im Winter gleich, die Einstrahlung fällt aber in Mitteleuropa auf einen Bruchteil. Deshalb entscheidet nicht der Jahresmittelwert über die Anlagengröße, sondern der schlechteste Monat — und genau den gibt der Rechner aus.
Lohnt sich das Starlink Mini für Solarbetrieb?
Deutlich. Es zieht 440 bis 560 Wh am Tag statt 1.022 bis 1.244 Wh beim Standard-Terminal, und es arbeitet direkt mit Gleichspannung — der Wechselrichter samt seinen Verlusten entfällt. In Modulleistung ausgedrückt: 774 statt 1.720 Wp für den Dezember-Dauerbetrieb. Der Preis dafür ist die kleinere Antenne mit entsprechend geringerem Durchsatz; für reine Erreichbarkeit im Wohnmobil ist der Handel meist eindeutig.
Wie groß muss die Batterie für Starlink sein?
Die Nachtlast ist die harte Zahl: Ein Standard-Terminal zieht über zwölf Nachtstunden rund 267 Wh, das sind 22,2 Ah bei 12 V — und zwar jede Nacht, unabhängig vom Wetter. Für zwei Tage Reserve bei einer LiFePO4 mit 80 Prozent nutzbarer Kapazität landet man bei rund 100 Ah allein für das Terminal. Alles Weitere im Fahrzeug kommt obendrauf.
Kann ich Starlink im Winter mit Solar allein betreiben?
In Mitteleuropa praktisch nicht, und der Rechner sagt das mit einer Zahl statt mit einem Gefühl: 1.720 Wp für ein Standard-Terminal passen auf kein Wohnmobildach und auf die wenigsten Gartenhäuser. Realistisch sind drei Wege — das Mini statt des Standard-Terminals, bewusstes Abschalten außerhalb der Nutzungszeiten, oder eine zweite Quelle (Lichtmaschine, Landstrom, Generator). Die Schneeschmelzheizung kommt in kalten Nächten noch obendrauf und ist im Rechner als eigene, ausgewiesene Näherung geführt.